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exklusiv Infopost: Finanzämter im Visier von Datenschützern

von Christian Schlesiger

Deutschlands Finanzbehörden droht Ärger mit Datenschützern. Sie vermuten ein Verstoß gegen das Steuergeheimnis, da Informationen mit der billigen Infopost versandt werden.

Briefkasten eines Finanzamtes Quelle: APN
Viele Finanzämter schicken den Steuerzahlern zurzeit die „Information über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug“ als Infopost-Sendung zu. Quelle: APN

„Wir vermuten einen Verstoß gegen das Steuergeheimnis“, sagte Michael Knaps, Sprecher des Landesbeauftragten für den Datenschutz in Niedersachsen, der WirtschaftsWoche. Viele Finanzämter schicken den Steuerzahlern zurzeit die „Information über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug“ als Infopost-Sendung zu. Infopost ist billiger als ein Standardbrief der Deutschen Post, wird von dieser aber als „adressierte Werbesendung“ behandelt, die geöffnet werden darf. „Um die Einhaltung der Inhaltsanforderungen zu überprüfen, behalten wir uns vor, verschlossene Sendungen stichprobenweise zu öffnen“, schreibt die Deutsche Post in ihrer Infopost-Broschüre.

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Die Schreiben der Finanzämter enthalten Informationen über Familienstand, Steuerklasse, Religion und Zahl der Kinder. Diese Angaben unterliegen dem Steuergeheimnis und müssen darum vor dem Zugriff Dritter geschützt werden. Niedersachsens oberster Datenschützer fordert deshalb in einem Brief das Landesfinanzministerium auf, es solle die Finanzämter anweisen, die Daten nicht weiter als Infopost zu versenden. Auch Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar lässt den Vorgang prüfen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.01.2013, 02:05 UhrMichael-Mao-Schulz

    Na ja, wenn unsere kompletten Datensätze an die GEZ weitergegeben werden dürfen (von Staatsvertrags wegen), und die GEZ ist allgemein kaum als Datenschutzrechtlich kompetente Stelle einzustufen, dann sollte es doch nicht weiter verwundern, wenn nun die Finanzämter ihrerseits "aus Gründen der Kosteneinsparung" zu einem weiteren Schlag gegen den Datenschutz ausholen. Mich wundert in diesem Land überhaupt nichts mehr, es wäre allerdings verwunderlich, wenn einmal etwas passieren würde, dass absolut korrekt und ohne Rechtszweifel wäre . . .

  • 25.12.2012, 16:08 Uhrshadowdancer

    Es ist ein Verbrechen, daß ausgerechnet Finanzämter ihre Post über private Dumping-Anbieter verschicken, die gar keine Steuern zahlen und Aufstocker beschäftigen, die ebenfalls keine Steuern zahlen !

  • 24.07.2012, 11:05 Uhrwolfi30

    Beim Finanzamt Erding quillt zu bestimmten Steuerterminen wie Jahresende, der Briefkasten an der Strasse über. Da ragen die Briefe mit Inhalten wie Jahressteuererklärungen der Bürger aus dem Briefkasten raus, weil dieser einfach zu klein ist und solchen Postanstürmen nicht gewachsen ist. Jeder kann da im Vorbeigehen, wenn der Termin z. B. auf ein Wochende fällt, sich die Briefe einfach aneignen.

    Eine Mahnung an den Amtsleiter blieb aber erfolglos. Abgestellt wurde das im nächsten jahr nicht.

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