Hochqualifizierte: Exklusiv-Studie: Warum immer mehr Deutsche auswandern

Hochqualifizierte: Exklusiv-Studie: Warum immer mehr Deutsche auswandern

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Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Bonn: Die Berater vermitteln Arbeitsplätze in aller Welt - oft auch an Auswanderer.

Immer mehr Fach- und Führungskräfte wandern aus Deutschland ab. Eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, zeigt erstmals, warum hoch Qualifizierte der Heimat den Rücken kehren.

Immer mehr Fach- und Führungskräfte wandern aus Deutschland ab. Eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, zeigt erstmals, warum hoch Qualifizierte der Heimat den Rücken kehren. Demnach erhofften sich 68 Prozent der Befragten von ihrem Wechsel ins Ausland bessere Berufs- und Einkommensperspektiven. 38,1 Prozent gaben an, dass auch die hohe Steuer- und Abgabenlast ein Grund dafür war, das Land zu verlassen, 31 Prozent störten sich an der Bürokratie. Fehlende Toleranz und Gestaltungsfreiheit war für 25,4 Prozent mit ein Grund, Deutschland zu verlassen. Die Prognos-Forscher haben 1410 im Ausland arbeitende deutsche Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft befragt.

Damit bestätigt die Studie, was Experten befürchten. Die hoch Qualifizierten wandern nicht nur aus Karrieregründen ab. Auch hohe Steuern und Abgaben sowie zu viel Bürokratie fließen in die Entscheidung mit ein, Deutschland zu verlassen. Der Osnabrücker Migrationsforscher Klaus Bade erklärt dies mit einer zunehmenden Proteststimmung in der Mittelschicht. „Der radikale Schritt des Auswanderns wird auch wegen unseres Steuersystems und der Bevormundungsbürokratie erstmals zu einer ernsthaften Alternative“, sagte Bade der WirtschaftsWoche. Die Prognos-Studie belegt diesen Zusammenhang. Je höher das Einkommen der Befragten ist, desto wichtiger wird für sie das Auswandermotiv der hohen Steuerlast.

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47 Prozent wollen nicht mehr zurück

Wenn die hoch Qualifizierten erst einmal ausgewandert sind und die Integration in der Fremde gelungen ist, wollen 47 Prozent der Befragten nicht mehr zurück. Immerhin 46 Prozent geben an, dass sie sich eine Rückkehr vorstellen können, sieben Prozent planen diese konkret. Das wichtigste Rückkehrmotiv ist rein privater Natur: 34,3 Prozent der Auswanderer gaben an, dass die Situation von Familie und Freunden ausschlaggebend sind, nach Deutschland zurück zu kommen.

Insgesamt hat sich die Zahl deutscher Auswanderer in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Allein im vergangenen Jahr meldeten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 161 000 Staatsbürger aus Deutschland ab. 2001 waren es noch knapp 110 000 Deutsche. Die tatsächliche Zahl der deutschen Auswanderer könnte nach Schätzungen von Forschern sogar um ein Drittel höher sein, weil die Statistik nur diejenigen erfasst, die sich ordnungsgemäß abmelden. Die meisten Deutschen zieht es in die Schweiz und in die USA.

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