ThemaBanken

alles zum Thema

Hohe Risiken für Steuerzahler: KfW könnte zum Druckmittel werden

Hohe Risiken für Steuerzahler: KfW wird zur Krake in der Krise

« 2 / 5 »

KfW könnte zum Druckmittel werden

Risikoreich gezockt und verloren

Vermögensverluste von rund 150 Millionen Euro musste die Bayerische Landesstiftung, die gemeinnützige Zwecke auf kulturellem und sozialem Gebiet verfolgt, von 2007 bis jetzt hinnehmen - als Folgen der Finanzkrise. Trotz entsprechender Warnungen des Bayerischen Obersten Rechnungshofs in seinen Jahresberichten 1996 und 2005, das Vermögen wegen des hohen Verlustrisikos nicht konzentriert in Aktien eines einzigen Unternehmens (UniCredit) anzulegen, hatte man die UniCredit-Aktien nicht rechtzeitig verkauft. Das Ergebnis: Eine Wertminderung in Millionenhöhe. „Angesichts eines Stiftungsvermögens von rund 800 Millionen Euro sollte man entsprechende Lehren aus den erlittenen Verlusten ziehen und Anlagemanagement und Vermögensverwaltung künftig professioneller gestalten“, plädiert der Bund deutscher Steuerzahler (BdSt) im aktuellen Schwarzbuch.

Quelle: Schwarzbuch 2012 des Bunds deutscher Steuerzahler (BdSt)

Bild: BdSt

"Brüssel wird sich schon bald wieder für die KfW interessieren", prognostiziert ein auf den öffentlichen Banksektor spezialisierter Anwalt aus Berlin. Ein hochrangiger Frankfurter Banker vermutet sogar, dass die Zustimmung Deutschlands zu weiteren europäischen Rettungspaketen auch dadurch erzwungen werden könnte, dass Brüssel mit einem Wettbewerbsverfahren gegen die KfW droht. Deren Chef Schröder nimmt das durchaus ernst: "Wir dürfen uns nicht angreifbar machen und müssen jederzeit nachweisen können, dass wir uns wettbewerbsgerecht und nicht in Konkurrenz zu anderen Banken verhalten." Nur weil Großbritannien und Frankreich Investitionsbanken nach deutschem Vorbild aufbauen wollen und auch Griechenland und Spanien damit liebäugeln, das Modell zu importieren, wird Brüssel die Bank nicht dauerhaft in Ruhe lassen.

Denn die KfW hat gegenüber privaten Banken einen entscheidenden Vorteil: Da die Bundesrepublik für ihre Verbindlichkeiten garantiert, gilt sie als sicherste Bank der Welt. Kein anderes Geldhaus kann sich deshalb so günstig Kapital besorgen wie sie. Zinsen auf Anleihen der KfW sind fast so niedrig wie bei Bundesanleihen. Für die kommerziellen Banken hingegen ist es deutlich teurer, sich am Markt Geld zu borgen, und der Abstand ist in der Krise noch deutlich größer geworden. Lag er einst bei 0,15 Prozent, sind es aktuell 1,5 Prozent.

Schröder will das Geld vor Volksbeglückungsmaßnahmen retten

Natürlich ist das eine Momentaufnahme. Sollte sich die Schuldenkrise in Europa entspannen, dürften auch die Gewinne der KfW schmelzen. Sollte die Krise eskalieren und Deutschland seinen Status als sicherer Hafen verlieren, würde das auch die Staatsbank mit nach unten ziehen. Das jedoch hält die Politiker nicht davon ab, ihr immer neue Aufgaben aufzuhalsen. Der Druck ist derart gewachsen, dass Schröder schon überlegen muss, wie er seine Gewinne vor der sofortigen Verwendung für neue Volksbeglückungsmaßnahmen schützen kann.

Die KfW, dein Freund und Helfer
Die KfW, dein Freund und Helfer. Wen und was die KfW fördert

Seine Bank muss immer häufiger den Ausputzer für die Politik spielen. Mit den strengeren Eigenkapitalvorschriften wird die Kreditvergabe für andere Banken immer unattraktiver. "Das Geschäftsmodell der Sparkassen und Volksbanken ist mit der neuen Regulierung tot", sagt ein früherer Top-Manager einer Förderbank. "Die KfW wird die einzige Bank sein, die mittelständische Unternehmen langfristig finanzieren kann."

KfW-Reflex besteht fort

Als Nothelfer sprang die KfW zuletzt in der Krise 2009 ein. Nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers fürchteten deutsche Unternehmen, dass sie kaum noch an frisches Geld kommen würden. Um das zu verhindern, beauftragte die Bundesregierung die KfW mit einem Sonderprogramm. Der "Wirtschaftsfonds Deutschland" sollte bedürftigen Firmen mit Krediten und Bürgschaften beistehen.

Anzeige

Das Programm ist Ende 2010 ausgelaufen. Doch der Reflex, in Krisensituationen die KfW anzurufen, besteht fort. Als die Commerzbank vor einigen Wochen ankündigte, keine Schiffe mehr zu finanzieren, forderten norddeutsche Politiker umgehend, die Staatsbank müsse in die Bresche springen. Selbst bei der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker forderte der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid, die KfW möge bitte mit 70 Millionen Euro eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten finanzieren.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.09.2012, 08:59 Uhrwulff

    Deutschlands dümmste Bank ist durch politische Führungspersonen zum Dummie geworden.
    Nachdem die dilettantischen, politischen Versager überversorgt in den unverdienten Ruhestand abgeschoben wurden, macht nun offenbar das neue Management das, was eine Bank machen sollte:

    Finanzierung und Förderung aussichtsreicher Projekte.

    Wenn das neue Management die Hände vom kriminellen Investment-Banking läßt, sehe ich nicht, warum man sie dafür kritisieren müßte.

  • 22.09.2012, 11:02 UhrGeschichte-wiederholt-sich

    Fannie mae und Freddie mac ik hör euch tapsen...

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Chinesen-Plage in Hongkong
Chinesen-Plage in Hongkong

Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.