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Integrationsdebatte: Der Anti-Sarrazin

von Max Haerder

Innenminister Thomas de Maiziere will mit einem „bundesweiten Integrationsprogramm“ mehr für die Migranten tun. Den streitbaren Bundesbanker straft er dabei mit demonstrativer Nichtbeachtung.

Bundesinnenminister Thomas de Quelle: dpa
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) Quelle: dpa

Der „Bücherschreiber“ und der „Intellektuelle“. Mehr nicht. Den Namen nimmt Thomas de Maiziere gar nicht in den Mund, dabei ist Thilo Sarrazin natürlich allgegenwärtig, als der Innenminister heute in Berlin ein „bundesweites Integrationsprogramm“ vorstellt. Es ist eine Bestandsaufnahme staatlicher Hilfen und zugleich ein Vorschlagsbrevier für mehr. Die fast 200 Seiten starke Studie ist von langer Hand geplant und vorbereitet und doch wirkt sie wie die eilig hervorgezauberte politische Antwort auf eine kochende Debatte.

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Der Innenminister spielt dabei das Kühlaggregat der Bundesregierung, um den Streit über die Bundesbanker-Thesen auf eine politisch behandelbare Temperatur zu senken. Sachlich, besonnen, differenziert: „Nachholende Integration ist die Herausforderung, vor der wir stehen“, ist so ziemlich das schärfste, was de Maiziere sagt.

Lange, das verschweigt de Maiziere nicht, ist zu wenig für echte Teilnahme getan worden. Die Lösung – „mit langem Atem“ – könne nur aus zwei Teilen bestehen: Bildung und Sprachförderung. Seit 2005 hätten nun 600.000 Teilnehmer Integrationskurse besucht. Sprachkurse mit bis zu 600 Stunden Deutsch seien für Neuzuwanderer und ausländische Hartz-IV-Empfänger verpflichtend. Ja, die Zahl von 30 Prozent Abbrechern sei „unbefriedigend“, sagt de Maiziere, die Kürzung etwa der Hartz-IV-Bezüge möglich und auch angebracht. Doch betonen will er vor allem die anderen 70 Prozent.

Nichts vertuschen

Den Vorwurf, die Politik verschweige gescheiterte Integration und habe kein Gefühl für die Lebenswelt der Bürger, deren Stadtteilprobleme, offene Gewalt, lässt er nicht gelten. „Wir präsentieren hier keine Erfolgsbilanz, sondern ein differenziertes Gesamtbild.“ Dazu gehörten auch die zehn bis fünfzehn Prozent Migranten, die als absolut integrationsunwillig eingestuft werden müssen; die rund  1,1 Millionen Erwachsenen aus Drittstaaten ohne ausreichende Deutschkenntnisse; die 15 Prozent Ausländer, die ohne Abschluss die Schule verlassen.

Hilfreich sei die Sarrazin-Debatte trotzdem nicht, findet de Maiziere: „Die Provokation findet mehr Beachtung als die Realität. Aber es ist nicht Aufgabe politischer Führung, alarmistisch zu sein.“ Die Öffentlichkeit könne und dürfe den Finger in die Wunde legen. Ihm selbst aber sei das fremd. Er wolle „nicht Wunden vertuschen, sondern heilen.“

34 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.09.2010, 21:26 UhrAnonymer Benutzer: conforma

    in Deutschland wird die Unruhe, Unzufriedenheit und Wut immer größer.
    ich konnte im buch "Vorsicht bürgerkrieg!" von Udo Ulfkotte folgendes lesen:
    "Wussten Sie, dass im italienischen Vincenca der Führungsstab einer geheimen, 3000 Mann starken europäischen Sonder-Eingreiftruppe ihren Sitz hat, die auf den schönen Namen "EUROGENFOR" getauft wurde? Sie wurde auf initiative der früheren französischen Verteidigungsministerin Alliot-Marie eingerichtet, nachdem es in Frankreich immer öfter innere Unruhen zugewanderter muslimischer Jugendlicher mit Straßenschlachten und Plünderungen gegeben hatte. Die mit geheimdienstlichen Kompetenzen ausgestattete Truppe soll in enger Zusammenarbeit mit europäischen Militärs die "Sicherheit in europäischen Krisengebieten" gewährleisten. ihre Aufgabe ist es, als Polizeitruppe Aufstände niederzuschlagen. immer mehr EU-Staaten treten EUROGENFOR bei. EUROGENFOR ist nichts anderes als eine paramilitärische Gendarmerie, die im Krisenfalle den Militärs vorauseilen wird, um den Eindruck abzuwenden, die Armee eines Landes schieße auf die eigenen bürger.... Das steht so im "Vertrag von Velsen", der die Einsätze von EUROGENFOR regelt".
    Für mich kann das nur heißen, dass die Politiker entsprechende Situationen von Volksempörungen erwarten und dann handeln müssen. So weit ist es schon gekommen...

  • 24.09.2010, 20:18 UhrAnonymer Benutzer: conforma

    Sarrazin ist für etliche unerwünscht, aber nicht von der großen Mehrheit der bürgerinnen und bürger - und warum wohl:
    ich denke mir: All den grünen, rosa-roten, roten und den sogenannten "Politisch Korrekten" von Presse, Rundfunk, Fernsehen und natürlich etlichen Politikern und auch den Gen-Akrobaten muss es so fürchterlich gestunken haben, dass ein anderer, Thilo Sarrazin,
    und nicht sie selbst, das buch der aktuellen bücher geschrieben hat, nachdem sie jahrelang weggeguckt und geschlafen haben. Und jetzt wollten alle auf den fahrenden Zug aufspringen und den eitlen Oberlehrer-haften Zugführer spielen. Doch da tummelten sich plötzlich so viele und rangelten, dass kaum einer den richtigen Platz gefunden hat. Jetzt gab es Meute-Kämpfe - mehr aber auch nicht. Sieger? Sarrazin!

  • 24.09.2010, 19:51 UhrAnonymer Benutzer: conforma

    Auch Herr de Maizière wird noch begreifen, mit welcher gefährlichen Situation wir eines Tages in Deutschland werden leben müssen.
    "Niemand kann zwei Herren dienen" - Diesen hoch interessanten Artikel (FAZ/23.9.10) von Prof. Dr. Karl Doehring (Öffentliches- und Völkerrecht) sollte man zur Kenntnis nehmen. Er beschreibt:
    "islam und Grundgesetz stehen zueinander in schroffem Gegensatz". Artikel 5, Absatz 3 GG sagt, dass die Freiheit der Lehre nicht von der "Treue zur Verfassung" entbinde. Das gilt besonders für die Ausübung etlicher Koran-inhalte, die nicht mit unserer freiheitlich-demokratische Grundordnung und unserer Werteorientierung vereinbar ist und vom islam, auch bei uns, nicht gelebt wird. Da ist der Schluss zulässig, dass der islam bei uns verfassungswidrig ist und eigentlich nicht zugelassen werden darf. Etliche Koran-Vorschriften verstoßen gegen unser Rechts-System und damit gegen die Verfassungstreue. Es ist schon eigenartig, welche Vorstellungen wir uns von Politikern vorsetzen lassen müssen - schon deshalb, da offensichtlich unsere Verfassung von ihnen mit Willkür behandelt wird.

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