Interview in der „Wirtschaftswoche“: Merkel vermeidet klares Bekenntnis zum Diesel

Interview in der „Wirtschaftswoche“: Merkel vermeidet klares Bekenntnis zum Diesel

, aktualisiert 29. Juni 2017, 12:54 Uhr
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Die Bundeskanzlerin verurteilte die Abgas-Manipulationen beim Diesel.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Kanzlerin rückt ein Stück weit von der deutschen Automobilindustrie ab. Der Diesel habe dabei geholfen, CO2 zu sparen, sagt sie. Deutschland sei aber in einer Transformationsphase „weg vom Verbrennungsmotor“.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat ein klares Bekenntnis zur Diesel-Technologie vermieden. In einem Interview der „Wirtschaftswoche“ antwortete sie auf die Frage, warum sie sich immer noch für den Diesel so starkmache, mit dem allgemeinen Hinweis, bei Verbrennungsmotoren habe es zuletzt auch wegen entsprechender Umweltauflagen starke Verbesserungen gegeben habe. „Wichtig ist, dass die neueste und beste Technologie zum Einsatz kommt“, sagte sie.

Harsche Kritik übte Merkel an Abgas-Manipulationen beim Diesel in einzelnen Autokonzernen. „Mit welchen betrügerischen Methoden die Grenzwerte im Dieselbereich von manchen Herstellern umgangen wurden, ist durch nichts zu rechtfertigen und hat dem Diesel insgesamt geschadet“, sagte die Kanzlerin. „Wir haben in Deutschland den Diesel über viele Jahre geschätzt, weil er Kraftstoff und CO2 einsparen half.“ Auch wenn „wir manches vielleicht neu bewerten müssen“, bleibe diese klimapolitische Aufgabe allerdings bestehen.

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Insgesamt sieht die Kanzlerin für einen Übergangszeitraum noch eine Zukunft für schadstoffarme Verbrennungsmotoren in Autos. „Das eine noch zu tun und das andere schon zu fördern, schließt sich ja nicht aus. Wir sind in einer Transformationsphase weg vom Verbrennungsmotor“, sagte sie. Wie schnell diese Umstellung vorangehen solle, müsse immer wieder ausgehandelt werden. „Deshalb ist der sehr sparsame Verbrennungsmotor vielleicht in Kombination als Hybrid noch für eine ganze Zeit lang aus meiner Sicht vernünftig.“

Diesel-Fahrzeuge haben nicht nur wegen des Abgasskandals bei Volkswagen, sondern auch wegen der Debatte über Fahrverbote wegen ihres hohen Stickoxidausstoßes derzeit ein Imageproblem. Die bayerische Staatsregierung schnürte gerade mit führenden Autoherstellern ein Maßnahmenpaket, das mit Hilfe von Nachrüstungen auch der Diesel-Technologie helfen soll. Zudem wurde auf Bundesebene eine Initiative für ein „Nationales Forum Diesel“ gestartet, um Lösungen zur Reduzierung der Diesel-Abgase zu finden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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