Ifo-Index: Finanzkrise sorgt für miese Stimmung unter Geschäftsleuten

Ifo-Index: Finanzkrise sorgt für miese Stimmung unter Geschäftsleuten

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Laut ifo trübt sich die Wirtschaftsstimmung ein

Die Euro-Rekordjagd und die Finanzkrise haben der Stimmung in deutschen Firmen so stark zugesetzt wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sackte im April auf 102,4 Zähler von 104,8 Punkten im März ab, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte.

Damit trübte sich die Stimmung erstmals seit Dezember wieder ein. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 104,3 Punkte gerechnet. Das Ifo-Institut sprach von einem Warnsignal: „Nach dem Zwischenhoch zu Jahresanfang sprechen die neuen Umfrageergebnisse für einen langsamere Gangart der Konjunktur“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der unerwartet schwache Ifo-Index setzte auch den deutschen Aktienmarkt weiter unter Druck. Der Dax baute seine Verluste aus. Der Euro sackte unter 1,58 Dollar, nachdem er am Dienstag noch die 1,60er-Marke geknackt hatte.

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Nach dem unerwartet guten Start ins Jahr rechnen die meisten Experten damit, dass sich die Konjunktur im Frühjahr merklich abschwächt und im Laufe des Jahres weiter an Fahrt verliert. „Die negativen Kräfte aus einem hohen Ölpreis und Euro sowie der Finanzkrise beginnen zu wirken“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger im Reuters-Interview.

Zukunftsperspektiven eingetrübt

Dafür spricht auch, dass die 7000 Unternehmen in der Umfrage sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als im März beurteilen: Der Index für die Lage fiel um rund 3 auf 108,4 Punkte und damit stärker als erwartet. Der Index für die Aussichten im kommenden halben Jahr rutschte auf 96,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit August 2005. Vor allem im Einzel- und Großhandel habe sich die Stimmung deutlich eingetrübt, hieß es.

Manche Experten warnen jedoch davor, die Ifo-Daten allzu negativ zu sehen. „Ich würde den Rückgang des Ifo-Index heute nicht überdramatisieren. Er liegt nämlich nach wie vor auf hohem Niveau und für die deutsche Wirtschaft bedeutet das, dass sie weiter robust läuft, allerdings nehmen die Sorgen zu“, sagte Thorsten Polleit von Barclays Capital.

Für das Auslandsgeschäft sind die Firmen laut Ifo-Umfrage trotz des starken Euro weiter optimistisch. Auch werden in den kommenden Monaten voraussichtlich wieder unter dem Strich mehr Stellen geschaffen. Allerdings wird der Jobaufbau wohl nicht mehr so kräftig ausfallen wie bisher.

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