Innovationspolitischer Berater: Milberg: Finanzkrise bedroht auch die Forschungslandschaft

Innovationspolitischer Berater: Milberg: Finanzkrise bedroht auch die Forschungslandschaft

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Der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und frühere BMW-Chef Joachim Milberg

Joachim Milberg, neuer innovationspolitischer Berater der Bundesregierung und Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), sieht dringenden Handlungsbedarf für den Technologiestandort Deutschland. Angesichts der Finanzkrise hätten sich die Finanzierungsbedingungen für High-Tech-Gründer „wesentlich verschlechtert“, sagte Milberg in einem Interview der WirtschaftsWoche.

Als Gegenmaßnahme schlägt eine „Mixtur aus administrativen und steuerlichen Erleichterungen“ vor.

Milberg, der von 1999 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von BMW war, warnt die Wirtschaft davor, angesichts von Finanz-und Konjunkturkrise an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu sparen. „Wir müssen aufpassen, dass der positive Trend nicht kippt. Wir werben seit Jahren dafür, das junge Leute Ingenieur, Naturwissenschaftler oder Informatiker werden. Wenn sich die Einstellungschancen verschlechtern, darf sich niemand wundern, wenn sich die jungen Leute wieder von diesen Ausbildungs-und Studiengängen abwenden – und der Mangel in ein paar Jahren noch größer ist.“ Schon jetzt seien „rückläufige Absolventenquoten in den Ingenieurwissenschaften seit Mitte der Neunzigerjahre und dazu die demographische Entwicklung eine ernste Gefahr für den Technologiestandort Deutschland.“ Milberg sieht auch die Schulen in der Pflicht. „Schon die Schule sollte Freude an Technik wecken. Das kann in einen eigenen Schulfach Technik oder zumindest in Technikinhalten im Schulcurriculum verwirklicht werden.“

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Die Ergebnisse des jüngsten Bildungsgipfels von Kanzlerin Angela Merkel und den Bundesländern bewertet Milberg zurückhaltend. Es sei ein „wichtiges politisches Signal“, dass die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen. Allerdings handele es sich „derzeit nur um eine Absichtserklärung.“ „Mehr Investitionen in die Bildung sind bereits heute erforderlich.“

Im weltweiten Innovationswettbewerb sieht Milberg noch Nachholbedarf für Deutschland. Deutschland gebe jährlich rund 60 Milliarden Euro für F&E aus, China jedoch bereits 130 Milliarden – und die USA über 300 Milliarden. „Im Maschinen-und Anlagenbau, der Automobilindustrie, der Medizin-, Material- und Umwelttechnik sind wir ganz vorn mit dabei. Studien zeigen aber, dass unsere generelle Innovationsfähigkeit – gemessen an der Mentalität und den gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen – international nur im Mittelfeld liegt. Prinzipiell sind wir nicht gut genug im Vermarkten von Einzelerfindungen. Unsere Stärke sind eher komplexe technische Systeme und die Großtechnologie.“

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