HSH Nordbank: Schleswig-Holsteins Finanzminister Wiegard zunehmend unter Druck

HSH Nordbank: Schleswig-Holsteins Finanzminister Wiegard zunehmend unter Druck

Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki prophezeit Finanzminister Rainer Wiegard wegen der Krise der HSH Nordbank das Karriereende.

Der schleswig-holsteinische Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) gerät zunehmend unter Druck. „Er ist offenkundig mit der Sachlage heillos überfordert“, sagt der FDP-Fraktionschef des Landes, Wolfgang Kubicki, mit Bezug auf die Krise der HSH Nordbank. Er gehe davon aus, dass „Finanzminister Wiegard das Ende des Jahres in seiner jetzigen Funktion nicht mehr erlebt“. Kubicki teilt die Einschätzung des zurückgetretenen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Werner Marnette (CDU), wonach die jüngst genehmigte Eigenkapitalspritze für die HSH im laufenden Jahr nicht ausreichen werde. „Ich gehe davon aus, dass die HSH bis Jahresende noch einmal denselben Kapitalbedarf haben wird.“ Die HSH hatte erst vor Kurzem von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein eine Finanzspritze in Höhe von drei Milliarden Euro und Garantien in Höhe von weiteren zehn Milliarden erhalten. Kubicki kritisiert die Intransparenz des Instituts mit seinen ausländischen Töchtern. „In Luxemburg und London liegen noch Bomben, von denen wir gar nichts ahnen.“ Bei Luxemburger Töchtern der HSH sind strukturierte Wertpapiere in Höhe von rund 22 Milliarden Euro deponiert, die in den nächsten Jahren abgebaut werden sollen. Experten fürchten, dass hier weitere hohe Abschreibungen drohen. Als kritisch gilt auch das Schiffsfinanzierungsgeschäft der HSH. Zwar ist die Risikovorsorge mit einem Prozent des Kreditvolumens historisch betrachtet hoch. Patrick Rioual, Analyst bei der Ratingagentur Fitch, hält die Annahmen dennoch „für optimistisch“.

Die Krise im HSH-Kerngeschäft werde bis 2010 anhalten. Als Finanzier sei sie hier sehr großem Risiko ausgesetzt.

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