Globale Steuerflucht: Steuer-Gewerkschaft fordert „Obergrenze Null“

Globale Steuerflucht: Steuer-Gewerkschaft fordert „Obergrenze Null“

, aktualisiert 06. November 2017, 16:30 Uhr
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Zum „Tag der Steuergerechtigkeit“ protestierte die Deutsche Steuer-Gewerkschaft gegen Steuerhinterziehung und Betrug im großen Stil durch international agierende Unternehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit der Veröffentlichung der „Paradise Papers“ rückt das die globale Steuervermeidung wieder stärker in den Fokus. Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert nun mehr Engagement von der EU – und kritisiert Großbritannien.

BerlinDie Deutsche Steuer-Gewerkschaft hat angesichts der neuen Veröffentlichung über massive globale Steuervermeidungen eine „Obergrenze Null“ für Steuerflucht gefordert. „Es sind bestimmte reiche Leute, die sich getrieben durch Gier, durch Arroganz und durch eine Staatsverachtung beim Steuerzahlen in die Büsche schlagen und den Staat der Lächerlichkeit preisgeben“, sagte Gewerkschaftschef Thomas Eigenthaler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Eine dubiose Anwaltselite nutze auch das kleinste Steuerschlupfloch weltweit, während dem Arbeitnehmer in Deutschland jeder Cent automatisch abgezogen werde.

Anlass der Kritik sind die sogenannten „Paradise Papers“ – über 13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte hierüber mit einem internationalen Netzwerk investigativer Journalisten berichtet.

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Jüngst beschlossene Meldepflichten sollten nicht nur für Drittstaaten, sondern auch für alle Investments in EU-Staaten eingeführt werden, forderte Eigenthaler. Europäische Steueroasen wie Malta, Madeira, die Kanalinseln, Luxemburg und Irland müssten behandelt werden wie Oasen außerhalb der EU. Großbritannien spiele trotz des Brexit noch immer den großen Verhinderer. Ferner müsse Steuerhinterziehung etwa durch Briefkastenkonstruktionen auch innerhalb der EU als „schwere Steuerhinterziehung“ eingestuft werden.

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft ist die gewerkschaftliche Interessenvertretung von Beamten und Arbeitnehmern in der Steuerverwaltung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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