Integrationsbericht: Migranten holen bei Bildung auf

Integrationsbericht: Migranten holen bei Bildung auf

Bild vergrößern

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer stellt den "9. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer" vor.

Jugendliche aus Zuwandererfamilien haben nach Angaben der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer deutliche Fortschritte in Sachen Bildung erzielt. So stieg etwa die Zahl der Hochschulabsolventen. Die Zahl der Schulabbrecher ist aber doppelt so hoch wie bei deutschen Schülern.

Obwohl Zuwanderer in Deutschland bei Ausbildung und am Arbeitsmarkt immer noch benachteiligt sind, macht ihre Integration nach Regierungsangaben Fortschritte. „Die Anstrengungen der letzten Jahre trugen Früchte“, sagte die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), am Mittwoch bei der Präsentation des neuen Integrationsberichts in Berlin. „Noch nie hat sich bei der Integration so viel bewegt wie in den vergangenen beiden Jahren.“ Die Chancen der Migranten auf gleiche Teilhabe hätten sich durch wichtige gesetzliche Änderungen wesentlich verbessert.

Die Zahl der ausländischen Schulabbrecher hat sich nach ihren Angaben zwar um 39 Prozent auf 11.000 reduziert und damit in etwa in gleichem Umfang wie bei den deutschen Schülern. Die Abbruchquote bei Migranten liegt mit 12,8 Prozent aber ebenfalls mehr als doppelt so hoch wie bei deutschen Schülern mit 5,4 Prozent.

Anzeige

Der Anteil der ausländischen Schulabgänger mit Hochschulreife stieg zwischen 2005 und 2010 um insgesamt 36 Prozent, wie Böhmer sagte. Bei deutschen Absolventen habe der Anstieg 26 Prozent betragen. Allerdings sei der Abstand weiterhin beachtlich: Von den deutschen Schülern erreicht laut Böhmer etwa jeder dritte (36 Prozent) die Hochschulreife, von ausländischen Schülern nicht einmal jeder sechste (15 Prozent).

Auch bei der Ausbildung hinken junge Migranten weiterhin deutlich hinterher. 2010 betrug der Anteil der Ausländer im Alter von 25 bis 35 Jahren ohne Berufs- oder Hochschulabschluss 31,6 Prozent. Er lag damit mehr als dreimal so hoch wie der Anteil bei gleichaltrigen Deutschen (9,2 Prozent). Allerdings hat sich auch hier der Abstand leicht verringert: Zwischen 2009 und 2010 stieg die sogenannte Ausbildungsbeteiligungsquote bei Ausländer von 31,4 auf 33,5 Prozent.

Migranten schicken Kinder öfter in Kindergarten

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass immer mehr Migranten ihre Kinder in staatlichen Einrichtungen betreuen lassen. Demnach stieg die Betreuungsquote bei ausländischen Kindern unter drei Jahren zwischen 2008 und 2010 von 9,1 auf 14,0 Prozent. Bei den Drei- bis Sechsjährigen stieg die Quote von 81,8 auf 85,7 Prozent.

Dass die geplante Einführung des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen, diesen Aufwärtstrend abbremsen könnte, wollte Böhmer nicht bestätigen. Sie vertraue darauf, dass die Eltern verstünden, wie wichtig es sei, dass sie ihre Kinder in den Kindergarten schickten. Denn sie wüssten, wie wichtig dies für die Sprachförderung sei, sagte die CDU-Politikerin.

Im vergangenen Jahr waren 16,9 Prozent der Ausländer arbeitslos, eine mehr als doppelt so hohe Quote wie die der deutschen Bevölkerung (7,2 Prozent). 2010 waren noch 18,2 Prozent der Migranten ohne Job. „Integration gelingt über den Arbeitsmarkt“, mahnte Böhmer.

2010 lebten nach Angaben Böhmers 15,7 Millionen Migranten in Deutschland. Mehr als die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. „Entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Integration sind gute Sprachkenntnisse.“ Umso wichtiger sei die Sprachförderung von Anfang an. Böhmer äußerte sich zurückhaltend zum geplanten Betreuungsgeld: „Es dürfen keine Fehlanreize gegeben werden“, sagte die Staatsministerin. Sie nannte es „einen großen Fortschritt“, dass gezielte Sprachförderung in Kindergärten nahezu flächendeckend angeboten werde.

Mit Material von dpa und dapd

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%