IG-Metall : IG-Metall-Chef Huber bietet längere Laufzeiten und Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich an

IG-Metall : IG-Metall-Chef Huber bietet längere Laufzeiten und Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich an

Bild vergrößern

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber (M) verfolgt am Donnerstag (06.11.2008) in Köln mit dem Betriebsratsvorsitzenden von Ford, Dieter Hinkelmann (r), eine IG-Metall-Kundgebung. Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat IG-Metall-Chef Bertold Huber von den Arbeitgebern ein deutlich verbessertes Angebot gefordert und zugleich mit Streik gedroht.

Kurz vor den entscheidenden Tarifverhandlungen am kommenden Dienstag in Baden-Württemberg signalisiert IG-Metall-Chef Berthold Huber Entgegenkommen und bietet den Arbeitgebern in der Metall- und Elektroindustrie längere Laufzeiten für einen Tarifvertrag an.

Wenn die Lohnzahl stimmt, „hätte die IG Metall kein Problem damit „über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen“, sagte Huber in einem Interview der Wirtschaftswoche. Huber weiter: „Ich verstehe, dass die Betriebe Planungssicherheit brauchen“.

Der IG-Metall-Chef beharrt zwar auf der bisherigen 8-Prozent-Forderung der IG Metall, räumt aber ein, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, seitdem die IG Metall diese Forderung beschlossen habe.

Anzeige

Der Tarifabschluss werde daher „Atmungsmöglichkeiten“ enthalten. Unternehmen, die im Zuge der Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten, bietet er betriebliche Sonderlösungen an.

Die IG Metall sei „unter bestimmten Voraussetzungen zu einzelbetrieblichen Abweichungen“ vomFlächentarif bereit. Huber: „Denkbar sind zum Beispiel temporäre Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich.“

Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 2,1 Prozent für 2009 ist laut Huber „ein Witz“. Er setzt den Arbeitgebern daher ein Ultimatum: „Sollte es bei diesem Angebot bleiben, müssen wir am Dienstag gar nicht mehr weiterreden.“ Kommt es am Dienstag zu keiner Einigung, werde der IG-Metall-Vorstand am Mittwoch das Scheitern der Verhandlungen beschließen und am Donnerstag die Urabstimmung einleiten. Huber: „Am darauffolgenden Montag beginnt dann der Arbeitskampf.“

IG Metall kündigt härteren Kurs in den Aufsichtsräten an

IG Metall-Chef Bertold Huber hat bei der Frage der Managergehälter eine härtere Gangart der Gewerkschaft in den Aufsichtsräten angekündigt und Kritik an Gewerkschaftskollegen in den Aufsichtsgremien geübt.

„Ich gestehe, dass ich manche Entscheidungen, die Gewerkschafter in den Aufsichtsräten mitgetragen haben, nicht nachvollziehen kann – gerade in jüngster Zeit“, sagt Huber im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Wir werden künftig in den Aufsichtsräten anders auftreten und öfter Nein sagen müssen. Exorbitante Gehaltssteigerungen der Vorstände dürfen von unseren Leuten nicht mehr einfach durchgewunken werden“.

Künftig sei eine „stärkere Langfristorientierung“ der Managergehälter nötig. Huber in der WirtschaftsWoche: „Natürlich braucht ein Unternehmen Gewinne, und die Aktionäre müssen auch bedient werden. Aber das darf nicht zu Lasten von Jobs und Zukunftsperspektiven gehen“.

IG Metall wieder auf Wachstumskurs

Die Gewerkschaften zählen zu den Gewinnern der Finanzkrise. „Unsere Argumente und unsere Warnungen vor rücksichtslosem Shareholder-Kapitalismus werden mehr gehört als früher. Das Ansehen der Gewerkschaften steigt, das zeigen alle Umfragen“, sagte IG-Metall-Chef Bertold Huber in einem Interview der WirtschaftsWoche.

In diesem Jahr wird die IG Metall laut Huber rund 117 000 Neueintritte verzeichnen können, „darunter viele junge Menschen“. Die Zahl der Mitglieder in den Betrieben (also ohne Rentner und Arbeitslose) werde 2008 um über ein Prozent auf den höchsten Wert seit 15 Jahren steigen. Seit 2000 hatte die weltgrößte Gewerkschaft zuvor über 400 000 Mitglieder verloren und zählt aktuell nur noch rund 2,3 Millionen Mitglieder.

Eine Trendwende vollzieht sich in der IG Metall auch, was die parteipolitische Ausrichtung anbelangt: Es gibt keine mehr. Huber: „So wie vor der Agenda 2010 wird es nicht wieder sein. Es gibt keine privilegierte Partnerschaft mit der SPD mehr – auch weil wir nun ein Fünfparteiensystem haben.“ Die IG Metall sei als Einheitsgewerkschaft verpflichtet, „mit allen demokratischen Parteien zu reden. Und das tun wir auch.“

Zwar sei die Gewerkschaft mit dem neuen SPD-Vorsitzenden Müntefering bei Themen wie Tarifautonomie, Mitbestimmung oder Mindestlohn „auf einer Wellenlänge“. Eine Wahlempfehlung für die SPD werde es aber nicht geben. Huber: „Auch nicht für eine andere Partei.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%