Hohes Einsparpotenzial : Arzneimittelausgaben steigen rasant

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Hohes Einsparpotenzial : Arzneimittelausgaben steigen rasant

Neue Medikamente halten nicht immer, was sie versprechen. Deshalb bekommen Hersteller dafür nur bei echten Zusatznutzen mehr Geld. Die Einsparungen sind aber bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Allen Sparbemühungen zum Trotz sind die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2013 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Für Medikamente gaben die Kassen 32,1 Milliarden Euro aus, rund eine Milliarde Euro oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem jüngsten Arzneiverordnungs-Report hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. „Die Arzneimittelpreise in Deutschland sind nach wie vor zu hoch“, sagte der Herausgeber und Pharmakologe Ulrich Schwabe.

Für 2014 rechnen die Experten mit einem beschleunigten Anstieg. Bereits im ersten Halbjahr seien die Arzneimittelausgaben um 9,1 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro geklettert. Hauptgrund sei die Senkung des Herstellerabschlages für patentgeschützte Medikamente. Dadurch komme auf die GKV ein weiterer Kostenschub von etwa einer Milliarde Euro zu. „Die von uns berechneten Einsparpotenziale sind nicht kleiner geworden, sondern vor allem bei den Patentarzneimitteln weiter gestiegen“, betonte Schwabe. Diese lägen bei rund zwei Milliarden Euro.

Gegriffen hätten allerdings Überprüfungen neuer Arzneimittel mit dem Ziel, dass nur Mittel mit wirklichem Zusatznutzen auch mehr kosten dürfen. Die Preise neuer Medikamente würden nun 4,6 Prozent niedriger liegen als in Frankreich. 2013 habe die gesetzliche Krankenversicherung dadurch schon 150 Millionen Euro gespart, für das laufende Jahr sei mindestens mit der doppelten Summe zu rechnen. Ein patentgeschütztes Arzneimittel kostet im Durchschnitt zehn Mal so viel wie ein Nachahmerprodukt (Generikum).

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält beim Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) Veränderungen für notwendig, um mit der Entwicklung auf dem Pharmamarkt Schritt zu halten. Als Beispiel nannte er die zunehmende Verbreitung biologischer Wirkstoffe, die schwerer zu prüfen seien und eine kürzere Laufzeit hätten. „Das AMNOG ist dafür nicht schnell genug“, sagte Lauterbach. Der jährliche Arzneiverordnungs-Report erscheint seit 1985. Für die aktuelle Ausgabe wurden 819 Millionen Verordnungen vom Wissenschaftlichen Institut der AOK ausgewertet.

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