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Griechenland-Krise: Brüderle verärgert über Deutsche-Bank-Chef

von Matthias Kamp

Die Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Griechenland könne seine Schulden möglicherweise nicht zurückzahlen, sorgen bei Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle für erhebliche Irritationen.

Bundeswirtschaftsminister Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle Quelle: dpa

„Ich finde die Äußerungen merkwürdig, überraschend und ärgerlich“, sagte der FDP-Minister heute am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Singapur gegenüber der WirtschaftsWoche.

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Ackermann hatte am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands geäußert. „Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln“, hatte Ackermann in dem Interview erklärt.

"Der Zeitpunkt war ungewöhnlich"

Vor allem der Zeitpunkt der Ackermann-Äußerungen, wenige Tage nach Bekanntgabe des Rettungsschirms für angeschlagene Euro-Staaten, ärgert Brüderle. „Zu dem Zeitpunkt, wo die Debatte so offen geführt wird, ist eine so starke Bewertung über die Fernsehanstalten nicht hilfreich“, sagte Brüderle. Zwar müssten deutsche Spitzenbanker und die Bundesregierung nicht mit einer Stimme sprechen, fügte der FDP-Minister hinzu, „aber der Zeitpunkt war ungewöhnlich.“

Außerdem hätten derartige Aussagen auch immer Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Am Tag nach Ackermanns Äußerungen im ZDF waren die Aktienmärkte und der Euro-Kurs weiter gesunken. Brüderle: „Ich fand es schon ungewöhnlich, dass er mit einer solchen Bewertung so demonstrativ im ZDF aufgetreten ist.“

43 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.05.2010, 10:49 UhrAnonymer Benutzer: HilmarDetlef Brückner

    Es ist nicht gerde ein Geheimnis, dss die Deutsche bank an instabilen Griechenland-Anleihen weit mehr verdient als an stabilen. Da sich angesichts der eingeleiteten Rettungsmaßnahmen eine Stabilisierung der Griechenland-Anleihen abzeichnete, nutzte Herr Ackermann die sich bietende Gelegenheit, öffentlich dagegenzuhalten und hatte damit auch Erfolg.

  • 21.05.2010, 13:15 UhrAnonymer Benutzer: Joselyn

    Herr Ackermann hat nur laut ausgesprochen, was sowieso jeder denkt ! ich finde das sehr mutig und auch richtig. Respekt

  • 18.05.2010, 18:01 UhrAnonymer Benutzer: Pauline

    Als ob es einen Ackermann bräuchte um zu wissen, mindestens zu ahnen, dass Griechenland seine Schulden höchstens zu einem kleinsten Teil zurück zahlen kann. Woher soll GR das Geld nehmen? Die Unternehmen verlassen GR weil sie ständig über die aufgeblähte bürokratie stolpern, die überhöhten Löhne und die überhöhten Preise. Die Löhne, die in GR bezahlt werden stammen aus der Wunschtüte aber entsprechen keineswegs Zahlen, die der Markt hergibt. Die Griechen müssen ihre überhöhten Ansprüche zurück schrauben und bescheidener werden. Als aller erste die Politiker, die sich jahrelang an den Kassen bedienen wie sie wollen. Die Griechen brauchen auch nicht ständig mit dem Zeigefinger auf die Märkte und die Spekulanten zeigen. Regierungen, die ihr Land herunter wirtschaften können nicht auch noch als belohnung billiges Geld vom Markt erwarten. Die Griechen müssen sich genauso wie jedes andere Land billige Zinsen erarbeiten.

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