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Handwerk-Appell: Zweifel an Merkels Euro-Politik wachsen

von Thomas Sigmund Quelle: Handelsblatt Online

In der deutschen Wirtschaft regt sich Widerstand gegen die Euro-Politik der Kanzlerin. Merkel solle für die Krisenbewältigung nicht jeden Preis zahlen, meint der Handwerksverband. Auch wenn der Euro scheitern sollte.

In der ungarischen Radiosendung "180 Minuten" ließ sich der ungarische Premierminister zu einem Vergleich der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Naziregime hinreißen. Ihre Politik gegenüber Ungarn gleiche der Besetzung Ungarns im Jahr 1944, sagte Viktor Orbán. "Die Deutschen haben schon einmal eine Kavallerie geschickt, und zwar in Form von Panzern", sagte er. "Unsere Bitte wäre, sie nicht noch mal zu schicken. Es war schon damals keine gute Idee, und es hat nicht funktioniert."

Mit solchen Äußerungen ist Orbán jedoch nicht alleine. Auch in Griechenland und Zypern ziehen die Menschen Vergleiche zwischen Hitler und Merkel.

Bild: dpa

Erstmals meldet sich in der Euro-Debatte jetzt auch das deutsche Handwerk zu Wort. Sein Zentralverband appelliert an die Bundesregierung, für die Rettung nicht jeden Preis zu zahlen.

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"Die Stabilisierung der Währungsunion ist kein Ziel an sich, das ungeachtet aller damit verbundenen Kosten verfolgt werden kann und darf", schreibt Verbandspräsident Otto Kentzler in einem Positionspapier, das dem "Handelsblatt" vorliegt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor kurzem erst mit Frankreichs Präsident François Hollande und dann mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti versprochen, alles zu tun, um den Euro zu retten. Notenbankchef Mario Draghi hatte ebenfalls zugesagt, die EZB werde innerhalb ihres Mandates alles tun, um den Euro zu erhalten.

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Handwerkspräsident Kentzler, der rund eine Million Betriebe und fünf Millionen Beschäftigte in Deutschland vertritt, warnt dagegen vor solchen Versprechen: "Die Kosten dürfen keinesfalls größer werden als der Nutzen." Sonst drohe die Zustimmung der Bürger zu schwinden.

Das Handwerk kann sich durch eine aktuelle Umfrage, die von der ARD durchgeführt wurde, bestätigt sehen, wenn es davor warnt, die Hilfszusagen Deutschlands überzustrapazieren. Aus Sicht der meisten Deutschen steht danach Kanzlerin Merkel die Feuerprobe noch bevor: 84 Prozent denken laut dem Deutschland-Trend, dass der schlimmste Teil der Euro-Krise erst noch kommt.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2012, 03:39 Uhrkface

    Ich dachte das 68% der Deutschen bei einer Umfrage, die Politik , von Frau Merkel und CO. gut empfinden :>

    Am Ende ist es egal, wer dort sitzt, die richtigen Leute ziehen so oder so ihre Fäden.

  • 10.08.2012, 11:56 UhrMalocher

    Sich unausgesprochen darüber zu echauffieren, dass allen voran Herr Juncker als seines Zeichens Chef der Eurogruppe nachweislich keiner terroristischen Vereinigung vorsteht und daher auch Frau Merkel nicht illegitim handelt, wenn sie zur deshalb gemeinsamen Währung steht, belegt vor aller Augen, politökonomisch unkundig zu sein. Zwingend angezeigt daher, solchermaßen inszeniertes Empören in aller Öffentlichkeit dahingehend, längst Unangreifbares nicht attackieren zu können und zudem auch nicht zu dürfen, schleunigst sein Ende finden zu lassen.

  • 10.08.2012, 11:36 Uhrberkmann

    Im Handwerk gibt es 5 Millionen Mitarbeiter und damit auch 5 Millionen Wähler.
    Wenn diese klar artikulieren würden, dass sie den Wahnsinn der Euro-Schulden-Union nicht weiter mittragen, würden unsere Euro-"Retter" vielleicht gezwungen, ihre irrsinnige Politik zu überdenken.
    Man kann doch nicht ewig weiter mit Vollgas in den gemeinschaftlichen Bankrott fahren!

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