Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...
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143 KommentareWenn man solche Artikel liest und davon ausgeht, dass davon mindestens die Hälfte auch noch stimmt, dann kommt man gegenüber Hartz iV - Empfängern auf Gedanken, die nicht in einen Rechtsstaat passen.
Lieber Herr Schnaas,
ich verstehe gut, dass Sie als Redakteur der WiWO nichts anderes können, als die Gruppe der Geringverdiener gegen die HarziV bezieher aufzuwiegeln. Dabei sollten Sie lieber ehrlich sein. HarziV ist gescheitert. Seit der Regierung Schröder erleben wir einen gnadenlose Lohnsenkungspolitik, die mittlerweile dazu geführt hat, dass kaum mehr als 50 % der bürger überhaupt noch Lohn- und Einkommensteuer zahlen. Die Niedriglohnpolitik hat dazu geführt, dass Massen der Arbeitnehmer mit ihren Löhnen nicht mehr den Lebensunterhalt bestreiten können. beantragen Sie dann soziale Leistungen, sind Sie in ihren Augen sofort des Sozialbetruges verdächtig. Nicht die Höhe des armseligen HarziV – Geldes ist das Problem, sondern die niedrigen Löhne. Dass die Menschen arbeiten wollen, können Sie in arbeitsplatzreichen Regionen sehen. in bayern z.b. beziehen nur 2,5% der bürger HarziV Leistungen. Wo bitte sind dagegen in berlin die offenen Stellen? Sie sollten sich schämen für solch ärmlichen Populismus.
Lieber Herr Schnaas,
ich kenne viele Journalisten in der Hauptstadt, die mittlerweile von Hartz iV leben müssen und bei solchen Artikeln das Ko...kriegen. Nur, weil sie sich noch ein Stück Würde mit ihrer guten Ausbildung wahren wollen und auf eine nächste Anstellung hoffen, werden diese von ihnen hier als faule Leistungsempfänger in einen Topf geworfen. Es ist schwierig, Menschen wie ihnen zu erklären, dass moderne Lebensentwürfe heute in der Rationalisierung der Wirtschaft kaputt gehen. Die größte Lüge, die in diesem Land verbreitet wird, ist doch, dass eine gute Ausbildung gegen Arbeitslosigkeit schütze. ich rate ihnen dringend, mal für ein Jahr in ein gut bezahltes Hartz-iV-Praktikum zu gehen. Und ich bete zu Gott, dass Sie nicht selbst einmal Opfer der veränderten Medienlandschaft werden und ein anderer jüngerer Profiteur der Rationalisierung ihnen so einen Artikel ins Tagebuch der Arbeitslosigkeit schreibt. Peinlich!
Wie gefährlich solche Hetzartikel sind, sieht man u.a. an dem Kommentar von Alexander0815. Frührenter dagegen lässt den Zug auf dem richtigen Gleis abfahren: Alle, die gegen Hartz iV-Empfänger wettern, haben nicht eine einzige Arbeitsstelle zu bieten. ich meine hier, eine Arbeitsstelle, von der man leben, seine Miete und seine Krankenversicherung zahlen kann.
Dazu kommt, dass Arbeitgeber sich mit dem System der Geringverdienenden eingerichtet haben. Hier gibt es allerdings einen üblen bumerangeffekt: Wer nur 1-€- bis 800-€-Jobber ist, leistet auch nur für den geringen betrag. Und wer mit diesem betrag nicht überleben kann, der lässt es gleich.
Der grössteFehler liegt im Gesamtsystem: Solange man von redlicher Arbeit keineswegs mehr leben kann und ggf. sogar schlechter fährt, als ein Hartz iV-Empfänger, ist man als arbeitender Mensch der Dumme. Das Endergebnis fällt ernüchternd aus: Arbeit muss sich lohnen, muss gerecht entlohnt werden und es muss für den Arbeitenden auch noch etwas im Portomonaie liegen bleiben.
Weder die abgehalferte SPD noch die Linken (Giesskannenprinzip bis der Tod eintritt) noch die CDU/CSU mit dem Klotz FDP am bein haben interesse daran und sind fähig, das System radikal zu ändern. Diese üble Regierung besteht sowieso nur aus Typen, deren Arbeitsplatzselbsterhalt und das Füllen eigener Taschen Vorrang vor allem anderen hat.
Dazu kommt, dass der Deutsche - wie kein anderer auf der Welt - ein Neidhammel ohne Ende ist. Unvergessen ein Disput in der Kneipe nebenan: ein täglich Arbeitender macht eine Mutter mit zwei Kleinkindern verbal fertig, weil diese von Sozialhilfe leben muss. Er beendet seine Hasstirade mit den Worten "Wenn ich arbeiten muss, müssen das alle anderen auch!". Und so bleibt alles beim Alten: Der Deutsche sieht Arbeit als unangenehme Unterbrechung zwischen seinen Urlauben an und als noch unangenehmere Pflichtübung. Da kommt es den Kapeiken ganz recht, wenn durch solche Artikel Öl ins Feuer geschüttet wird.
ich wünsche niemanden, jemals in die Situation Hartz iV zu kommen. Aber leider geht das schneller als man denkt. Und es sind nicht "die Arbeitsunwilligen" die das trifft (wobei ich nicht ausschliessen möchte, dass es durchaus Arbeitsunwillige gibt). ich kann mich selber Qualifiziert (betriebswirt des Handwerks, 2 kaufmännische berufsausbildungen) bezeichnen und bin seit über 2 Jahren auf der Suche nach Arbeit, habe zig bewerbungen geschrieben, bin nur zu einem prozentualen bruchteil zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden. Die Art und Weise, wie Firmen teilweise mit bewerbern umgehen ist Haarsträubend. ich musste mich teilweise beleidigen lassen - habe diese Gespräche sofort abgebrochen. Andere Firmen haben sich nicht auf die Gespräche vorbereitet, haben Desinteresse am bewerber gezeigt. Am schlimmstens verkommen ist allerdings die Vorstellung der Entlohnung. Wovon soll ich leben, bei 6,50 - 8,15 € Stundenlohn? Wie soll die Wirtschaft von innen heraus wieder selbst erstarken bei diesen Entlohnungen?? Und glauben Sie nicht, dass die Arbeitsagenturen eine Hilfe sind. Diese sind vollkommen überfordert, sind mit der Selbstverwaltung beschäftigt, haben keinen Überblick über das was am Markt passiert.
Es geht in beide Richtungen.
Auch ist es regelrecht grotesk dass die beispiellosen Zugewinne an Produktivität durch die Einführung der iT und weltweiten Arbeitsteilung nicht nur nicht zu Kaufkraftzugewinnen für die Arbeitnehmer geführt hat sondern, im Gegenteil, diese makroökonomische massive Wohlstandsmehrung am Durchschnittsbürger vorbei ging. Dies trifft unter dem Strich deutlich stärker als ein möglicherweise an mancher Stelle zu großer Wohlfahrtsstaat. Nicht zuletzt in den absoluten Summen um die es dabei geht.
Wenn man sich anschaut dass die bundesrepublik nahezu alle Außenhandelsüberschüsse als einer der größten Kapitalexporteure der Welt auch gleich wieder in die Welt verteilt - und großteils im Zuge der aktuellen Krise verlor! - dann ist dies ein Teil der Antwort und dass dem politisch nicht entgegengesteuert wird ist ein deutlich größeres Problem als Mißbrauch von Sozialleistungen.
Und wenn mir zb ein Arbeitgeber sagt er könne keinen Lohn zahlen von dem seine Arbeitnehmer wenigstens gerade so "existieren" können so dass dieser "ergänzendes Hartz 4" beantragen muss dann sage ich a) hat dieses Unternehmen kein nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten tragfähiges Geschäftsmodell! Wir sind hier nicht in der Planwirtschaft! und b) ist dies natürlich ein Abwärtskreislauf aus Steuermindereinnahmen, sinkender Massenkaufkraft, sinkenden Margen und Spardruck in der Wirtschaft, die Sozialsysteme werden von Unternehmen somit nicht minder "mißbraucht" (zumindest moralisch! Nicht alles was "legal" ist ist auch redlich).
Auch ist "Hartz 4" nicht einfach nur eine Existenzsicherung, es hat durch "Zuverdienstmögichkeiten", "1 Euro Jobs", "Aufstockung" und dergleichen Auswirkungen die weit tiefer gehen als die alte Sozialhilfe und die alte Arbeitslosenhilfe die in der Tat nichts als eine finanzielle Existenzsicherung waren.
Hallo Hr. Hoppelmann,
ich stimme ihnen bei dem Verhalten mancher Arbeitgeber zu. Allerdings können sie sich mal das Argument auch durchdenken: Sie sind seit 24 Monaten ohne Arbeit. Sie kommen also nicht zurück auf den Markt. Sie beziehen Geld, dass eine Küchenhilfe im Altenheim oder die Krankenschwester für sie aufbringt. Sind sie denn konsequent indem sie verharren? Dann gehen sie halt für 8.15 Euro arbeiten. Das ist immerhin besser als Miete und 359 Euro. Und im Lebenslauf tut sich das besser als arbeitslos zu sein. Niemand sagt, dass sie die Arbeit für immer ausüben sollen. Aber sie müssen ja nicht mit Arbeitslosigkeit die Zeit bis sie eine Arbeit verrichten, die sie gerne tun, ausffüllen, das geht auch mit einer Hilfstätigkeit. Andere machen das auch. bewerben sie sich dann aus dem Job heraus, sie haben dann bessere Karten und der Steuerzahler (also auch sie in Zukunft) hat auch was von.
Die ach so tolle Wirtschaft verlagerte Hunderttausende von
enfachen
Jobs nach Osteuropa und Asien ,exportiert diese Waren aber
wieder nach Europa und brachten den Niedriglohnsektor auf die Schiene. Ein gigantische Wertschöpfung.
Dies war//ist von der Politik /Wirtschaft/ gewollt
Diese Hundertausende Menschen
leben aber immer noch in Deutschland und landen in hartz iV.
Was können harzt iv betroffenen denn dafür ,das perverse
Arbeitgeber und Steuerschmarotzer von CDU/CSU, FDP die ja auch von der Schleckermitarbeiterin alimentiert werden mit deren Steuergeldern sich strikt gegen vernünftig hohe Mindeslöhne sträuben?
Höhere Löhne im Niedriglohnbreich müssen her-dann hört
diese dumme polemische Neiddebatte gegen die ja so super alimentierten hartz iV
Empfänger auf.
Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...
Kommentare zu: Wenn Faulheit sich lohnt
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