IG Metall-Vorstand: Wer folgt Huber?

IG Metall-Vorstand: Wer folgt Huber?

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Berthold Huber, IG-Metall-Vorstand

von Bert Losse

Wer künftig in der IG-Metall-Spitze das Sagen hat – und wer sich als Führungsreserve warmläuft.

Heute wird es ernst für Berthold Huber. Die Begrüßungsreden sind gehalten, Klassenkampf-Veteran Hannes Wader, zuständig fürs Musikalische bei der Eröffnung des IG-Metall-Gewerkschaftstags, hat die Klampfe wieder eingepackt. Nun müssen die Delegierten in der Karlsruher Messehalle über rund 500 Anträge beraten, und einer davon ist besonders heikel: Auf Hubers Drängen hin will die IG Metall ihren Geschäftsführenden Bundesvorstand von sieben auf fünf Personen verkleinern – wofür auf dem Kongress eine Zweidrittelmehrheit nötig ist.

Geschasst werden sollen Wolfgang Rhode, 60, und Regina Görner, 61. Während der Abgang des in den vergangenen vier Jahren weitgehend unsichtbaren Rhode (zuständig für Handwerk und Wirtschaftspolitik) keine Proteststürme entfachen dürfte, sorgt die Demission von Görner intern für Unruhe. Die ehemalige saarländische Sozialministerin ist das einzige CDU-Mitglied im engsten Führungszirkel der IG Metall und steht für das Konzept der Einheitsgewerkschaft, das die Arbeitnehmerorganisation immer gern hochhält.

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Huber baut den Vorstand um

Für Huber ist der Vorstandsumbau eine wichtige Etappe auf seinem Weg, die überalterte Führungstruppe der IG Metall zu verjüngen. Es ist daher auch nicht sicher, dass der 61-Jährige komplette vier Jahre im Amt bleibt, wenn ihn der Gewerkschaftstag wie erwartet mit überwältigender Mehrheit wiederwählt. Angeblich plant die IG-Metall-Führung einen außerordentlichen Kongress in zwei Jahren, um die Führungsfragen der Nach-Huber-Ära zu regeln (was die IG Metall ebenso dementiert wie eine halbierte Huber-Amtszeit). Dann müsste das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied Helga Schwitzer, 60, wohl ausscheiden und Platz machen für Hubers Kronprinzen. Der heißt Oliver Burkhard, ist seit 2007 Chef des mitgliederstärksten IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen – und für IG-Metall-Verhältnisse mit 39 Jahren ein geradezu blutjunger Funktionär.

Burkhard ist ein undogmatischer Gewerkschaftsmanager ohne Blaumann-Aura. Der Betriebswirt trägt gern Krawatte und kann mit Klassenkampffolklore wenig anfangen; als ehemaliger Mitarbeiter des Statistischen Bundesamts aber viel mit der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In den vergangenen Tarifrunden hat er sich als zäher Verhandler profiliert. Burkhard, der von 2005 bis 2007 in der Frankfurter Zentrale als Leiter der tarifpolitischen Abteilung diente, gilt zusammen mit IG-Metall-Vize Detlef Wetzel als Wegbereiter der neuen Strategie, die Mitgliederwerbung über alles zu stellen.

Zäher Verhandler

Andere Bezirksfürsten fallen für den künftigen Spitzenjob aus unterschiedlichen Gründen aus. Der umtriebige Armin Schild, zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland, ist zwar tarifpolitisch versiert. Er hat aber den Makel, dass er – anders als Burkhard – in seinem zersplitterten Bezirk noch nie einen Pilotabschluss hinbekommen hat. Der bedächtige Jörg Hofmann aus Baden-Württemberg, ebenfalls ein erfahrener Tarifpolitiker, hat erkennbar keine Lust auf den Top-Job in der Zentrale.

Die möglichen Szenarien: Burkhard rückt zunächst 2013 als einfaches Mitglied in den Bundesvorstand auf und übernimmt zwei Jahre später den Vorsitz. Dies würde allerdings einen Bruch mit der IG-Metall-Tradition bedeuten, dass der Vize den Chef beerbt. Womöglich erhält daher in zwei Jahren Hubers Stellvertreter Wetzel übergangsweise das Zepter. Dass Burkhard spätestens 2015 an die Spitze der Gewerkschaft rückt, gilt als sicher.

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