Ökonomen empfehlen daher andere Wege, das erodierende Lohnabstandsgebot zu festigen. Die Regelsätze für Kinder etwa könnten teilweise als Sachleistungen ausgezahlt werden. „Derzeit fließt das Geld unkonditioniert an den Haushaltsvorstand“, moniert Ökonom Wolfgang Franz. Wäre es nicht besser, der Staat finanzierte bedürftigen Kindern ein Musikinstrument, den Nachhilfelehrer, den Mitgliedsbeitrag im Sportverein – oder baute mit dem Geld mehr Ganztagsschulen mit vernünftiger Betreuung? Ob Eltern das Geld tatsächlich für ihre Kinder ausgeben, lässt sich nicht überprüfen. „Auch wenn es heikel ist, Eltern unter Generalverdacht zu stellen: Zum Wechsel von Geld- auf Sachleistungen gibt es im Interesse der Kinder aus sozial schwachen Familien keine Alternative“, sagt Ökonom Schneider.
Sachverständigenrat will Hartz-IV um 30 Prozent kürzen
Und es gibt noch weitere Reformideen. Analysen des IAB zeigen, dass nur die Hälfte der Single-Arbeitslosen innerhalb der ersten zwölf Monate den Ausstieg aus Hartz IV schaffen, obwohl sie eigentlich besonders mobil sein müssten. Der Sachverständigenrat fordert daher, den Regelsatz um 30 Prozent zu kürzen. Im Gegenzug sollten Arbeitslose mehr hinzuverdienen dürfen – derzeit werden Zusatzeinkünfte, die über 100 Euro liegen, zu 80 Prozent auf den Hartz-Regelsatz angerechnet.
Nur über den radikalsten Reformvorschlag redet in diesen Tagen niemand. Die FDP, derzeit mit sich selbst beschäftigt, will Hartz IV ganz abschaffen. Alle steuerfinanzierten Sozialleistungen will sie in einem „Bürgergeld“ bündeln – 662 Euro pro Kopf und Monat, ausgezahlt vom Finanzamt. Wissenschaftler rümpfen über den wackeligen theoretischen Unterbau des Konzepts zwar die Nase. Doch könnte die Idee die Debatte über ein Wohlfahrtssystem bereichern, das 138 Sozialleistungen von 45 staatlichen Stellen verwalten lässt.
An die Reform der Hartz-Gesetze tastet sich die Regierung erst langsam heran. Immerhin einen konkreten Vorschlag hat die neue Bundesarbeitsministerin schon geäußert. Ursula von der Leyen will dem Regelwerk einen neuen Namen verpassen. Ein Vorschlag mit einem unschätzbaren Vorteil: Er kostet nichts.














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Alle Kommentare lesen07.03.2010, 21:45 UhrAnonymer Benutzer: kmb
Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen!
(aus der bibel)
26.02.2010, 12:04 UhrAnonymer Benutzer: Dennis
Das es hier in Deutschland noch jemanden interessiert ob alle Menschen in Würde leben, kann ich mir leider nur noch schwer vorstellen.
Vielleicht sollten die sogenannten Arbeitgeber mal für ihre Gemeinheiten zahlen. Vielleicht sollte man den Mehrbedarf bzw die HatziV-Ausgaben von diesen Leuten tragen lassen. Denn wie kann es sein, daß man eine Arbeit als Webdesigner angeboten bekommt im Städtchen Rathenow im Sandweg und allen ernstes gefragt wird, ob man denn vom iLZ betreut wird, denn nur auf dieser basis wäre man bereit diesen Job zu vergeben. Da ich dies verneinte bot man mir an 44h die Woche für 420€ brutto zu arbeiten und den einen oder anderen betrag eben anders zu erhalten (steht ntürlich nicht im Vertrag). ich wurde fast aus der Tür geworfen, wie ein undankbarer Hund, weil ich dieses Angebot nicht ernst nehmen konnte. ist soetwas würde? So wie mir geht es Millionen anderen Arbeitssuchenden, denen man zu guterletzt auch noch Faulheit vorwirft oder man läge dem Staat auf der Tasche.
20.02.2010, 03:56 UhrAnonymer Benutzer: Hans P
@Ernst Fall und alle die iihm beipflichten:
Teil 1a:
Sie sollten sich mal mit unseren Gesetzen und ihren ethischen ud moralischen Grundlagen befassen!
Offenkundig ist ihre Frage, was Menschenwürde ist, von ihnen enrst gemeint: Sie haben keinen blassen Schimmer, wovon Sie reden. Das aber mit aller Vehemenz und einer Wortwahl, die hierzulande sehr unfeine Erinerungen weckt.
"Für die Menschenwürde genügt es, eine warme Wohnung, Essen und Kleidung zur Verfügung zu stellen" Falsch. Lesen Sie die entsprechenden Urteile des bundesverfassungsgerichts. Gern auch noch philosophische Abhandlungen zu dieser Frage.
"Es ist NiCHT menschenwürdig (oder sozial), Sozialleistungen vom Staat zu kassieren und sich zu weigern, dafür gemeinnützige Arbeit zu leisten oder einen Job in Erwägung zu ziehen, der nicht mehr bringt als die "Stütze" Falsch. Es kommt sehr auf die Umstände an. Wenn die "gemeinützige Arbeit" die Chance auf die Möglichkeit, eines Tages wieder selbst sein Geld zu verdienen, verringert, wird sie zurecht abgelehnt. Wenn die "gemeinnützige Arbeit" keine ist, sondern beschäftigungstherapie, wird sie zu Recht abgelehnt. Wenn die gemeinützige Arbeit" vernünftig bezahlte Arbeit sein sollte und als Lohndrückerinstrument dient, wird sie zu Recht abgelehnt.