Interview Clemens Fuest: "Wir brauchen einen Aufstand der Jungen" - Seite 2

Interview Clemens Fuest: "Wir brauchen einen Aufstand der Jungen"

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Viele junge Menschen hadern mit dem Wissen, dass sie immer mehr in die Sozialsysteme einzahlen und am Ende immer weniger rausbekommen werden. Verliert die Sozialversicherung an Akzeptanz?

Die Einschätzung der jungen Generation ist ja vollkommen richtig. Deswegen droht eine Flucht aus den sozialen Sicherungssystemen. Viele junge Menschen meiden sozialversicherungspflichtige Berufe und weichen in die Selbstständigkeit aus – oder sie entscheiden sich für eine Beamtenlaufbahn. Es ist aber gefährlich, wenn sich immer mehr Menschen aus den Solidarsystemen verabschieden.

Was genau sind die Folgen?

Vermutlich wird die Politik kurzfristig die Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung erhöhen. Mittelfristig wäre auch eine stärkere Steuerfinanzierung denkbar, weil es leichter ist, aus der Sozialversicherung zu fliehen als aus der Steuerpflicht. Aber wachsende Steuerlasten beeinträchtigen ebenfalls das Wirtschaftswachstum und führen zu mehr Schwarzarbeit.

In ihrer Regierungserklärung hat die Bundeskanzlerin das Ziel der Nachhaltigkeit beschworen. Wie passt dazu der Plan der Regierung, trotz eines riesigen Haushaltsdefizits Steuern zu senken?

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, dann müsste die Regierung zuallererst die Staatsverschuldung abbauen. Und da ist der Koalitionsvertrag widersprüchlich. Einerseits muss man der Regierung zugutehalten, dass alle Maßnahmen unter Finanzierungsvorbehalt stehen. Andererseits will sie Steuersenkungen auf Pump finanzieren. Wenn man jetzt die Steuern senkt, wird man sie später umso drastischer erhöhen müssen. Das geht klar zulasten der jungen Generation.

Brauchen wir einen Aufstand der Jungen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir diesen Aufstand der jungen Generation brauchen. Ihre Interessen werden in der Politik schlecht vertreten. Ich fürchte jedoch, dass es diesen Protest nie geben wird. Für junge Menschen ist es heute viel attraktiver, sich gut auszubilden und schlimmstenfalls ins Ausland zu gehen, statt sich politisch zu engagieren. Daher wird niemand die Interessen der Jungen organisieren. 

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13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.12.2009, 14:47 UhrAnonymer Benutzer: Andreas

    Lösung wäre es,den überbordenden Sozialstaat abzuschaffen/zu verkleinern, die Politikerkaste ebenfalls und sämtliche Verbände und Lobbies aufzulösen.
    Ebenso aufzulösen/umzuändern:
    - Subventionen: weg
    - teure EU-Mitgliedschaft: weg
    - keine kostenlosen U-boote mehr für israel
    - Privathaftung für geldverschwendende (sozialistische?) Politiker (,,Untreue'')
    - Haftung für Vorstände der (Groß)-banken

    Da sowieso aufgrund des Endes der Dollarhegemonie und damit auch des € (Reservebestände cash der EZb fast nur $$) eine Währungsreform mehr oder weniger ohnehin vor der Tür steht, wäre das ein adäquater Neubeginn.

  • 07.12.2009, 14:40 UhrAnonymer Benutzer: Andreas

    @gerechter Sozialist

    iRONiE
    Daher ist die DDR auch so ein reiches Land geworden, das heute,2009, weltweit Exportweltmeister sozialistischer Errungenschaften ist.

    Vielleicht erstmal den Kopf in einen Eimer kaltes Wasser rein und dann nochmal überdenken, bevor so ein Mist geäußert wird.

    Die Sozialisten (und Gutmenschen) sind das Problem und nicht die Lösung.

    Natürlich will der Durchschnitts-Sozialist permanent Geld verteilen und die bösen Reichen sind Schuld. Aber immer nur das Geld (Eigentum) der Anderen. ==> prinzipiell Diebstahl/Raub ( wie es unsere Politiker auch machen)

  • 27.11.2009, 09:38 UhrAnonymer Benutzer: Observer

    Ein Faktum wird bei der ganzen Diskussion völlig übersehen.

    Ein Faktum, welches mir gestern wie Schuppen von den Augen gefallen ist.

    Ein sehr tröstlicher Aspekt für all diejenigen die glauben, dass mit der Gerontenrepublik kein Staat zu machen ist. Gestern dacht ich auch noch so - heute bin ich schlauer :)

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