Hessen: Schwarz-Grün wird zur Gefahr für den Flughafen Frankfurt

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Hessen: Schwarz-Grün wird zur Gefahr für den Flughafen Frankfurt

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Schwarz-Grün gefährdet den Frankfurter Flughafen.

von Mark Fehr

Union und Grüne wollen Hessen regieren. Für den wichtigen Frankfurter Flughafen sind das keine guten Nachrichten. Der Airport droht im internationalen Wettbewerb zurückzufallen.

"Good Day, USA", lautet der verheißungsvolle Taufname der nagelneuen Lufthansa-Frachtmaschine, die Mitte November vom Frankfurter Flughafen zum Erstflug nach New York abhob. Doch der Freude der Lufthanseaten über ihren neuen 270-Millionen-Dollar-Flieger folgte schnell Katerstimmung. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat als Zuckerl für die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen sogleich Kompromisse zulasten des Flughafens in Aussicht gestellt.

Der CDU-Mann soll die Union zu den Grünen hin öffnen. Seit die SPD im Bund ein künftiges Zusammengehen mit der Linken nicht mehr ausschließt, ist ein mögliches Bündnis mit den Grünen auch auf Bundesebene eine wichtige Machtoption für die Unions-Vorsitzende Angela Merkel. Da hat der Flughafen eben Pech. Eine Ausweitung des Nachtflugverbots ist nun ziemlich sicher, der geplante Neubau des dringend nötigen dritten Terminals am Rhein-Main-Airport dagegen reichlich ungewiss.

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Lufthansa-Chef Christoph Franz protestierte gemeinsam mit Verdi-Chef (und Grünen-Mitglied) Frank Bsirske. Auch die Pilotengewerkschaft Cockpit warnt vor einer Schwächung der deutschen Luftfahrt. Der Flughafen operiert ohnehin schon am Limit – trotz der 2011 in Betrieb genommenen neuen Landebahn. Denn seither gilt ein strenges Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr. „Schwarz-Grün wird den Rhein-Main-Airport in einen Schönwetterflughafen verwandeln“, sagt ein hochrangiger Vertreter der deutschen Luftfahrtindustrie. Das heißt: Sobald Nebel, Sturm und Streiks den Flugplan durcheinanderwirbeln oder bei Ferienbeginn Passagiere in Massen anstürmen, bricht der Betrieb regelmäßig zusammen. Das immer enger gezogene Zeitfenster, in dem Maschinen starten und landen dürfen, lässt keine Möglichkeiten mehr, Verspätungen aufzufangen. Schadenfroh werben Konkurrenten der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens damit, bei ihnen würden die Passagiere nicht stranden.

Infografik Deutschlands größte Flughäfen

Passagier- und Frachtaufkommen, Starts und Landungen sowie Nachtflugverbote auf Deutschlands größten Flughäfen.

Infografik: Deutschlands größte Flughäfen

Die Fluggesellschaften, allen voran die Lufthansa, haben auch in den Randstunden des Nachflugverbots Verbindungen gestrichen. Zu groß ist die Gefahr, bei nur geringfügigen Verspätungen gar nicht mehr abheben zu dürfen. Ein profitabler Flugbetrieb ist in Nähe der Flugverbotszeit nicht mehr möglich. Denn wenn mehrere Hundert Passagiere eines am Boden gebliebenen Jumbojets über Nacht auf Kosten der Lufthansa oder einer anderen Airline im Hotel übernachten müssen, ist schnell mal der wöchentliche Gewinn der betroffenen Flugverbindung weg.

Hessens Grüne unter Führung von Tarek Al-Wazir haben im Landtagswahlkampf gefordert, das Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr auszuweiten. Als Kompromiss der Koalitionsverhandlungen mit der CDU könnten auch einzelne Bahnen während der Randstunden von 22 bis 23 Uhr und 5 bis 6 Uhr gesperrt werden. Bei Hessens Unternehmerschaft und Managern gilt Al-Wazir als besonnen, aber konsequent. Das heißt im Klartext: Ihm und seiner Wählerklientel liegen Lärmschutz näher als Wirtschaftswachstum und Standortpolitik.

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