Hochqualifizierte Ausländer: Weniger Hürden sind der Wirtschaft nicht genug

Hochqualifizierte Ausländer: Weniger Hürden sind der Wirtschaft nicht genug

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Die Bundesregierung hat die Hürden, eine Arbeitsstelle in Deutschland zu bekommen, für hochqualifizierte Facharbeiter gesenkt.

von Miguel Zamorano

Wer gut ausgebildet und Ausländer war, der musste bisweilen ein Einstiegsgehalt von 66.000 Euro erhalten – um dauerhaft in Deutschland leben zu können. Die Bundesregierung hat diese Hürden jetzt abgesenkt. Ein fauler Kompromiss, findet die Wirtschaft.

Darauf hat die deutsche Industrie schon seit langem gewartet: Hoch qualifizierte Ausländer werden künftig weniger Hürden haben, um in Deutschland leichter eine Arbeitstelle zu bekommen. Darauf hat sich die Regierungskoalition von Union und FDP geeinigt. Demnach müssen die ausländischen Arbeitssuchenden im neuen Job mehr als 44.800 Euro jährlich verdienen. Bislang waren es noch 66.000 Euro, die ein Nicht-EU-Ausländer bei Arbeitsantritt in bekommen musste, um dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen.

Bei Berufe, bei denen es besonders viele freie Stellen gibt, soll die Verdienstschwelle bei 34.900 Euro liegen. Zu diesen Berufen zählen Humanmediziner, Ingenieure, sowie Naturwissenschaftler und Techniker.

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Sechs Monate Einreise-Visum, um Arbeit zu suchen

Diese geplanten Regelungen sind Teil der Einführung einer neuen „Blue Card“, mit der die Bundesregierung entsprechende EU-Richtlinie umsetzt.

Wer künftig eine „Blue Card“ hat, bekommt nach drei Jahren eine Niederlassungserlaubnis, also einen unbefristeten Aufenthaltstitel, soweit der Arbeitsvertrag fortbesteht. Wer gute Deutschkenntnisse nachweisen kann, bekommt die Niederlassungserlaubnis bereits nach zwei Jahren. Zudem ist die Einführung eines Visums eigens zur Arbeitsplatzsuche geplant, die Hochqualifizierten die Einreise bis zu sechs Monate in Deutschland gestattet.

Voraussetzung sind ein Hochschulabschluss und eine eigenständige Lebensunterhaltssicherung. Die Bundesregierung will diese Regelung aber zunächst auf drei Jahre befristen und dann bewerten, ob sie sich bewährt hat.

"Ein fauler Kompromiss"

Gehen die neuen Maßnahmen in die richtige Richtung, um mehr Arbeitskräfte nach Deutschland zu locken? Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Hans Heinrich Driftmann, ist nicht überzeugt. „Es ist ein fauler Kompromiss“, sagte er der WirschaftsWoche Online. Die Koalition habe ursprünglich zugesagt, die Grenzen für eine sofortige dauerhafte Niederlassungserlaubnis von derzeit 66.000 Euro auf 48.000 Euro abzusenken. Doch diese Zwischenstufen fallen nun weg.

„Die Bundesregierung hat nicht nur nicht das eingehalten, sondern sie schafft die Form eines sofortigen Daueraufenthaltstitels komplett ab“, so Driftmann. Stattdessen können kluge Köpfe zunächst nur befristet kommen. „Ein falsches Signal. Das macht auch die richtige Einführung der Blue Card sowie die seit langem versprochenen Erleichterungen für ausländische Studierende und Absolventen deutscher Hochschulen komplett wett", sagte der Präsident der DIHK.

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