Höcke vs. Meuthen: AfD streitet über NPD-nahen Landesverband

Höcke vs. Meuthen: AfD streitet über NPD-nahen Landesverband

, aktualisiert 29. März 2016, 12:40 Uhr
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Der AfD-Bundesvorstand hatte den Landesverband im Saarland vor einigen Tagen aufgelöst - jetzt gibt es parteiinterne Kritik an der Entscheidung.

von Dietmar NeuererQuelle:Handelsblatt Online

In der AfD ist ein Streit über den NPD-nahen saarländischen Landesverband entbrannt. Der Thüringer Landeschef Höcke kritisiert den Beschluss der Parteispitze, den Verband aufzulösen und löst damit großen Unmut aus.

BerlinDer Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, hat die Kritik des Thüringer Landeschefs Björn Höcke an der Entscheidung zur Auflösung des saarländischen Landesverbandes zurückgewiesen. „Wir wissen als Bundesvorstand schon, warum und auf Basis welcher konkreten Vorgänge wir in diesem Fall so handeln“, sagte Meuthen der „Thüringer Allgemeinen“.

Höcke hatte auf der Facebook-Seite seiner Plattform „Der Flügel“ mitgeteilt: „Eine Partei, die einen Landesverband auflöst, scheint mir den Kinderschuhen doch noch nicht ganz entwachsen zu sein.“ Inzwischen wurde der Post offenkundig wieder gelöscht.

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Der Bundesvorstand hatte den Landesverband im Saarland vor einigen Tagen aufgelöst. Die Entscheidung muss jedoch noch von einem Bundesparteitag bestätigt werden. Zuvor hatte das Magazin „Stern“ über enge Verbindungen der dortigen Landespitze zur NPD berichtet.

Höckes Thüringer Co-Vorsitzender Stefan Möller wollte sich der Kritik an der AfD-Spitze nicht anschließen. „Ich gehe davon aus, dass der Bundesvorstand seine Entscheidung nicht leichtfertig getroffen hat“, sagte er der Zeitung. Er wisse nicht, auf welche zusätzlichen Informationen sich sein Amtskollege möglicherweise beziehe.


„Sachlich falsche und für die gesamte Partei gefährliche Aussage“

Gegen Höcke selbst waren schon mehrfach Vorwürfe laut geworden, dass er sich nur halbherzig von der rechtsradikalen Partei abgrenze. So hatte er der „Thüringer Allgemeinen“ vor einem knappen Jahr gesagt, dass er nicht jedes NPD-Mitglied als extremistisch einschätze. Daraufhin strengte der damalige Bundesvorsitzende Bernd Lucke ein Parteiausschlussverfahren gegen den Landeschef an, das allerdings später wieder eingestellt wurde.

Zudem wird Höcke immer wieder mit Artikeln in Verbindung gebracht, die vor Jahren in Thüringer NPD-Publikationen unter Pseudonym erschienen. Der Landesvorsitzende streitet seine Autorenschaft jedoch ab.

Scharfe Kritik an Höcke äußerte der saarländische AfD-Politiker Mirko Welsch. „Ein Bundesverband löst den Landesverband nicht aus Spaß auf. Ich wünsche mir von Björn Höcke mehr Ernsthaftigkeit. Oder unterstützt er etwa Kontakte zu NPD, FBU & Co.?“, erklärte Welsch, der auch Bundessprecher der Homosexuellen in der AfD ist,  auf der Facebook-Seite von Höckes rechter Bewegung „Der Flügel“.

Auch Olaf Vieweg, der aus Protest gegen den amtierenden Saar-AfD-Chef Dörr bereits im Januar als Landesgeschäftsführer zurückgetreten war, ging hart mit Höcke ins Gericht. „Erstmal vor Ort schlau machen hätte eine so sachlich falsche und für die gesamte Partei gefährliche Aussage verhindern können“, schreibt Vieweg auf der „Flügel“-Facebook-Seite. Und Welsch ergänzt: „Warum ruft Björn Höcke nicht mal bei Olaf Vieweg an?“

Meuthen versuchte derweil, den Konflikt möglichst tief zu hängen. Dass die Entscheidung zur Auflösung des Landesverbandes „auch kritische Kommentierungen“ auslösen werde, sei von vornherein klar gewesen, sagte er der Zeitung. Er sehe daher in Höckes Verlautbarung „keine dramatische Äußerung“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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