Bild: APEstland
Estland machte 2011 keine Schulden, sondern generierte sogar einen Überschuss von 164 Millionen Euro beziehungsweise einem Prozent des BIPs. Der Schuldenstand des Staates belief sich damit auf geradezu lächerliche 965 Millionen Euro. Mit der neu eingeführten Luftverkehrsabgabe hätte Estland seine Staatsschulden komplett begleichen können. Die Summe, die Finanzminister Wolfgang Schäuble durch die Ticketsteuer einnahm, entspricht dem kompletten Haushaltsdefizit des Landes.
Bild: dapdFinnland
Die Finnen waren 2011 sehr sparsam und nahmen nur 0,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts an Schulden auf. Macht eine Milliarde neuer Schulden. Genauso viel ließ das soziale Netzwerk sich den Foto-Dienst Instagram kosten.
Bild: dpaLuxemburg
Der kleinste Flächenstaat der Welt hat 2011 nur 0,6 Prozent des BIPs an neuen Schulden aufgenommen. In Euro macht das putzige 253 Millionen Euro. Genauso hoch wie Luxemburgs Neuverschuldung war das operative Ergebnis der VW-Tochter MAN im ersten Quartal 2012.
Bild: dpaDeutschland
Die Deutschen haben 25,8 Milliarden Euro an neuen Schulden aufgenommen, das sind rund ein Prozent des BIPs. Zum Vergleich: Das Verkehrministerium hat 2012 einen Etat von 25,9 Milliarden Euro zur Verfügung.
Bild: APMalta
In Europas kleinstem Mitgliedsstaat Malta ist die Neuverschuldung ähnlich niedrig wie die der Luxemburger. 2,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts nahmen die Malteser 2011 an neuen Schulden auf. Das entspricht 174 Millionen Euro. Genauso viel Geld benutzt die Stadt Potsdam für die Sanierung von Schulen und Kitas - allerdings verteilt auf einen Zeitraum von sechs Jahren.
Bild: dpaÖsterreich
Österreich hat vergangenes Jahr rund sieben Milliarden Euro neue Schulden aufgehäuft, das entspricht 2,6 Prozent des BIP. Das ist etwas mehr, als das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) 2012 zur Verfügung hat. Der Etat Niebels beträgt nur 6,4 Milliarden.
Bild: dpaBelgien
Etwas höher fiel die Neuverschuldung Belgiens aus: Rund 13 Milliarden (3,7 Prozent des BIPs) nahm das Land im letzten Jahr neu auf. Etwas mehr Geld verwaltet das deutsche Gesundheitsministerium 2012: Der Bundeshaushalt stellt dem Ministerium für seine Belange rund 14,5 Milliarden Euro zur Verfügung.
Bild: dpaItalien
In Italien ist die Schuldenlast schon deutlich höher. Insgesamt beliefen sich die Schulden des Landes 2011 auf 1,897 Billionen Euro, die Neuverschuldung betrug im letzten Jahr 62,4 Milliarden Euro oder 3,9 Prozent des BIP. Ebenfalls 62,4 Milliarden Euro möchte der VW-Aufsichtsrat zwischen 2012 und 2016 für neue Investitionen ausgeben.
Bild: dpaPortugal
In Portugal betrug die Neuverschuldung vergangenes Jahr 4,2 Prozent des BIP, macht also rund 7,3 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Ministerin Kristina Schröder darf 2012 für das Familienministerium 6,8 Milliarden Euro ausgeben.
Bild: dapdNiederlande
Die Niederländer nahmen rund 28 Milliarden Schulden auf, das entspricht 4,7 Prozent des BIP. Zum Vergleich: 28 Milliarden Euro schwer war auch das zweite Hilfspaket für Griechenland, das der IWF im März 2012 abnickte.
Estland
Estland machte 2011 keine Schulden, sondern generierte sogar einen Überschuss von 164 Millionen Euro beziehungsweise einem Prozent des BIPs. Der Schuldenstand des Staates belief sich damit auf geradezu lächerliche 965 Millionen Euro. Mit der neu eingeführten Luftverkehrsabgabe hätte Estland seine Staatsschulden komplett begleichen können. Die Summe, die Finanzminister Wolfgang Schäuble durch die Ticketsteuer einnahm, entspricht dem kompletten Haushaltsdefizit des Landes.
Die Neuverschuldung des Bundes soll nach dem Willen der Haushaltspolitiker der schwarz-gelben Koalition bereits im Jahr 2014 auf Null sinken. Dieses Ziel sei Konsens der Haushälter von Union und FDP, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Barthle, der „Rheinischen Post“ laut Vorabbericht. „Wir wollen, wenn es irgend geht, bei der Neuverschuldung 2014 auf Null kommen.“ Dies sei im Wahljahr 2013 ein sehr positives Signal für die Union, fügte Barthle hinzu.
Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner lehnte im „Handelsblatt“ erneut das Betreuungsgeld ab und verwies dabei auf die Haushaltslage: „Die CSU will die Koalition zwingen, mit Geld, das wir nicht haben, eine neue Sozialleistung einzuführen, die niemand will.“ Der Bayern-Wahlkampf dürfe nicht im Bundeshaushalt geführt werden.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) strebt in seiner mittelfristigen Finanzplanung bisher an, das Defizit erst 2016 auf Null zu bringen. Der Haushalt soll dann erstmals seit 40 Jahren ausgeglichen sein und erste Überschüsse erwirtschaftet werden, um den Abbau des Schuldenbergs beginnen zu können.
Für 2014 sieht Schäuble der Zeitung zufolge eine Neuverschuldung von 13,1 Milliarden Euro vor, für 2013 sind 18,8 Milliarden vorgesehen. Hintergrund der Forderungen sind auch die sich abzeichnenden Rekordsteuereinnahmen. So wollen die Haushaltsexperten der Koalition die für 2013 geplante Neuverschuldung in den Parlamentsberatungen noch drücken. Otto Fricke von der FDP nannte das Ziel von maximal 15 Milliarden Euro.
Die Haushaltspolitiker der Regierungsfraktionen kommen am Mittwoch und Donnerstag in Berlin zu Klausurtagungen zusammen.
















