Grüne: Künast zieht sich von Fraktionsspitze zurück

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Grüne: Künast zieht sich von Fraktionsspitze zurück

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Renate Künast zieht Konsequenzen aus dem Wahl-Debakel der Grünen.

Renate Künast zieht sich vom Amt der Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag zurück. Sie wolle stattdessen für das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin antreten.

Die 58-Jährige habe die bereits vor Längerem getroffene Entscheidung zum Rücktritt bei einem Treffen der Abgeordneten ihres Realoflügels mitgeteilt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Bisher gab auch Grünen-Vorsitzende Claudia Roth ihren Rücktritt von der Parteispitze bekannt. Cem Özdemir hatte durchblicken lassen, erneut als Parteichef antreten zu wollen. Jürgen Trittin, der zusammen mit Künast den Fraktionsvorsitz bildete, hat trotz der Wahlniederlage und seiner Rolle als Spitzenkandidat bisher nicht den Eindruck erweckt, persönliche Konsequenzen ziehen zu wollen.

Künast sagte, bereits nach der Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im vergangenen November habe sie der damals siegreichen Göring-Eckardt gesagt, dass diese aus ihrer Sicht den ersten Zugriff auf den Fraktionsvorsitz habe. Wer für den Realoflügel nun zum Zug kommt, blieb aber zunächst offen. Neben Göring-Eckardt ist auch Fraktionsvize Kerstin Andreae im Gespräch.

Künast hält eine Koalition mit der Union indessen für höchst unwahrscheinlich. Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Grünen zu Gesprächen über eine neue Regierung einladen würde, "dann setzt man sich hin und redet", sagte in der ARD. Sie machte aber zugleich deutlich: "Trotz extrem großer Fantasie bei mir: Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir mit Frau Merkel und dieser CDU nicht nur nach dieser Art des Wahlkampfs, sondern auch von den Inhalten her zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen sollten." So habe sich Merkel etwa als Bremserin der Energiewende gezeigt.

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Grünen-Vorsitzende Roth kündigt Abschied als Parteichefin an

Sie ist emotional und beliebt in ihrer Partei - für manche aber auch ein rotes Tuch. Jetzt kündigte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth nach elfeinhalb Jahren ihren Abschied von der Parteispitze an.

Roth kündigt Abschied als Parteichefin an Quelle: dpa

Künast forderte eine "klare, tabulose Debatte" der Grünen über die Gründe für deren schwaches Abschneiden bei der Bundestagswahl. Zuvor sagte sie noch: "Ich finde, wir würden einen Fehler machen, wenn wir sofort reflexartig Personalfragen lösen würden", sagte sie. Der Grund für das schwache Ergebnis ihrer Partei sei: "Wir haben nicht vermitteln können, dass wir die Mitte der Gesellschaft wollen." So sei die Frage, wo die Grünen "wirklich ein gutes Angebot für die Wirtschaft gemacht" hätten.

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