Integration: Warum Einwanderer unseren Wohlstand sichern

Integration: Warum Einwanderer unseren Wohlstand sichern

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Pharma-Experten aus Indien

Die deutsche Wirtschaft kommt ohne ausländische Fachkräfte nicht mehr aus. Doch unter qualifizierten ausländischen Arbeitskräften hat Deutschland alles andere als den Ruf, Einwanderer willkommen zu heißen. Der Umgang mit Migranten, die bereits im Land leben, ist der beste Beweis dafür.

Egal, ob es die Sonnenallee in Berlin-Neukölln ist oder die Keupstraße im Kölner Stadtteil Mülheim: Wenn Deutsche über das Leben der Zuwanderer in ihrer Mitte disputieren, geht es erst einmal um die schlimmen Zonen der Großstädte. Um wie Fremde in Deutschland lebende Menschen, meist mit türkischen Wurzeln, der deutschen Sprache kaum mächtig, weitgehend unbrauchbar für die deutsche Wirtschaft, oft eine Belastung für das Sozialsystem, manchmal sogar für die öffentliche Sicherheit, nach innen abgeschottet, nach außen unheimlich.

Doch ebenso typisch wie Neukölln und Mülheim ist die Sozialisation des FDP-Bundestagsabgeordneten Serkan Tören. 1972 in der tiefsten anatolischen Provinz geboren, kam er als kleiner Junge nach Stade in Niedersachsen. „Natürlich lebte ich nie in einer Parallelgesellschaft – die hätte ja auch nur aus meinen Eltern und mir bestanden!“, sagt der Rechtsanwalt und Integrationsfachmann heute. Und auch wer als Migrant im Ballungsgebiet lebt, kann wirtschaftlich Erfolg haben: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag verzeichnet immer mehr Unternehmensgründungen von Migranten. In diesem Jahr werden Zuwanderer in Deutschland schätzungsweise 150.000 neue Stellen schaffen.

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Drohender Fachkräftemangel

Integration ist in – das zumindest hat der zum Rücktritt genötigte Ex-Bundesbanker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin richtig erkannt. Der Streit um den Umgang mit Einwanderern hat einen Spitzenplatz auf der politischen Agenda erlangt. Doch bei kaum einem anderen Thema klaffen Wunschdenken, Ängste und Realität so weit auseinander. 40 Jahre Wegschauen und Untätigkeit lassen sich nur schwer revidieren.

Es ist aber nötig. Schon weil die deutsche Erwerbsbevölkerung schrumpft, ruft die Wirtschaft nach ausländischen Fachkräften, ohne die sich der Wohlstand im Land nicht halten lässt. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verliert Deutschland wegen der Überalterung der Gesellschaft von 2015 an etwa 250.000 Arbeitskräfte pro Jahr, und bekommt vor allem einen massiven Fachkräftemangel – wenn die Politik nicht gegensteuert. Um die Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern, müssen nach DIW-Rechnung mindestens 500.000 Menschen jährlich zuwandern – netto.

Probleme mit ausländischen Abschlüssen

Davon ist Deutschland allerdings weit entfernt. Seit Jahren nimmt die Zahl der Einwanderer kontinuierlich ab, die Zahl der Auswanderer dagegen zu. Seit zwei Jahren ist Deutschland statistisch gesehen ein Auswanderungsland: Es gehen mehr als kommen.

Die Probleme sind hausgemacht. Denn statt zu integrieren, hat die deutsche Zuwanderungspolitik genau das Gegenteil bewirkt. „Die Politik hat hier schwere Fehler gemacht“, sagt der FDP-Politiker Tören. Sie tut es immer noch. Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und eines auch heute schon spürbaren Fachkräftemangels wird eigentlich jeder Qualifizierte dringend gebraucht – und Millionen Talente liegen brach.

Ärztinnen aus Südamerika arbeiten in Deutschland als Pflegekräfte, Physiker aus dem Irak sind Taxifahrer, weil ihre Examina nicht anerkannt werden. Oft können diese Überqualifizierten von ihrem Lohn nicht leben, viele kommen mit dem offensichtlichen sozialen Abstieg nicht klar, resignieren ganz und werden zu Kostgängern des Sozialsystems. Was ihnen die Mehrheitsgesellschaft wiederum zum Vorwurf macht. Wen wundert es da noch, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe zu den Schlusslichtern gehört?

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