Internetsperren: Geplantes Löschgesetz erntet Kritik statt Applaus - Seite 2

Internetsperren: Geplantes Löschgesetz erntet Kritik statt Applaus

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Wie schnell verbotene Inhalte tatsächlich aus dem Netz zu entfernen sind, hat Alvar Freude bereits demonstriert: Er analysierte verschiedene Sperrlisten und schrieb 348 Internetprovider in 46 Ländern an, auf deren Servern fast 2000 illegale Seiten liegen sollten.

60 Internetseiten wurden innerhalb von 12 Stunden gelöscht, mehr als 70 Prozent der Provider beantworteten die Anfrage – allerdings enthielten die gesperrten Seiten in vielen Fällen oft keine Kinderpornographie.

Die Untersuchung der existierenden Sperrlisten durch den Arbeitskreis Zensur zeigte zudem, dass ein großer Teil der beanstandeten Seiten von Servern in den USA, den Niederlanden und auch Deutschland betrieben wurden.

„Kinderpornographie ist weltweit geächtet“, sagt Freude. Man könnte schon jetzt dagegen vorgehen, wenn die entsprechenden Ermittlungsstellen besser ausgestattet und effektiver arbeiten würden. Ein neues Löschgesetz sei dazu völlig unnötig. Freude und andere Kritiker der Internetsperren fürchten, dass ein solches Gesetz nur dazu genutzt werde, generell Strukturen zur Kontrolle und Zensur des Internets aufzubauen.

Ob es sich also wirklich um ein Umdenken handelt und die Bedenken der Netzaktivisten ernst genommen werden, muss nun der konkrete Gesetzentwurf zeigen.  

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2010, 10:20 UhrAnonymer Benutzer: JoSch

    "Doch während Phising-Seiten mit denen Zugangsdaten von bankkunden gestohlen werden nach der Meldung in vier bis acht Stunden aus dem Netz entfernt sind, dauert dieser Schritt bei Kinderpornographie 30 Tage, ergab eine Studie der Universität Cambridge."
    Das hat sicherlich weniger eine technische Ursache. Das interesse der banken gekoppelt mit kompetenten und ausreichend bezahlten Mitarbeitern kann ich mir schon eher als Grund vorstellen.
    Einen bedarf für ein weiteres Sinnlosgesetz sehe ich nicht.

    Wie soll das denn ausssehen?
    §1 Ab sofort sind kinderpornografische Webinhalte nicht nur verboten, sondern dürfen auch gelöscht werden.

    Was soll ein solches Gesetz können, was jetzt rechtlich noch nicht möglich ist?

  • 10.02.2010, 10:04 UhrAnonymer Benutzer: GustavMahler

    Ki-Po ist hierzulande ohne mit Strafe belegt. Polizei und LKA's arbeiten einfach zu uneffektiv. Löschung von diesen Webseiten werden im inland sowieso vorgenommen. Und Seiten im Ausland kann man nicht von Deutschland aus löschen. ich habe eher die befürchtung, das ein Sperrgesetz nur mit einem anderen Namen kommen soll.

  • 10.02.2010, 09:12 UhrAnonymer Benutzer: Karl

    Der erste Schritt zur Eindämmung der KP wäre ein Verbot der Kirche. Die grösste, staatlich unterstützte Päderasteninstitution.

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