Hamburg: Ole von Beust wird zum Vater von Schwarz-Grün

Hamburg: Ole von Beust wird zum Vater von Schwarz-Grün

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CDU-Politiker Ole von Beust regiert seit 2001 die Hansestadt Hamburg

Schon mit 16 Jahren trat Ole von Beust in die Junge Union ein und machte neben einem Jura-Studium langsam Karriere in der Landes-CDU. Seit 2001 regiert der heute 53-Jährige die Hansestadt Hamburg.

„Sonnyboy“, „Junger Wilder“, „Nonkonformist“ - Ole von Beust wurden in fast vier Jahrzehnten Politik-Karriere viele Bezeichnungen angeklebt. Nun kann der CDU-Politiker als Vater der ersten schwarz-grünen Landesregierung in die Geschichtsbücher eingehen. Am 7. Mai soll er mit den Stimmen von CDU und Grünen in der Hamburger Bürgerschaft zum dritten Mal zum Bürgermeister gewählt werden. Seit 2001 regiert der heute 53-Jährige die Hansestadt.

Bei den meisten Bürgern ist er beliebt, konnte vor allem in seiner zweiten Amtszeit eine ansehnliche Bilanz hinlegen: Der Landeshaushalt wurde weiter saniert, die Zahl der Arbeitslosen sank. Die Stadt boomt, auch wenn die SPD kritisiert, in zahlreichen vom Senat vergessenen Stadtteilen komme das Wachstum nicht an. Dabei sah es vor 2001 nicht so aus, als würde von Beust in der Politik viele Spuren hinterlassen. Er galt als faul, leichtlebig und Freund von langen Wochenenden auf Sylt. Eigentlich heißt Ole von Beust mit Vornamen Carl-Friedrich. Erst mit 18 nahm er den Namen Ole an, weil seine Großmutter ihn immer „Ole Popp“ (alte Puppe) gerufen hatte.

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Schon mit 16 trat er in die Junge Union ein und machte neben einem Jura-Studium langsam Karriere in der Landes-CDU. 1978 wurde er Abgeordneter in der Bürgerschaft. 1992 stieg von Beust, mittlerweile selbstständiger Rechtsanwalt, in den Parteivorstand auf. Ein Jahr später wurde er mit großer Mehrheit an die Spitze der Bürgerschaftsfraktion gewählt. Bei der Bürgerschaftswahl 1997 kandidierte von Beust erstmals für den Posten des Bürgermeisters - jedoch ohne Erfolg. Vier Jahre später kam der unerwartete Triumph: Die sensationell starke rechtspopulistische Schill-Partei verhalf ihm trotz Verlusten der CDU an die Macht. Nach 40 Jahren schickte von Beust die SPD in die Opposition und ging eine Koalition mit dem umstrittenen „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill und der FDP ein. In den ersten Jahren als Bürgermeister hielt sich von Beust im Hintergrund, kümmerte sich um Architektur und Stadtentwicklung und überließ die Umsetzung der konservativen Politik vor allem Schill.

Im Spätherbst 2003 kam es zum Bruch: Von Beust wollte einen umstrittenen Staatsrat der Innenbehörde entlassen. Innensenator Schill sagte daraufhin, von Beust sei homosexuell und habe ein Verhältnis mit Justizsenator Roger Kusch. Der Bürgermeister feuerte Schill und betonte, Kusch und er seien nur gute Freunde. Die Koalition platzte. Bei der Neuwahl im Februar 2004 holte die CDU 47 Prozent und die absolute Mehrheit der Parlamentssitze. In seiner zweiten Amtszeit entdeckte von Beust ein neues Thema für sich: die Umweltpolitik. Er ist Vorsitzender der CDU-Kommission für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz in der Bundespartei und legte im vergangenen August ein anspruchsvolles Klimaprogramm für Hamburg vor. Seit sich abzeichnete, dass die CDU bei der Bürgerschaftswahl 2008 ihre absolute Mehrheit in der Bürgerschaft verlieren würde, liebäugelte er mit einem Bündnis mit den Grünen.

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