IG Metall: SPD-Pläne zu Managergehältern ändern in der Praxis wenig

IG Metall: SPD-Pläne zu Managergehältern ändern in der Praxis wenig

, aktualisiert 25. Februar 2017, 16:49 Uhr
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Die IG Metall äußert Kritik an der Vorgehensweise der SPD in Sachen Managergehältern.

Quelle:Handelsblatt Online

Die SPD will den Steuerbonus bei hohen Managergehältern per Gesetz begrenzen. Die IG Metall ist skeptisch. „Das ist symbolisch wichtig, wird aber in der Praxis wenig ändern“, sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft.

BerlinDie IG Metall hält die SPD-Pläne zur Begrenzung von Managergehältern für ungeeignet. „Das ist symbolisch wichtig, wird aber in der Praxis wenig ändern“, sagte der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Die Unternehmen werden weiter so viel bezahlen wie bislang. Es wird nur teurer für sie, weil sie die Ausgaben nicht mehr von der Steuer absetzen können.“

Die SPD will nach ihren am Mittwoch präsentierten Plänen den Steuerbonus bei hohen Managergehältern per Gesetz begrenzen. Die Sozialdemokraten legten am Mittwoch einen Gesetzentwurf vor, den sie aber ohne den Koalitionspartner CDU/CSU nicht umsetzen können. Nach dem von der SPD-Bundestagsfraktion erarbeiteten Gesetzesvorschlag soll bei Aktiengesellschaften die steuerliche Absetzbarkeit der gesamten Vergütung eines Vorstandsmitglieds auf 500.000 Euro begrenzt werden. Zudem soll der Aufsichtsrat eine „Höchstgrenze“ für das Verhältnis zwischen Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers im Unternehmen festlegen.

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In diese Richtung argumentiert auch Hofmann: „In den Aufsichtsräten sollten auch Zielgrößen festgelegt werden, wie das Verhältnis von Vorstandsvergütungen zum Durchschnittsgehalt der Beschäftigten sein soll“, sagte der IG-Metall-Chef. „Und die Vergütung sollte sich nicht mehr, sondern weniger an Kapitalwert und Rendite orientieren.“ Zusätzlich plädierte Hofmann dafür, „den Aufsichtsräten gesetzlich mehr Möglichkeiten einzuräumen, nachträglich Boni zurückfordern zu können, wenn offensichtlich schlechte Leistungen erbracht wurden“.

Bei Volkswagen gilt derweil für die Top-Manager nach dem Abgasskandal und massiver öffentlicher Kritik künftig eine Obergrenze bei den Gehältern. Der Aufsichtsrat hatte am Freitag in Wolfsburg eine Reform des Vergütungssystems beschlossen. Der Vorstandschef soll demnach höchstens 10 Millionen Euro im Jahr verdienen, die anderen Vorständemaximal 5,5 Millionen Euro. Diese Maximal-Einkommen könnten aber nur bei einer „herausragenden Unternehmensentwicklung“ erreicht werden, hieß es. Neben den Obergrenzen sieht das neue System schärfere Kriterien für die variable Vergütung, darunter umstrittene Bonuszahlungen, vor.

Hohe Managergehälter bei Volkswagen hatten für viel Kritik gesorgt. Der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn kam 2011 auf ein Einkommen von rund 17,5 Millionen Euro. Dies lag vor allem an hohen Bonuszahlungen angesichts von hohen Gewinnen. Auch hohe Bonuszahlungen im vergangenen Jahr, trotz Abgasskandal, hatten Empörung ausgelöst. Auf die Frage, warum er als Mitglied des VW-Aufsichtsrates nicht versucht habe, hohe Boni für VW-Manager zu verhindern, sagte Hofmann: „Ich weiß, die Antwort ist nicht zufriedenstellend. Wir sind nach heutiger Rechtslage an die Verträge gebunden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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