Internet-Attacken: AfD weist eigene Anhänger in die Schranken

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Internet-Attacken: AfD weist eigene Anhänger in die Schranken

, aktualisiert 01. Oktober 2013, 09:05 Uhr
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Die "Alternative für Deutschland" (AfD) ruft ihre Anhänger zur Ordnung.

von Dietmar Neuerer

Die Anhängerschaft der Euro-Gegner-Partei AfD nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Vor allem im Internet giften unbekannte User gegen vermeintliche Kritiker. Das geht nun auch der Bundespartei zu weit.

Die euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) hat ihre Anhänger zur Mäßigung bei der Meinungsäußerung im Internet aufgefordert. Hintergrund sind heftige Attacken auf den stellvertretenden Chefredakteur der "Welt"-Gruppe Ulf Poschardt auf seiner Facebook-Pinnwand. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum einige wenige die ungeschriebenen Gesetze einer klugen Streitkultur hinter sich lassen und im Netz völlig unterhalb der Gürtellinie einzelne Journalisten angreifen“, erklärt die Bundespartei in einer Mitteilung. „Insbesondere distanziert sich der Bundesvorstand von den Beleidigungen gegen Dr. Ulf Poschardt auf dessen Facebook-Profil.“

Bundestagswahl AfD-Anhänger wittern Wahl-Betrug

Aus dem Stand erzielte die AfD das beste Ergebnis einer neuen Partei. Viele Anhänger ärgern sich trotzdem und vermuten nun Manipulation und Wahlfälschung.

Anhänger der afD sind überzeugt, dass ihre Partei nicht in den Bundestag einziehen sollte. Quelle: dpa

Die Anfeindungen waren offenbar so massiv, dass Poschardt bei Facebook von einem „Fluten“ seines Email-Accounts sprach: „niveau sinkend, stets beleidigend und selbst irre beleidigt. erschütternde dokumente eines verängstigenden kleinbürgertums, das gerne zu einem herrn professor aufschaut.“ Was Poschardt erlebt, scheint im Netz der Normalfall zu sein.

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AfD-Anhänger betreiben Online-Pranger

Dass die AfD nun zur Mäßigung aufruft, dürfte kaum Wirkung zeigen. Das Internet lässt sich nicht reglementieren. Selbst AfD-Anhänger, die zu fragwürdigen Mitteln greifen, um Kritik zu begegnen lassen sich nicht bremsen. Ein Beispiel ist das Blog "Gewalt gegen die AfD". Sympathisanten der AfD nennen dort Namen von Journalisten, die über die Partei berichten. Der Online-Pranger soll, wie es auf der Webseite heißt, Zitate und öffentliche Vorgehensweisen von Personen dokumentieren, "die geeignet sein könnten, die Gewalt gegen die Alternative für Deutschland zu begünstigen".

Neben „Zeit Online“-, „Tagesschau.de“- und „Schwaebisch.de“-Redakteuren finden sich auch zwei Journalisten von Handelsblatt Online auf der Liste. Im Gespräch mit dem Branchedienst „Meedia“ hatte sich Handelsblatt-Online-Chefredakteur Stock wenig verwundert über die Existenz der Liste gezeigt. "Wir haben mittlerweile einige Erfahrung mit der AfD und ihren Anhängern gesammelt", sagte er. "Leider bewegen sich einige von ihnen in ihrer Wortwahl und Vorgehensweise immer wieder außerhalb des demokratischen Spektrums."

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Die AfD ließ wissen, sie sei nicht Betreiber des Blogs. Es gelte, die Wähler mit der Kraft der besseren Argumente zu überzeugen. „Kritiker und Gegner zu diffamieren oder gar öffentlich an den Pranger zu stellen, gehört aber sicher nicht dazu“, teilte die Partei in einer Mitteilung mit und betonte, dass man sich „klar und eindeutig von diesem Vorgehen“ distanziere. Gebracht hat das nichts. Der Blog ist immer noch aktiv und stellt weiter AfD-Kritiker an den Pranger.

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