Hamburg-Wahl: "Die Elbvertiefung ist unverzichtbar"

Hamburg-Wahl: "Die Elbvertiefung ist unverzichtbar"

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Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch hält die Elbvertiefung für absolut notwendig um dem wachsenden Güterverkehr gerecht zu werden

von Max Haerder

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch war ein angesehener Manager, bevor er die Seiten wechselte. Hier spricht er über Erfahrungen in der Politik, die Zukunft des Hamburger Hafens und die Herausforderungen der Metropole.

Herr Horch, Sie hatten bereits eine lange Karriere in der Wirtschaft hinter sich, bevor Sie Politiker wurden. Was ist der größte Unterschied zwischen Managen und Regieren?

Der lange Weg bis zur Entscheidung. Sie müssen ihre Anliegen durch den ganzen politischen Raum steuern, ohne dass sie dabei irreparablen Schaden nehmen. Diesen Weg zu meistern ist ungemein schwierig.

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Als Senator muss man scharfe öffentliche Angriffe ertragen, auch persönliche. Waren Sie darauf gefasst?

Lassen Sie mich so antworten: Man muss das wegstecken. Es geht um die Sache.

Sie haben das Amt 2011 übernommen. Wenn Sie den Standort Hamburg damals und heute vergleichen: Wie hat er sich verändert?

Hamburgs wirtschaftlicher Nukleus ist und bleibt der Hafen. Aber dessen Umfeld wandelt sich  - und das nicht immer nur zu unserer Freude. Der Schiffbau verlagert sich zunehmend nach Asien, das Geschäft von Speditionen, Werften und deren Zulieferern steht unter permanentem Kostendruck.  Das ist die eine Seite.

Und die andere?

Ein Hafen bedeutet viel mehr als nur Container zu zählen. Hamburg ist weiterhin eine der bedeutendsten Logistikdrehscheiben Nordeuropas. Das Netzwerk der Dienstleister, das seit Jahrzehnten darum herum gewachsen ist, ist einmalig. Unternehmen rund um die Energiewende, von Geothermie bis Offshore-Anlagen, siedeln sich außerdem neu in Hamburg an. Das stimmt mich optimistisch.

Zur Person

  • Frank Horch

    Horch, 66, ist gelernter Schiffbauingenieur. Als Manager arbeitete er unter anderem bei ThyssenKrupp und Blohm+Voss. Bevor er 2011 Hamburger Wirtschaftssenator wurde, war er mehr als drei Jahre lang Präses der Hamburger Handelskammer.

Noch immer aber ist über die geplante Elbvertiefung nicht endgültig entschieden. Besorgt Sie das nicht?

Nur, wenn die Elbe auch für die künftigen Generationen von Riesenfrachtern schiffbar bleibt, können wir garantieren, dass Hamburg ein bedeutender Hafen bleibt. Die Elbvertiefung ist deshalb unverzichtbar. Aber in Sorge bin ich nicht. Das Bundesverwaltungsgericht soll in diesem Frühjahr entscheiden – und ich bin guter Dinge, dass es der Position des Hamburger Senats folgen wird. Das Recht spricht für uns.

Und falls nicht?

Natürlich würde der Standort Hamburg darunter leiden, deshalb tun wir unser Mögliches, um das zu verhindern. Wenn man den Prognosen der Fachleute glaubt, wird der Güterverkehr bis 2030 noch einmal um rund 40 Prozent zulegen. An der Globalisierung wollen wir hier in Hamburg selbstverständlich weiterhin teilhaben.

Als Wirtschaftssenator sind Sie nicht nur für den Hafen, sondern auch für Innovationsförderung  und den Verkehr zuständig. Letzterer ist ein ständiger Streitpunkt in der Stadt  - gerade jetzt vor der Bürgerschaftswahl am 15. Februar.

Hamburg wächst, Jahr für Jahr steigt die Zahl der Bewohner. Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen. Von Unternehmern höre ich immer wieder folgenden Satz: „Nach Hamburg locke ich jeden.“ Das soll so bleiben. Aber deshalb muss dieses Wachstum kanalisiert werden – und das ist, ohne Umschweife, eine gewaltige Herausforderung. Neue U-Bahn-Trassen und der Ausbau von Buslinien sind unverzichtbar, auch wenn wir manchen erst noch davon überzeugen müssen.

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