Bild: dpaMan kann sich so herrlich über ihn aufregen
Der Euro ist ein „Teuro“, er führt in die Inflation und uns direkt ins Verderben. Egal, ob etwas dran ist, Fakt ist: Der Euro ist ein super Frustableiter. Wir können uns einfach super an ihm abarbeiten. Wer will da schon die grundsolide, langweilige D-Mark zurück!?
Bild: dpaAlles ist nur halb so teuer
Von wegen „Teuro“: Der Euro hat – dank seines Umrechnungskurses zur D-Mark – die Preise halbiert! So lässt sich der Energiepreisschock gerade noch ertragen. Oder würden Sie wirklich für einen Liter Super über 3,10 Mark ausgeben wollen!?
Bild: APSchluss mit dem wertlosen Urlaubs-Restgeld
Wer innerhalb der Eurozone verreist, kann bequem mit der Gemeinschaftswährung bezahlen. Lästiges Geldumtauschen entfällt. Und damit auch die Zeiten, in denen man zig Münzen aus dem Urlaub in Frankreich, Spanien oder Finnland mit nach Hause bringt und in die Schublade packt, weil man ja bestimmt bald wieder dorthin fährt. Tut man nicht – und wenn doch, vergisst man, vorher die Münzen aus der Schublade zu holen.
Bild: REUTERSDer Euro fördert das Kopfrechnen
Zum Jahreswechsel 2011/2012 gaben 72 Prozent der Deutschen in einer Umfrage an, dass sie noch immer die Preisangaben in Euro ab und an zur Kontrolle in D-Mark-Preise umrechnen. Zugegeben: Wir Deutschen haben es leicht, multiplizieren den angegebenen Preis einfach grob mal Zwei. Doch zumindest unsere Nachbarn in Frankreich, Italien und den Niederlanden werden beim Umrechnen richtig gefordert.
Bild: REUTERSSarrazin, Henkel und Co. wird nicht langweilig
Die Euro-Rebellen Thilo Sarrazin, Hans-Olaf Henkel oder Joachim Starbatty machen Stimmung gegen die Gemeinschaftswährung – und sorgen bei Verlagen und Fernsehshows für gute Geschäfte. Gleichzeitig diskutieren die Euro-Rebellen ein Thema, in dem sie sich auskennen. So müssen sie sich nicht länger ihren Kopf über Integration und Einwanderung zerbrechen.
Bild: REUTERS„Dann kaufe ich halt woanders“
Nie war es leichter, Preise zu vergleichen. Was kostet der Sprit in Österreich, was das iPhone in Griechenland – und wie viel verlangen die Niederländer für das neue Mountainbike? Der Euro schenkt uns Transparenz und die Wahl, direkt im Ausland einzukaufen oder beim Verkäufer vor Ort einen Preisnachlass auszuhandeln.
Bild: dpaEuropa redet miteinander
Gipfeltreffen im Vier-Wochen-Rhythmus, wöchentliche Staatsbesuche und fast tägliche Telefonkonferenzen: Mit der Einführung des Euro, insbesondere aber mit dem Ausbruch der Schuldenkrise, ist das politische Europa näher aneinandergerückt. Jedes Land in Europa schaut nun zuerst auf den Kontinent und dann auf sich. Zwischen Finnland und Griechenland wird nicht mehr übereinander, sondern auch miteinander geredet.
Bild: dpaVerschwörungstheorien boomen
Kennen auch Sie nervöse Kollegen, die ihre Euro-Banknoten ganz genau unter die Lupe nehmen? Die alle Scheine, deren Seriennummer mit „Y“ – gedruckt in Griechenland! – beginnen, ausgeben und die Scheine mit „X“ – seriöse Noten aus Deutschland! – behalten? Es ist das Werk der Verschwörungstheoretiker. Deren Theorien boomen. Auch wenn an den Gerüchten über wertlose Euro-Scheine aus Griechenland nichts dran ist: Gesprächsstoff liefern sie allemal.
Bild: dapdBundeskanzlerin Angela Merkel kann agieren, statt reagieren
Dank Euro-Krise hat die Bundeskanzlerin zumindest ein Politikfeld auf dem Sie punkten kann. Die Mehrheit der Bundesbürger ist mit der Arbeit der eisernen Kanzlerin in Brüssel zufrieden. Dort, fernab des heimischen Koalitionsstreits um Betreuungsgeld, Pkw-Maut und Pflegereform, kann sie endlich mal agieren, statt immer nur zu reagieren.
Bild: dpaDeutschland bekommt Geld zum Nulltarif
Berlin ist an den Finanzmärkten der Krisengewinner. Deutschland kann sich zurzeit faktisch zum Nulltarif frisches Kapital besorgen. Jüngster Höhepunkt war eine Versteigerung neuer Staatsanleihen: Ende Mai begab der Bund zum ersten Mal eine Schatzanweisung mit zwei Jahren Laufzeit, deren Kupon null Prozent betrug. Mit anderen Worten: Die neue Anleihe sieht keine Zinszahlungen vor. Berücksichtigt man darüber hinaus die Inflation, macht der Bund schon seit langem ein sehr gutes Geschäft mit seiner Kreditaufnahme.
Man kann sich so herrlich über ihn aufregen
Der Euro ist ein „Teuro“, er führt in die Inflation und uns direkt ins Verderben. Egal, ob etwas dran ist, Fakt ist: Der Euro ist ein super Frustableiter. Wir können uns einfach super an ihm abarbeiten. Wer will da schon die grundsolide, langweilige D-Mark zurück!?
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat die Einigung zwischen Bund und Ländern beim europäischen Fiskalpakt begrüßt. Die vereinbarte finanzielle Unterstützung für die Länder sei notwendig, sagte Steinmeier dem rbb-Inforadio am Montag. „Für Risiken, die die Bundesregierung auf europäischer Ebene eingegangen ist, wollen sie nicht selbst haften. Zudem sollen ihre Entschuldungspfade, die sie bis zum Jahr 2016 angelegt haben, nicht
nachträglich korrigiert werden. Dafür trägt jetzt der Bund das Risiko - und das ist völlig richtig so“, sagte der SPD-Fraktionschef.
500 Millionen Euro für Kitas
Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler verteidigt die beschlossene Entlastung der Kommunen im Gegenzug für eine Zustimmung der Länder zum Fiskalpakt. Eine Haushaltsentlastung der Kommunen beispielsweise im Bereich des Kita-Ausbaus helfe dem Bund, die Fiskalpaktregeln einzuhalten, sagte der FDP-Politiker am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Für 30.000 zusätzliche Kita-Plätze sollen einmalig mehr als 500 Millionen Euro fließen. Bei den laufenden Kita-Betriebskosten will der Bund künftig jährlich mit 75 Millionen Euro dabei sein.
Außerdem trügen Investitionen in die Infrastruktur zum Wachstum bei. „Denn auch dazu haben wir uns im Rahmen des Fiskalpaktes mit verpflichtet, betonte Rösler. Nur die Linke macht weiter gegen den Fiskalpakt mobil. „Ich halte eine Volksabstimmung für zwingend. Alles andere wäre ein kalter Putsch gegen das Grundgesetz“, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht der „Passauer Neuen Presse“. „Wenn der Bundestag nicht mehr umfassend über den Haushalt entscheiden kann, dann steht die parlamentarische Demokratie als Ganzes zur Disposition.“ Die Linksfraktion will in Karlsruhe gegen den Fiskalpakt klagen.
Verfassungsgericht kann den Pakt noch kippen
Das Bundesverfassungsgericht kann noch sein Veto gegen den Fiskalpakt einlegen, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundesrat und Bundestag hat die Pakt allerdings. Bereits am Donnerstag waren sich Union, SPD und Grüne einig geworden, sich das Ja der Kommunen zum Fiskalpakt mit Zugeständnissen und Milliardenhilfen zu erkaufen. Der größte Brocken des Hilfspakets ist erst für die Zeit nach der Bundestagswahl 2013 geplant. Dann soll der Bund unter anderem in die Eingliederungshilfe für Behinderte einsteigen - eine Größenordnung von vier Milliarden Euro jährlich vom Bund, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).
Bundestag und Bundesrat sollen den Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin in Europa nun am kommenden Freitag (29. Juni) gemeinsam mit dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM verabschieden.
Mit Material von Reuters
















