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Gutachten: Die Alten stürmen den Arbeitsmarkt

von Konrad Fischer

Neue Zahlen zeigen, dass die Beteiligung Älterer am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen ist. Aber das hat nicht nur Vorteile.

Laut einer Studie des IW Köln hat sich die Zahl der Beschäftigten im Alter zwischen 60 und 64 in den vergangenen neun Jahren nahezu verdoppelt Quelle: dpa
Laut einer Studie des IW Köln hat sich die Zahl der Beschäftigten im Alter zwischen 60 und 64 in den vergangenen neun Jahren nahezu verdoppelt Quelle: dpa

Die Beschäftigung in Deutschland nähert sich trotz aufziehender Krise immer schneller historischen Höchstständen, seit der Finanzkrise ist die Zahl der Arbeitslosen von deutlich über vier Millionen auf unter drei gesunken. Ursache dafür ist offenbar auch eine Gruppe, die bisher unter Forschern als besonders problematisch galt: Ältere Arbeitnehmer. Wie aus einem jetzt veröffentlichten Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht, hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer zwischen 60 und 64 in den vergangenen neun Jahren nahezu verdoppelt.

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Auch die Beschäftigtenzahl der Menschen zwischen 55 und 59 ist um mehr als fünf Prozent gestiegen. Die Forscher nahmen sich für ihre Studie jedoch nicht nur die offizielle Arbeitslosenstatistik vor, sondern befragten  darüber hinaus mehrere hundert Unternehmen nach ihren Einstellungsmustern.

Forscher empfehlen, Kündigungsschutz für Ältere zu lockern

Die Unternehmen haben die Botschaft der demografischen Verknappung offensichtlich verstanden und arbeiten vor allem daran, ihre Mitarbeiter möglichst lange zu halten. Denn die Zahlen des IW zeigen auch, dass der Beschäftigungsanstieg fast ausschließlich auf eine verlängerte Beschäftigungsdauer zurückgeht: Nur drei Prozent der vom IW befragten Unternehmen gaben an, in den vergangenen Monaten verstärkt ältere Mitarbeiter rekrutiert zu haben. Um das zu verändern, mahnen die Forscher zum einen an, der Kündigungsschutz für Ältere müsse gelockert werden. Außerdem müsse die Bezahlung hier flexibler werden.

Zudem sind offenbar durchaus Zweifel daran angebracht, dass sich die zunehmende Konzentration auf ältere Mitarbeiter in ihrer aktuellen Form positiv auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmen auswirkt. Sowohl die Innovationskraft, als auch der Wissensstand leiden nach den Studienergebnissen unter der veränderten Beschäftigtenstruktur. Um zu diesen Ergebnissen zu kommen, haben die Forscher bestehende Studien zu älteren Arbeitnehmern ausgewertet und mit den Ergebnissen der eigenen Befragung heimischer Unternehmen abgeglichen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.11.2011, 10:45 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    @Mariposa
    Bitte zwei mal lesen. Dieser "SCHNÖSEL" will die Qualittät der
    älteren mindern, weil Sie nicht nach dem Rotationsprinzip arbeiten.
    Dies führt auch dazu,das die Bezahlung angeglichen werden soll, also
    abstufen auf die von Joker 1 bezeichnete Personen.
    Dazu kann man auch den verfasser dieses Artikels zählen.
    Seit Jahren werden ältere Arbeitslose vermittelt, weil die jungen
    Langzeitarbeitslose für NICHTS zu gebrauchen sind. DUMPFBACKEN

  • 11.11.2011, 21:55 UhrAnonymer Benutzer: Lama

    Ich kann den Ausführungen von Mariposa nur zustimmen.
    Diese Untersuchung ist ein indirekten Angriff auf die hart erkämpften Rechte der Arbeitnehmer.
    Viele Arbeitnehmr bleiben heute länger in den Betrieben, weil sie es sich finanziell nicht mehr leisten können früher aus dem Arbeitleben auszuscheiden. Bei vielen ist der Wunsch zwar da, aber neue weniger gute Altersteilzeitregelungen und der Blick auf die Rentenauskunft zwingen zum weiterarbeiten.

  • 11.11.2011, 17:43 UhrMariposa

    Worauf die Untersuchung hinaus will wird spaetestens im Text klar, wenn es um die Forderung nach Abbau des Kuendigungsschutzes fuer Aeltere und "Flexibilisierung" bei der Bezahlung geht. Da es sich bei den Aelteren meist um Mitarbeiter handelt die im Unternehmen "alt" geworden sind, moechte man sich natuerlich gerne leicht und ohne Abfindung von ihnen trennen oder per Aenderungskuendigung die Konditionen verschlechtern. Na denn viel Spass fuer alle die bis zur Rente mit 67 oder vielleicht gar 70 arbeiten muessen. Und das die freigesetzten Alten keinen Chance mehr auf eine Weiterbeschaeftigung haben geht auch aus dem Artikel hervor, wonach die Rekrutierung Aeltere eher schwach ist. Die Meinung, dass dies durch einen gelockerteren Kuendigungsschutz fuer diese Altersgruppe verbessert werden kann, koennen nur Naivlinge haben.

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