Interne Querelen: AfD steht vor der Spaltung

Interne Querelen: AfD steht vor der Spaltung

Gerade erst feierte die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Erfolg bei der Europawahl - jetzt könnte alles schon wieder vorbei sein. Angeblich wollen wichtige Liberale die Partei verlassen.

Wie die Zeit berichtet, steht die eurokritische Partei AfD kurz nach ihrem Einzug ins Europaparlament vor der Spaltung. Seit Monaten macht die AfD wegen interner Querelen von sich Reden. Das scheint dem liberalen Flügel der Partei - den oft erwähnten ehemaligen FDP-Wählern - nun zu viel geworden zu sein. "Wir haben uns gewünscht, dass die AfD eine etwas konservativere FDP wird, aber man hat uns betrogen", sagte ein AfD-Mitglied gegenüber der Zeit.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

  • Parteigründer

    Zum Parteivorstand gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

  • Nein zum Euro

    Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

  • Knapp gescheitert bei der Bundestagswahl

    Zur Bundestagswahl im September ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Sie erreichte 4,7 Prozent der Zweitstimmen. Zum Einzug ins Parlament fehlten ihr nur rund 130.000 Stimmen.

  • Europa-Wahl

    Bei der Europawahl am 25. Mai 2014 erreicht die AfD in Deutschland 7,0 Prozent der Wählerstimmen. Damit stellt sie zum Beispiel die FDP klar in den Schatten, die lediglich auf 3,4 Prozent der Wählerstimmen kommt.

Diese Unzufriedenheit scheint sich nun Bahn zu brechen: "Wir werden gemeinsam austreten, und wir werden viele sein", zitiert die Zeit einen AfD-Funktionär. "Wenn der problematische Teil ein solch starkes Übergewicht hat, dann ist es sinnvoll, dass die Liberalen austreten", sagte ein hochrangiges Parteimitglied mit Blick auf starke nationalliberale und rechtspopulistische Kräfte innerhalb der AfD.

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Die AfD stritt bereits im vergangenen Jahr intern über den Umgang mit Überläufern aus der rechtspopulistischen Kleinpartei "Die Freiheit". Parteichef Bernd Lucke hatte eine Art "Aufnahmestopp" verkündet, dem viele ostdeutsche Landesverbände widersprachen.

Das liberale Kernthema der AfD, der Austritt aus dem Euro, sei mittlerweile über alle Streitigkeiten und Postenrangeleien in den Hintergrund geraten, monieren die Liberalen. Mittlerweile werbe die Partei mit konservativen Reizthemen wie Familien- und Einwanderungspolitik.

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Das stoße besonders dem Verein "Liberalen Vereinigung" sauer auf, schreibt die "Zeit". Den Verein haben Mitglieder von AfD und FDP kurz vor der Europawahl gegründet. Im Vorstand sitzen der ehemalige Landeschef der AfD von Nordrhein-Westfalen, Alexander Dilger und das ehemalige AfD-Bundesvorstandsmitglied Dagmar Metzger.

"Über kurz oder lang wird der Austritt für viele liberale AfDler unumgänglich sein", sagt der Generalsekretär des Vereins, der baden-württembergische AfD-Funktionär Marcus Mattheit gegenüber der "Zeit". Auch über die Gründung einer neuen Partei werde gesprochen – unter anderem mit Frank Schäffler, dem prominentesten Eurokritiker der FDP.

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