Gregor Gysi: Linke in Europa muss in die Offensive kommen

Gregor Gysi: Linke in Europa muss in die Offensive kommen

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Gregor Gysi: Linke in Europa muss in die Offensive kommen

Um die Linke in Europa ist es ruhig geworden. Überregional sichtbar ist gut 25 Jahre nach Auflösung der Blöcke nur noch die griechische Syriza von Regierungschef Tsipras. Gregor Gysi will das ändern.

Der neue Vorsitzende der Europäischen Linken, Gregor Gysi, hat seine Parteifreunde aufgerufen, in Europa in die Offensive zu gehen. Die Linke müsse „leidenschaftlicher, rebellischer, aktiver“ werden, sagte Gysi am Sonntag in Berlin zum Abschluss eines dreitägigen Kongresses des Zusammenschlusses linker Parteien auf EU-Ebene. Die Linke müsse ein gewichtigerer Faktor in Europa werden.

Man müsse versuchen, die Menschen für die eigenen Ideen zu gewinnen, für ein Europa, das sozial gerechter sei, demokratischer und unbürokratischer sowie antimilitaristischer. Dann könne man sich auch besser gegen Rechtspopulismus positionieren, sagte Gysi. Er wies zugleich darauf hin, dass ein wachsendes Interesse in Europa an dem Zusammenschluss linker Parteien zu beobachten sei.

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Gysi war am Samstagabend mit 67,6 Prozent an die Spitze der Europäischen Linken gewählt worden. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. In seinem neuen Amt will Gysi die politischen Kräfte gegen soziale Spaltung in Europa bündeln.

Wahl 2017 Gysi kandidiert erneut für den Bundestag

Vor rund einem Jahr hatte Gregor Gysi sich aus dem Fraktionsvorsitz der Linken verabschiedet. Nun meint er, der Protest gegen Angela Merkel müsse „in die richtigen Bahnen“ gelenkt werden – und will dabei helfen.

Der Linken-Politiker Gregor Gysi beim Abschluss-Wahlkampf seiner Partei in in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). Quelle: dpa

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte Gysi volle Unterstützung zu. Er sei „eine sehr wichtige Figur für die europäischen Linken“, der neue Dynamik mitbringen werde, sagte Tsipras am Samstag auf dem Kongress. Er schlug ein jährliches Forum der linken Kräfte in Europa vor. Die mangelnde Solidarität führe zum Rückzug auf den Nationalstaat und Euro-Skeptizismus. Das alles biete das Sprungbrett für die Rechte.

Der Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Montag) sagte Gysi zum Europakurs der deutschen Linken, die Bundestagsfraktion habe mit großer Mehrheit einen Beschluss gefasst, „dass wir über die Frage, aus der EU auszutreten oder sie aufzulösen oder aus dem Euro auszusteigen oder ihn aufzulösen, nicht einmal zu diskutieren brauchen“. Er fügte hinzu: „Aber natürlich gibt es auch Leute in meiner Partei, die das nicht wollen. Davon darf sich die Partei jedoch nicht leiten oder verführen lassen.“ Die meisten Parteien der Europäischen Linken wollen nach Einschätzung Gysis allerdings „deutliche Reformen“ der EU. Gysi hatte 2015 den Posten des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag abgegeben. Nachfolger wurden Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht. Für den Bundestag kandidiert er 2017 erneut.

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