Internetpräsenz: Das mysteriöse Verschwinden des Wolfgang Schäuble

Internetpräsenz: Das mysteriöse Verschwinden des Wolfgang Schäuble

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Tagelang war sie verschwunden. Nun geht sie wieder. Gemeint ist die Facebook-Seite des Finanzministers Schäuble.

von Oliver Voß

Tagelang war die Facebook-Seite des Finanzministers nicht mehr erreichbar. Eine Erklärung fällt auch den Beteiligten schwer. Die Episode zeigt, dass viele Politiker Social Media weiterhin nur als Mittel zum Wählerfang sehen.

Wer in den vergangenen Tagen die Facebook-Seite von Wolfgang Schäuble aufgerufen hat, fand nur das Bild eines verbundenen Daumen mit dem Hinweis: „Diese Seite ist leider nicht verfügbar - Entweder funktioniert der von dir angeklickte Link nicht oder die Seite wurde entfernt“.

Was ist passiert? Hat der Bundesfinanzminister seine Seite etwa gelöscht, wie einst Ilse Aigner, die damit gegen den Umgang mit dem Datenschutz protestierte? Oder haben Schäuble und seine Mitarbeiter gemerkt, dass Facebook doch nicht unbedingt das richtige Medium für den Dienstältesten Minister ist und beschlossen, ihre Social-Media-Aktivitäten lieber zu beenden?

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Doch auch in Schäubles Büro sind die Mitarbeiter überrascht. „Wir haben die Seite nicht abgestellt“, heißt es dort. Eine Erklärung haben sie allerdings auch nicht, erst durch die Anfrage ist dort aufgefallen, dass die Seite mindestens seit vergangenem Freitag nicht erreichbar ist. Der zuständige Betreuer des Facebook-Accounts ist im Urlaub.

Onlinewahlkampf Weit weg vom Wähler

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Also ein Fehler bei Facebook? Oder hat dort jemand anderes die Seite sperren lassen? "Facebook würde ohne Rücksprache eigentlich keine Seite von so einem wichtigen Politiker Sperren", sagt Martin Fuchs. Er betreibt die Seite Pluragraph, auf der Social-Media-Aktivitäten von Politikern gemessen werden und entdeckte dabei das Verschwinden von Schäuble. Einen Grund dafür erfuhr er trotz Nachfragen nicht und auch auf Anfrage der WirtschaftsWoche kann das soziale Netzwerk keine genaue Erklärung geben.

Heute ist die Seite dann wieder erreichbar. Laut Schäubles Büro wurde sie von Facebook deaktiviert, da man sich dort über die Authentizität nicht sicher war. Tatsächlich wird der Account nur sporadisch gepflegt, die letzte Statusmeldung stammt vom 22. Dezember 2013 und auch davor bekamen die gut 3500 Facebookfans nur alle paar Monate Links zu Interviews oder anderen Äußerungen des Ministers.

Damit steht Schäuble nicht allein da. Während des letzten Bundestagswahlkampfs wurden Twitter und Facebook noch so intensiv genutzt wie nie zuvor. Kein Wunder: Nach dem erfolgreichen Vorbild von Big-Data-Wahlkämpfer Obama bescheinigten Experten und Meinungsumfragen auch dem Online-Wahlkampf in Deutschland das Potenzial die Stimmabgabe entscheidend beeinflussen zu können.      

So kam kaum eine Wahlsendung ohne das Vorlesen von Tweets aus, mit eigenen Tools wurde der Social-Media-Wahlkampf analysiert – auch in der WirtschaftsWoche.  

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