Griechenland: Premier Samaras kommt nach München

Griechenland: Premier Samaras kommt nach München

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Der griechische Regierungschef Antonis Samaras reist am Sonntag nach München.

von Matthias Kamp

Es dürfte ein schwieriger Besuch werden. Noch im Sommer hatte die CSU, allen voran Bayerns Finanzminister Markus Söder, einen Austritt des Krisenstaates aus der Euro-Zone gefordert.

Nachdem Griechenlands Ministerpräsident Samaras sich am heutigen Sonntag gegen 18 Uhr ins Goldene Buch der Stadt München eingetragen hat, trifft er Horst Seehofer zum Gespräch. Das Klima zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten und dem Regierungschef aus Griechenland dürfte alles andere als entspannt sein. Noch im Spätsommer hatte die CSU gefordert, der Krisenstaat müsse aus der Eurozone austreten. Wortführer waren Seehofers Finanzminister Markus Söder und der Generalsekretär der Christsozialen Alexander Dobrindt.

Vor allem Söder erwies sich in der Griechenland-Debatte immer wieder als Scharfmacher. Ein Austritt sei „absolut zu verkraften“, sagte Söder. „Wenn wir jetzt nicht an Griechenland ein klares Exempel statuieren, also zu sagen, wer nicht die Reformen erfüllt, der muss dann auch raus aus der Euro-Zone, dann ist die ganze Euro-Zone nichts anderes als eine große Umverteilungsgemeinschaft“, sagte der bayerische Finanzminister im Sommer. Söder verglich die Situation mit dem Bergsteigen: Wenn in einer Seilschaft ein Bergsteiger Gefahr laufe, den anderen in den Abgrund zu ziehen, müsse man das Seil kappen.

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Bei allen Differenzen um den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone: Bayern und das südeuropäische Krisenland haben auch historische Gemeinsamkeiten. Von 1832 bis 1862 regierte der aus Bayern stammende König Otto in Griechenland. Unter ihm wurden das Finanzwesen, die Justiz und die Verwaltung aufgebaut. Die Griechen hätten ihren Staatsaufbau letztlich den Bayern zu verdanken, heißt es in München oft. Unter König Otto I. wurde das Schulwesen ausgebaut, eine Universität, das Nationalmuseum und eine Staatsbibliothek eröffnet.

Dass Seehofer inzwischen von seinem harten Kurs gegenüber Griechenland umgeschwenkt ist, hat aber wohl weniger mit der Besinnung auf gemeinsame historische Parallelen zu tun, sondern ist knallharter Egoismus. Kürzlich hatte Bayerns Ministerpräsident gesagt, wen Griechenland mehr Zeit für Reformen benötige, müsse man sie dem Land einräumen. Seehofer fürchtet, der sich abzeichnende Konjunktureinbruch könne dem stark exportabhängigen Bayern schaden.

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