Gregor Gysi: Pegida-Zulauf in Sachsen auch wegen ostdeutscher Mentalität

Gregor Gysi: Pegida-Zulauf in Sachsen auch wegen ostdeutscher Mentalität

Der Zulauf für die islamfeindliche Pegida-Bewegung in Sachsen hat nach Einschätzung von Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi auch mit der ostdeutschen Mentalität zu tun.

Dies sei zumindest bei den Älteren der Fall, sagte Gysi auf eine entsprechende Frage des „Tagesspiegels“ (Samstag). „Dort lebte man ja in einer eingeschlossenen Gesellschaft, kannte die Welt nur aus dem Fernsehen. Von einem Tag auf den anderen wurden diese DDR-Bürger dann nicht nur zu Deutschen, sondern gleich noch zu Europäern und Weltbürgern.“ Gleichzeitig hätten sie erlebt, „wie sich in ihrer Umgebung alles verfremdete, weil andere Kulturen, andere Menschen Einfluss bekamen. So entstanden Überforderungssituationen“.

Demo Pegida - das Aufbegehren der Mitte

In Dresden begehren Montag für Montag Menschen auf, die sich mehrheitlich zur Mitte der Gesellschaft zählen. Die Politik hat sie in den vergangenen Jahren vergessen – mit schwerwiegenden Folgen.

Teilnehmer einer Demonstration des Bündnisses Pegida in Dresden Quelle: imago

Die Politik habe zu wenig getan, um Ängste vor dem Islam abzubauen oder gar nicht entstehen zu lassen, sagte Gysi, der in seine Kritik ausdrücklich sich selbst und seine Partei einbezog. „Wo Bürger mit Menschen islamischen Glaubens zusammenleben, gibt es diese Ängste ja auch kaum, sie sind eher abstrakt und beeinflusst durch Berichte über islamistische Gewalt aus anderen Ländern.“ Nötig sei jetzt „eine groß angelegte Aufklärungskampagne“.

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Die Veranstalter der islamkritischen Pegida-Demonstrationen in Dresden bauen ihre Gruppe nach einem Zeitungsbericht zur festen Organisation mit eigenen Einnahmen aus. Sie hätten beim Finanzamt die steuerliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt, berichtet die „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). Das zuständige Registergericht habe auf Anfrage der Zeitung erklärt, dass die „formalen Mindestinhalte“ zur Vereinsgründung durch die Satzung des Pegida e.V. erfüllt seien. Spenden an das Bündnis dürften dann demnächst von der Steuer absetzbar sein. In den Gründungsunterlagen stehen dem Bericht zufolge als Vereinsvorsitzender der Dresdner Lutz Bachmann, als zweiter Vorsitzender der ebenfalls in Dresden wohnende René Jahn und als Kassenwart Kathrin Oertel aus der sächsischen Kleinstadt Coswig, die auch als Pegida-Pressesprecherin auftritt.

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