Haushaltshilfenvermittlung: Geplantes Putzfrauen-Portal der Bundesregierung stößt auf Kritik

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Es herrscht ein Kampf um die Vermittlung von Haushaltshilfen. Jetzt möchte sich auch noch das Bundesfamilienministerium einschalten. Das stößt auf Kritik.

von Oliver Voß

In der WirtschaftsWoche kritisiert der Chef des privaten Internet-Anbieters "Helpling" den Plan des Bundesfamilienministeriums, eine Internet-Plattform zur Vermittlung von Haushaltshilfen aufzubauen.

Der Plan des Bundesfamilienministeriums, eine Internet-Plattform zur Vermittlung von Haushaltshilfen aufzubauen, stößt auf heftige Kritik der etablierten privaten Konkurrenz. „Private Anbieter mit einem staatlichen Konkurrenzangebot zu verdrängen, ist der falsche Ansatz. Ich glaube nicht, dass der Staat der bessere Internet-Unternehmer ist“, kritisierte Benedikt Franke, Chef des Internet-Portals Helpling, einem im März gestarteten privaten Anbieter solcher Maklerdienste, in der WirtschaftsWoche. Die Online-Initiative der Regierung, die Schwarzarbeit eindämmen und berufstätige Eltern entlasten will, kann laut WirtschaftsWoche frühestens im kommenden Jahr starten. Die privaten Angebote laufen bereits. „Wir sind dabei, das Problem der Schwarzarbeit zu lösen“, sagte Franke. Das Putzfrauen-Start-up vermittelt nur legale Reinigungskräfte.

Helping gehört zu Rocket Internet, der Firmenschmiede von Marc, Oliver und Alexander Samwer. Das Portal ging Ende März online und vermittelt  derzeit Putzfrauen in 14 deutschen Großstädten. In der vergangenen Woche starteten Ableger in Österreich, Frankreich, Schweden und Holland.

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Das Berliner Start-up Cleanagents offeriert ebenfalls seit bald einem Jahr solch eine Plattform, einen weiteren Wettbewerber haben zwei Gründer des Internet-Unternehmens Lieferheld unter dem Namen „Book a Tiger“ gestartet. Zudem ist seit Kurzem die von Google und anderen Investoren mit 38 Millionen Dollar finanzierte US-Plattform Homejoy in Deutschland aktiv. „Eine aus Steuermitteln finanzierte, bundeseigene Plattform würde hier in einen gerade wachsenden Markt eingreifen“, kritisiert Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom.

„Es geht nicht darum, die Start-ups vom Markt zu drängen“, beschwichtigt das Ministerium. Stattdessen will es auch Kooperationen ausloten. Wie diese aussehen könnten, ist allerdings noch unklar. Derzeit stimmt sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) mit dem Arbeitsministerium über das weitere Vorgehen ab.

„Wir sind für eine Zusammenarbeit offen“, sagt Helpling-Chef Franke. Zweifel an einer staatlichen Plattform hegt er trotzdem: „Ich fürchte die Komplexität eines solchen Projekts wird unterschätzt.“ Der Staat solle daher lieber die Rahmenbedingungen anpassen. So könnte die steuerliche Absetzbarkeit der Putzfrauen von derzeit 20 Prozent auf 30 oder 50 Prozent wie in Frankreich oder Schweden erhöht werden. Auch der Verwaltungsaufwand könne reduziert werden. Franke: „Wenn der Staat die steuerlichen Anreize verbessert und das mit einer großen Kampagne kommuniziert, wäre das Geld besser investiert.“

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