Industrielle Revolution: Digitale Wirtschaft könnte Jugendarbeitslosigkeit senken

Industrielle Revolution: Digitale Wirtschaft könnte Jugendarbeitslosigkeit senken

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Es gibt die große Hoffnung, dass die digitale Wirtschaft auch hierzulande das „Zugpferd“ etwa bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit werden könnte.

Die Digitalisierung verändert radikal das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Deutschland hat das Potenzial etwa für die Bildung jedoch noch nicht wirklich erfasst, kritisiert die Netzexpertin Gesche Jost.

Von der Digitalisierung der Lebenswelt erhoffen sich Wirtschaft und Politik große Chancen für den Standort Deutschland. Doch Deutschland hinke bei der digitalen Entwicklung im europäischen Vergleich nach Einschätzung der Netzexpertin der Bundesregierung noch deutlich hinterher. Dabei gebe es die große Hoffnung, dass die digitale Wirtschaft auch hierzulande das „Zugpferd“ etwa bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit werden könne, sagte Gesche Joost (SPD). Die Ausbildung könne durch digitale Mittel viel besser ermöglicht werden.

Was macht die EU gegen Jugendarbeitslosigkeit?

  • EU-Fördergelder

    Für die sogenannte Jugendgarantie sind sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 einplant. Auf diese EU-Gelder können die Staaten zurückgreifen, um Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten zu einer Arbeit, einer Ausbildungsstelle oder einem Praktikum zu verhelfen. Die EU-Kommission setzt sich dafür ein, dass vorgesehene Fördergelder schneller zum Einsatz kommen und schon in den kommenden beiden Jahren verwendet werden. Allerdings steht die endgültige Einigung auf den Finanzrahmen 2014 bis 2020 der Union noch aus.

  • Europäische Investitionsbank

    Schon 2012 hatten die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen, das Kapital der Hausbank der EU um 10 Milliarden Euro aufzustocken, um sie schlagkräftiger zu machen. EIB-Präsident Werner Hoyer hat nun im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit eine Vorfinanzierung von EU-Initiativen angeboten. „Wir sollten überlegen, das vorzufinanzieren, um rasch Wirkung zu erzielen“, sagte Hoyer der „Welt am Sonntag“.

  • Kampf gegen Kreditklemme

    Die EU verstärkt ihren Kampf gegen die gefährliche Kreditklemme für Mittelständler in südeuropäischen Krisenländern. EU-Kommission und Europäische Investitionsbank (EIB) wollen dafür EU-Töpfe wie Regionalförderung und Forschungsrahmenprogramm mit Geldern der EIB kombinieren, um mehr Bürgschaften zu vergeben.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) betonte, Wirtschaft und Politik stünden in der Pflicht, die Bürger dort abzuholen, wo sie sich befänden. Es gebe viele Sorgen und Ängste, die ernst genommen werden müssten. So fürchteten viele Menschen, dass mit der digitalen Entwicklung ihre beruflichen Qualifikationen nichts mehr bedeuten könnten. Die Menschen müssten in die Entwicklung mit einbezogen werden.

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Internet-Botschafterin Jost verwies auf einen großen Fachkräftemangel in Deutschland. Entsprechende Ausbildungen auch an Schulen fehlten noch weitgehend. „In Großbritannien sind Programmierkenntnisse zum Beispiel in der Schule bereits ins Curriculum aufgenommen, hier stehen solche Angebote noch gar nicht wirklich auf dem Plan“, sagte die Designforscherin.

Wie es um die Jugend steht

  • Arbeitslos

    5,6 Millionen Europäer zwischen 15 und 24 Jahren sind momentan arbeitslos.

  • Lehre begonnen

    551.000 Azubis haben im letzten Jahr in Deutschland ihre Lehre angetreten.

  • Investitionen

    27 Milliarden Euro investiert die deutsche Wirtschaft jährlich in Ausbildung.

Der Branchenverband Bitkom hat in der Bevölkerung noch eine zum Teil ausgeprägte Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien in einer aktuellen Studie ermittelt. Es gebe eine ganze Reihe von Menschen, die sich mit den technologischen Entwicklungen schwertun, sagte Dieter Kempf, Präsident des Verbands. „Neue, disruptive Trends schrecken viele Menschen eher ab. Es gibt noch immer Leute, die allein der Gedanke an eine Gesundheitskarte krank macht.“

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Dennoch glauben 82 Prozent der Bundesbürger laut Studie, dass die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft so stark verändern wird, wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert. Immerhin 65 Prozent der Befragten seien überzeugt, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken berge. Die Branche müsse aber etwa Sicherheitsbedenken ernst nehmen und Lösungen finden. Die digitale Wirtschaft müsse es wachrütteln, wenn nur 50 Prozent der Bevölkerung die IT-Branche als vertrauenswürdig einstufe. In vielen Fällen müsse noch sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Auf dem Trendkongress des Bitkom diskutierte die Branche am Dienstag in Berlin die neuen Herausforderungen und Potenziale der Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle und das gesellschaftliche Zusammenleben.

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