Hotelmitarbeiter werden vernommen: Wulff-Prozess: Die ersten Zeugen sagen aus

Hotelmitarbeiter werden vernommen: Wulff-Prozess: Die ersten Zeugen sagen aus

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Christian Wulff wartet im Gerichtssaal auf den Beginn des zweiten Prozesstags. Es sollen erste Zeugen vernommen werden.

Der Korruptionsprozess gegen Christian Wulff geht in die nächste Runde. Hotelmitarbeiter des „Bayerischen Hofs“ sagten als erste Zeugen aus, konnten aber noch kaum Licht ins Dunkel bringen.

Im Korruptionsprozess vor dem Landgericht Hannover gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff haben am Donnerstag die ersten beiden Zeugen ausgesagt. Es wurden Mitarbeiter des Hotels vernommen, in dem Wulff und seine Ehefrau Bettina 2008 wohnten. Der Empfangschef des „Bayerischen Hofs“ berichtete, es habe beim Aufenthalt der Wulffs während des Oktoberfestbesuchs 2008 ein kostenloses Zimmer-Upgrade gegeben. „Natürlich auch, weil es Herr Wulff war, das ist ja klar“, sagte der 48-Jährige. Ein weiterer Zeuge, der Assistent der Geschäftsführung des Hotels, sagte, er selbst habe keinen direkten Kontakt zur Familie Wulff gehabt.

Detailliert versuchte das Gericht zu klären, wer das Hotelzimmer der Wulffs wann zu welchem Preis buchte und was später tatsächlich abgerechnet wurde. Dies blieb jedoch auch nach den Aussagen der Hotelmitarbeiter insgesamt unklar. Insgesamt sind im Prozess 46 Zeugen geladen, darunter auch einige Prominente.

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Christian Wulff kämpft in dem Prozess, der vergangenen Donnerstag startete, für einen Freispruch auf ganzer Linie. Zu Beginn des Korruptionsprozesses hatte der 54-Jährige seine Unschuld beteuert: „Ich bin mir ganz sicher, dass ich auch den allerletzten Vorwurf ausräumen werde, weil ich mich immer korrekt verhalten habe im Amt.“ Rund anderthalb Jahre nach seinem Rücktritt als Staatsoberhaupt muss Wulff sich wegen Vorteilsannahme verantworten - ein bislang einmaliger Vorgang in Deutschland. Er warf der Justiz unfaire Ermittlungsmethoden vor.

Prozess Christian Wulffs riskanter Gegenschlag

Der Ex-Bundespräsident Christian Wulff will die volle Rehabilitation von den Korruptionsvorwürfen, die ihn vor knapp zwei Jahren sein Amt kosteten. Er geht damit ein zweifaches Risiko ein.

Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Wulff, sich 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident korrupt verhalten zu haben, als er sich von dem Filmproduzenten David Groenewold zu einem Besuch beim Oktoberfest einladen ließ. Konkret geht es um eine Summe von rund 720 Euro, die der Unternehmer für Wulff und seine Frau Bettina bezahlte. Der Ex-Bundespräsident betonte im Prozess, er habe erst Anfang 2012 erfahren, dass Groenewold für ihn diese Kosten übernommen habe.

Wulff unterstrich beim Prozessauftakt vergangene Woche in einer 45-minütigen Erklärung seine enge private Nähe zu Groenewold. „David Groenewold ist mein Freund“, betonte er. Der 40-jährige Unternehmer ist mit angeklagt, ihm wird Vorteilsgewährung vorgeworfen. Wulff betonte außerdem, dass er in seinen Ämtern stets auf eine strikte Trennung zwischen Berufs- und Privatleben geachtet habe. Gleichzeitig kritisierte er die extreme Verletzung seiner Privatsphäre. „Die persönlichen Schäden, die meine Familie und ich erlitten haben, werden bleiben. Wahrscheinlich ein Leben lang“, sagte Wulff.

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