KfW könnte zum Druckmittel werden
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Risikoreich gezockt und verloren
Vermögensverluste von rund 150 Millionen Euro musste die Bayerische Landesstiftung, die gemeinnützige Zwecke auf kulturellem und sozialem Gebiet verfolgt, von 2007 bis jetzt hinnehmen - als Folgen der Finanzkrise. Trotz entsprechender Warnungen des Bayerischen Obersten Rechnungshofs in seinen Jahresberichten 1996 und 2005, das Vermögen wegen des hohen Verlustrisikos nicht konzentriert in Aktien eines einzigen Unternehmens (UniCredit) anzulegen, hatte man die UniCredit-Aktien nicht rechtzeitig verkauft. Das Ergebnis: Eine Wertminderung in Millionenhöhe. „Angesichts eines Stiftungsvermögens von rund 800 Millionen Euro sollte man entsprechende Lehren aus den erlittenen Verlusten ziehen und Anlagemanagement und Vermögensverwaltung künftig professioneller gestalten“, plädiert der Bund deutscher Steuerzahler (BdSt) im aktuellen Schwarzbuch.
Quelle: Schwarzbuch 2012 des Bunds deutscher Steuerzahler (BdSt)
Bild: BdStTeurer Alleingang
Auch die Stadt Landsberg am Lech verzockte Steuergelder bei äußerst riskanten finanziellen Transaktionen – ohne Wissen der Verantwortlichen. Das Geld ging bei Finanzderivatgeschäften verloren, die der örtliche Kämmerer eigenmächtig im Auftrag seiner Stadt getätigt hatte. Das Jonglieren mit den hoch risikobehafteten Finanzprodukten blieb nicht ohne Folgen: Die Stadt Landsberg am Lech verlor bisher rund 3,3 Millionen Euro. Der Landsberger Stadtrat hatte den Derivatgeschäften, die gegen Kommunalrecht verstoßen, nicht zugestimmt, weil sie ihm ebenso wenig vorgelegt wurden wie dem Oberbürgermeister. Gegen den Kämmerer, der sich damit über gewisse Regeln hinweggesetzte, wird strafrechtlich ermittelt. Der Stadt bleibt das finanzielle Desaster. „Gespannt dürfen die Steuerzahler jedenfalls sein, ob es ihrer Stadt gelingen wird, die verlorenen Millionen von dem beratenden Bankhaus im Rahmen eines Zivilprozesses zurückzuholen“, so der BdSt.
- Bild: BdSt
Die selbstspülende Toilette
Wie ein unentdeckter Defekt an einer Elektronik Unkosten auslösen kann, zeigte sich bei der Stadt Schwentinental in Schleswig-Holstein. Die öffentliche Toilettenanlage des Raisdorfer Bahnhofs wird seit 1990 von den Stadtwerken betreut. Bislang eine gute Sache. Eine öffentliche Toilettenanlage für die Bahnfahrer und veranschlagte monatliche Kosten von 300 bis 400 Euro. Jahrelang lief alles gut bis unter anderem durch Vandalismus die Verantwortlichen den Überblick über die Kosten verloren. 2009 schnellte plötzlich der Wasserverbrauch in die Höhe: Statt - wie in den Vorjahren – einen Verbrauch von 400.000 Litern gab es 2009 eine Rechnung über eine Millionen Liter, was aber niemandem zunächst auffiel. Erst die unglaubliche Rechnung von 3,7 Millionen Litern Wasserverbrauch im Jahr 2010 ließ die Alarmglocken im Rathaus schrillen. Einen Fehler an der Anlage selbst konnte eine Fachfirma aber nicht finden, bis sich schließlich herausstellte, dass ein kaputter Bewegungsmelder verantwortlich war für die unfassbare Rechnung: Er löste auch dann die Spülung aus, wenn niemand im Raum war.
Bild: dpaBruchlandung in Berlin
Die Steuergeldverschwendung, die den Deutschen auch ohne Fertigstellung jetzt schon klar ist, taucht Schwarzbuch 2012 auf: „Auch wenn noch gar nicht sämtliche Kosten auf dem Tisch liegen, steht bereits fest, dass die Steuerzahler tief in die Tasche greifen müssen, um die Mehrkosten des Flughafenbaus zu finanzieren“, schreibt der BdSt. Das Flughafendebakel sei ein „Manifest von Fehlplanungen, Missmanagement, unvollständigen Bauunterlagen und Kostenüberschreitungen, umrahmt mit politischem Versagen seitens des Aufsichtsrats“. Der BdSt rechnet mit vermeidbaren Mehrkosten von mehr als einer Milliarde Euro, die zusätzlich finanziert werden müsse.
Bild: BdStLand unter in der Erlebniswelt
Einem anderen viel angepriesenen, wenn auch weniger bekannten, Projekt droht jetzt der finanzielle Untergang: Der Erlebnispark „Sturmflutenwelt Blanker Hans“ wurde 2006 eröffnet. Rund 7,7 Millionen Euro waren in die Idee geflossen, Touristen und Tagesgästen in einer Erlebniswelt die Urgewalten des Meeres näherzubringen. Gutachter waren in ihren Prognosen von jährlich 200.000 Besuchern ausgegangen. Diese Zahlen erwiesen sich als vollkommene Illusion, denn die Besucher wurden von Jahr zu Jahr weniger: Waren es 2006 noch 111.000 Besucher, kamen ein Jahr später nur noch 74.000 und 2011 75.000 Gäste. Das Ergebnis: erhebliche Betriebsverluste für die Betreiberin, die Kur- und Tourismus-Service Büsum. So wies deren Jahresabschluss 2010 einen Verlust von rund 1,7 Millionen Euro auf, für 2011 rund 1,5 Millionen. Jetzt soll als Sparmaßnahme ausgerechnet die Hauptattraktion, eine rund 1,5 Millionen Euro teure Sturmflutenbahn, verkauft werden. Dabei bleibt noch offen, ob die Europäische Union in diesem Fall Anteile der von ihr geleisteten 3,3 Millionen Euro Fördermittel zurückfordern wird. „Wieder einmal bestätigt sich, dass in Gutachten allzu gerne utopische Besucherzahlen vorhergesagt werden. Die Zeche zahlt am Ende der Steuerzahler“, so der Kommentar des BdSt.
Bild: dapdInstandsetzung läuft aus dem Ruder
Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ gilt als Stolz der Marine. Neben der Ausbildung des Offiziersnachwuchses hat der weiße Dreimaster auch bei vielen Hafenbesuchen im In- und Ausland Deutschland prestigeträchtig vertreten. Neben tragischen Vorfällen erweist sich das Schiff nun auch finanziell als Problemfall: Anfang 2010 wurde es auf einer Werft in Elsfleth generalüberholt. Nach Rückkehr in den Heimathafen Kiel war dann Ende 2011 eine Instandsetzung des Unterwasseranstrichs vorgesehen. Dabei entdeckten Werftarbeiter mit bloßem Auge massive Rostschäden am Rumpf. Die notwendigen Reparaturarbeiten wurden vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt erneut die Werft in Elsfleth. Die Marine rechnete mit Kosten von rund einer Million Euro. Diese Reparaturarbeiten sind nun wohl weitgehend abgeschlossen, ihre Kosten haben sich aber mittlerweile auf fast 10 Millionen Euro summiert. „Die entscheidende Frage, wie ein 2010 grundüberholtes Schiff bereits Ende 2011 so massive Rumpfschäden aufweisen kann, konnten die Verantwortlichen bis heute nicht überzeugend beantworten“, so der BdSt.
Bild: BdStDas nutzlose Parkdeck
Eine unnötige Investition kreidet der BdSt in Seligenstadt am Main an, wo man „unbedingt die Mittel aus dem Konjunkturprogramm II ausschöpfen wollte“, so der Schwarzbuch-Bericht. Um mehr Parkraum zu schaffen, baute man am Altstadtrand ein Parkdeck mit 150 Stellplätzen. Kosten: 285.000 Euro für das Grundstück, der Abriss des alten Gebäudes für 27.000 Euro und über 690.000 Euro an Baukosten. Wirklich Gewinn macht die Stadt jetzt allerdings nicht mit dem Projekt, denn das Parken kostet für einen ganzen Tag nur einen. Der Grund für die geringe Gebühr: Laut dem BdSt gibt es in der näheren Umgebung genug Parkplätze, die teilweise sogar kostenlos sind. Mit diesen geringen Einnahmen und laufenden Unterhaltskosten (2011 waren es über 17.500 Euro) ist das Parkdeck ein eindeutiges Verlustgeschäft für die Stadt.

Teure Korrekturen am Eingangsbereich
„Erst gründlich nachdenken, dann handeln – das kann viel Geld sparen“, kommentiert der Bund deutscher Steuerzahler ein Bauprojekt der Stadt Gütersloh. Dort sorgte bei der Erweiterung des Rathauses der Bau des neuen Eingangsbereichs für vermeidbare Mehrkosten. Geplant wurde ein Podest vor der Tür, das über eine Rampe und über eine Treppe erreicht werden konnte. Während die Rampe in enger Absprache mit Rollstuhlfahrern und Sehbehinderten gestaltet wurde und ganz deren Anforderungen entsprach, erwies sich die Treppe bald als Gefahrenquelle – insbesondere für ältere Menschen. Das Ergebnis: Das vorhandene Pflaster wurde vollständig aufgenommen und der Boden rund um die Eingangstür aufgeschüttet, sodass nun weder eine Rampe noch eine Treppe erforderlich waren. „Schade, dass die ‚intensiven Überlegungen‘ nicht von Anfang an gemacht worden waren“, kommentiert der BdST. Die Zusatzkosten für die Nachbesserungen lagen am Ende bei 29.000 Euro.
Bild: BdStDer teure Fahrradzähler
Die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ rückt im Schwarzbuch 2012 ebenfalls in den Fokus des BdSts. Mit dieser Auszeichnung werden Städte und Kommunen geehrt, die sich um eine vorbildliche Radverkehrsförderung verdient gemacht haben. Zuletzt waren das Freiburg, Karlsruhe und Offenburg. Neben der öffentlichen Erwähnung gab es auch einen „hochwertigen Preis“, wie der BdSt das Ministerium zitiert. Für etwa 20.000 Euro gab es für alle drei Preisträger einen Fahrradzähler – eine 2,50 Meter hohe Säule, die die Zahl der Radler misst. Der Gewinn mag eine schöne Idee sein, hat aber einige Nachteile: Erstens noch etwa 6.000 Euro Kosten für die Stadt für die Installation und eine gewisse Nutzlosigkeit als Verkehrszähler, denn es werden nur die Fahrräder erfasst, die an der Säule vorbei fahren. „ Damit muss bezweifelt werden, ob diese Zählung wirklich notwendig ist“, so der BdSt und die Frage bleibt zu klären, ob eine Urkunde für das Bürgermeisterbüro nicht ausgereicht hätte.
Bild: BdStDas unattraktive Spielgerät
Spielgeräte für Kinder können in einer Fußgängerzone durchaus beliebt sein, wenn sie denn auch den Zweck als solche Erfüllen. In der Stadt Fulda wurde aber über die Anschaffung von fünf Holzhunden bereits im Voraus diskutiert. Ein Künstler hatte sie entworfen. Das Ergebnis laut des BdST: modern, abstrakt und unpraktisch, denn die „kantigen Holzklötze“ am Universitätsplatz, von denen mittlerweile zwei stehen, entsprechen nicht dem Kindergeschmack. Da sie nicht wackeln, sondern fest stehen, interessiert sich kaum ein Kind für die Kunstwerke, die 13.500 Euro gekostet haben. Trotzdem sollen die restlichen Hunde auch noch kommen, die „Spielgeräte“ sind nämlich bereits gekauft. Die Stadt Fulda meint, dass dann die Attraktivität des Hunderudels steigen würde. Der Bund deutscher Steuerzahler bezweifelt das.
Risikoreich gezockt und verloren
Vermögensverluste von rund 150 Millionen Euro musste die Bayerische Landesstiftung, die gemeinnützige Zwecke auf kulturellem und sozialem Gebiet verfolgt, von 2007 bis jetzt hinnehmen - als Folgen der Finanzkrise. Trotz entsprechender Warnungen des Bayerischen Obersten Rechnungshofs in seinen Jahresberichten 1996 und 2005, das Vermögen wegen des hohen Verlustrisikos nicht konzentriert in Aktien eines einzigen Unternehmens (UniCredit) anzulegen, hatte man die UniCredit-Aktien nicht rechtzeitig verkauft. Das Ergebnis: Eine Wertminderung in Millionenhöhe. „Angesichts eines Stiftungsvermögens von rund 800 Millionen Euro sollte man entsprechende Lehren aus den erlittenen Verlusten ziehen und Anlagemanagement und Vermögensverwaltung künftig professioneller gestalten“, plädiert der Bund deutscher Steuerzahler (BdSt) im aktuellen Schwarzbuch.
Quelle: Schwarzbuch 2012 des Bunds deutscher Steuerzahler (BdSt)
"Brüssel wird sich schon bald wieder für die KfW interessieren", prognostiziert ein auf den öffentlichen Banksektor spezialisierter Anwalt aus Berlin. Ein hochrangiger Frankfurter Banker vermutet sogar, dass die Zustimmung Deutschlands zu weiteren europäischen Rettungspaketen auch dadurch erzwungen werden könnte, dass Brüssel mit einem Wettbewerbsverfahren gegen die KfW droht. Deren Chef Schröder nimmt das durchaus ernst: "Wir dürfen uns nicht angreifbar machen und müssen jederzeit nachweisen können, dass wir uns wettbewerbsgerecht und nicht in Konkurrenz zu anderen Banken verhalten." Nur weil Großbritannien und Frankreich Investitionsbanken nach deutschem Vorbild aufbauen wollen und auch Griechenland und Spanien damit liebäugeln, das Modell zu importieren, wird Brüssel die Bank nicht dauerhaft in Ruhe lassen.
Denn die KfW hat gegenüber privaten Banken einen entscheidenden Vorteil: Da die Bundesrepublik für ihre Verbindlichkeiten garantiert, gilt sie als sicherste Bank der Welt. Kein anderes Geldhaus kann sich deshalb so günstig Kapital besorgen wie sie. Zinsen auf Anleihen der KfW sind fast so niedrig wie bei Bundesanleihen. Für die kommerziellen Banken hingegen ist es deutlich teurer, sich am Markt Geld zu borgen, und der Abstand ist in der Krise noch deutlich größer geworden. Lag er einst bei 0,15 Prozent, sind es aktuell 1,5 Prozent.
Schröder will das Geld vor Volksbeglückungsmaßnahmen retten
Natürlich ist das eine Momentaufnahme. Sollte sich die Schuldenkrise in Europa entspannen, dürften auch die Gewinne der KfW schmelzen. Sollte die Krise eskalieren und Deutschland seinen Status als sicherer Hafen verlieren, würde das auch die Staatsbank mit nach unten ziehen. Das jedoch hält die Politiker nicht davon ab, ihr immer neue Aufgaben aufzuhalsen. Der Druck ist derart gewachsen, dass Schröder schon überlegen muss, wie er seine Gewinne vor der sofortigen Verwendung für neue Volksbeglückungsmaßnahmen schützen kann.

Seine Bank muss immer häufiger den Ausputzer für die Politik spielen. Mit den strengeren Eigenkapitalvorschriften wird die Kreditvergabe für andere Banken immer unattraktiver. "Das Geschäftsmodell der Sparkassen und Volksbanken ist mit der neuen Regulierung tot", sagt ein früherer Top-Manager einer Förderbank. "Die KfW wird die einzige Bank sein, die mittelständische Unternehmen langfristig finanzieren kann."
KfW-Reflex besteht fort
Als Nothelfer sprang die KfW zuletzt in der Krise 2009 ein. Nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers fürchteten deutsche Unternehmen, dass sie kaum noch an frisches Geld kommen würden. Um das zu verhindern, beauftragte die Bundesregierung die KfW mit einem Sonderprogramm. Der "Wirtschaftsfonds Deutschland" sollte bedürftigen Firmen mit Krediten und Bürgschaften beistehen.
Das Programm ist Ende 2010 ausgelaufen. Doch der Reflex, in Krisensituationen die KfW anzurufen, besteht fort. Als die Commerzbank vor einigen Wochen ankündigte, keine Schiffe mehr zu finanzieren, forderten norddeutsche Politiker umgehend, die Staatsbank müsse in die Bresche springen. Selbst bei der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker forderte der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid, die KfW möge bitte mit 70 Millionen Euro eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten finanzieren.
















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Alle Kommentare lesen24.09.2012, 08:59 UhrRegistrierter Benutzer:wulff
Deutschlands dümmste Bank ist durch politische Führungspersonen zum Dummie geworden.
Nachdem die dilettantischen, politischen Versager überversorgt in den unverdienten Ruhestand abgeschoben wurden, macht nun offenbar das neue Management das, was eine Bank machen sollte:
Finanzierung und Förderung aussichtsreicher Projekte.
Wenn das neue Management die Hände vom kriminellen Investment-Banking läßt, sehe ich nicht, warum man sie dafür kritisieren müßte.
22.09.2012, 11:02 UhrAnonymer Benutzer:Geschichte-wiederholt-sich
Fannie mae und Freddie mac ik hör euch tapsen...