IG Metall: Fünf Millionen Überschuss

IG Metall: Fünf Millionen Überschuss

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ARCHIV - Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung der Salzgitter AG arbeitet in Salzgitter auf dem Gelände der Salzgitter AG vor einem angestochenen Hochofen (Archivfoto vom 10.12.2008). Die IG Metall geht mit einer Forderung nach sechs Prozent höheren Einkommen in die bevorstehende Stahl- Tarifrunde. Darauf einigte sich die Tarifkommission der Gewerkschaft am Freitag (27.08.2010) im westfälischen Sprockhövel. Foto: Peter Steffen dpa/lni (zu dpa 0482 vom 27.08.2010) (c) dpa - Bildfunk

Auf ihrem Gewerkschaftstag präsentiert sich die IG Metall finanziell saniert und politisch kraftstrotzend. 2012 will die Gewerkschaft nun auch das Handwerk ins Visier nehmen.

Am Anfang steht ein grobes Foul unter Kollegen.  Ausgerechnet an dem Tag, an dem rund 500 Delegierte  in Karlsruhe den 22. Gewerkschaftstag der IG Metall eröffnen, bestreikt Verdi den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. Die IG Metall-Führung hatte vergeblich versucht, die lieben Kollegen zu einer Verschiebung ihrer Warnstreiks zu bewegen. Jetzt muss die IG Metall für einen fünfstelligen Betrag private Busse anmieten, um ihre Leute ins gut acht Kilometer enfernte Messezentrum zu karren.

Die Gewerkschaft kann es sich allerdings leisten. Denn anders als bei Verdi steigen bei den Metallern 2011 die Mitgliederzahlen und damit auch die Einnahmen wieder. Unter dem Beifall der Delegierten verkündet Chefkassierer Bertin Eichler in dem in blutrotes Licht getauchten Messesaal  „die höchsten Beitragseinnahmen der Geschichte der IG Metall“ - rund 457 Millionen Euro.

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Unter dem Strich erwartet Eichler 2011 ein Plus von fünf Millionen Euro, die traditionelle Rückstellung von 15 Prozent (etwa für den  Streikfonds) ist davon bereits abgezogen. Eichler: „Die IG Metall ist uneingeschränkt handlungsfähig und jederzeit kampf- und streikfähig.“ In den Vorjahren hatte die IG Metall nach Rückstellungen stets rote Zahlen präsentieren müssen. 2010 waren es knapp 1,6 Millionen Euro, 2009 sogar 6,2 Millionen Miese.

Finanzielle Zuschüsse für lernschwache Azubis

Politisch bereitet sich die IG Metall derweil auf die schwierige Tarifrunde 2012 vor. Im Dezember soll es erste interne Abstimmungen geben, im Februar dann gibt die Gewerkschaft ihre Forderung bekannt. Dabei wird es nicht nur ums Geld gehen, die Gewerkschaft will auch tarifliche Regelungen für eine unbefristete Übernahme von Auszubildenen durchsetzen und die Zeitarbeit in der Metallindustrie zurückdrängen. „Wir werden diese Auseinandersetzung zuspitzen“, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber auf dem Gewerkschaftstag.

Möglicherweise sind die Arbeitgeber, genervt von Dauerbeschuss der Gewerkschaft, hier zu Zugeständnissen bereit, wenn die IG Metall ihre aggressiven Kampagnen auslaufen lässt und sich bei den Lohnprozenten etwas bescheidet. Dem Vernehmen nach könnte es auch finanzielle Zuschüsse der Arbeitgeber zur Förderung lernschwacher Azubis geben.

Für das kommende Jahr kündigt IG-Metall-Vize Detlef Wetzel  bereits die nächste  Kampagne an - diesmal soll das Handwerk ins Visier genommen werden. Außer im Kfz-Gewerbe ist dort der Organisationsgrad der Gewerkschaft mikroskopisch klein. Vor allem über die Initiierung neuer  Betriebsräte will die IG Metall dort nun einen Fuß in die Tür bekommen.

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