IS-Anhänger: Terrorverdächtiger von Wolfsburg wird Haftrichter vorgeführt

IS-Anhänger: Terrorverdächtiger von Wolfsburg wird Haftrichter vorgeführt

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Die Sicherheitsbehörden ermitteln nach eigenen Angaben in Niedersachsen gegen rund 15 Islamisten, die zum Kampf in den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat (ISIS) nach Syrien aufgebrochen sind. Alleine in Wolfsburg umfasst die von den Behörden seit längerem beobachtete Islamistenszene nach Informationen der «Bild»-Zeitung rund 50 IS-Unterstützer.

In Wolfsburg geht Ermittlern ein Terrorverdächtiger ins Netz. Der Mann soll sich dem IS angeschlossen haben. Ex-Minister Schily sieht im Kampf gegen den radikalen Islamismus die muslimischen Gemeinden in der Pflicht.

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Wolfsburg entscheidet der Bundesgerichtshof über einen Haftbefehl gegen den 26-Jährigen. Am Freitag sollte der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte. Der Deutsch-Tunesier soll sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Es gebe aber keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er Anschläge in Deutschland geplant oder vorbereitet habe.

Der Mann soll Angaben vom Donnerstagabend zufolge zwischen Ende Mai und Mitte August 2014 in Syrien eine Kampfausbildung durchlaufen haben. Bei einer militärischen Offensive soll er Tote und Verletzte vom Schlachtfeld geborgen haben. Außerdem soll er weitere Kämpfer für den IS angeworben haben.

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Die Führer des IS

  • Abu Musab az-Zarqawi († 2006)

    az-Zarqawi wurde 1966 geboren und 2006 getötet. Auf seinem Kopf hatten die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt – das entspricht dem Kopfgeld, das auf Saddam Hussein ausgesetzt war. Er galt als Experte für chemische und biologische Kampfstoffe.

    Während des Irak-Kriegs gründete er al-Qaida im Irak – der Organisation aus der heute der Islamische Staat (IS) hervorgegangen ist. Er ist für mehrere Terroranschläge und die Enthauptung des Amerikaners Nicholas Berg verantwortlich.

    Am 7. Juni 2006 töteten ihn US-Spezialkräfte nördlich von Bagdad. Nachdem zu einem Gefecht zwischen US-Militärs und Anhängern az-Zarqawis kam, forderten die US-Soldaten einen gezielten Luftschlag auf sein Lager an. Infolge dieses Luftschlags soll az-Zarqawi gestorben sein.

  • Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi (Abu Umar al-Baghdadi) († 2010)

    Die Person hinter dem Pseudonym Abu Umar al-Baghdadi ist immer schattenhaft geblieben. Nach irakischen Angaben war er ein ehemaliger irakischer Armeeoffizier. 1985 soll er in dem Widerstand gegen Saddam Hussein beigetreten sein.
    1987 floh er nach Afghanistan, um erst 1991 zurück in den Irak zu kommen. Seine Festnahme wie sein Tod wurden mehrfach gemeldet. Beobachter äußerten immer wieder die Vermutung, hinter dem Kampfnamen existiere keine reale Person – oder er wäre nacheinander von unterschiedlichen Kämpfern verkörpert worden.
    Seit 2010 sind keine Ankündigungen von ihm mehr in die Öffentlichkeit gelangt, weshalb man ihn für tot hält.

  • Abu Bakr al-Baghdadi

    Al-Baghdadi wurde 1971 im Irak geboren. Seit 2010 ist er der Anführer des IS. Seitdem er Mitte 2014 in Teilen Syriens und des Iraks das Kalifat ausgerufen hat, nennt er sich Kalif Ibrahim.
    In Bagdad soll er ab seinem 19. Lebensjahr zehn Jahre lang in einem privaten Moscheegebäude gelebt und Religion studiert haben. Sein Studium soll er zu Beginn der 2000er Jahre mit einer Promotion in Islamischen Recht beendet haben.
    Als die USA 2003 im Irak einmarschierten, gründete al-Baghdadi eine militante Islamistengruppe. 2004 soll er von US-Streitkräften im Irak interniert worden sein.
    Seitdem er 2014 das Kalifat auf syrischem und irakischem Boden ausgerufen hat, ist er nach Ansicht seiner Anhänger oberster Führer der Muslime.

In Pforzheim hatte die Polizei am Donnerstag die Wohnungen mutmaßlicher Islamisten durchsucht. Die Razzia stand laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Karlsruhe nicht im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Vier terrorverdächtige Tschetschenen wurden nach Informationen der „Bild“-Zeitung bei Hornbach in der Pfalz an der Einreise aus Frankreich nach Deutschland gehindert.

Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) fordert nach den Pariser Terroranschlägen von deutschen Muslimen eine stärkere Auseinandersetzung mit dem radikalen Islamismus. Die muslimischen Gemeinden sagten zu Recht, dass sie gegen Morde seien und zeigten das auch öffentlich. „Sie müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass sich weltweit sehr viele terroristische Bewegungen aus dem islamischen Milieu entwickelt haben“, sagte Schily der Deutschen Presse-Agentur.

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Muslime könnten nicht ausblenden, „warum sich zum Beispiel junge Menschen aus ihrem Umkreis dem sogenannten Islamischen Staat anschließen“. Schily zog Parallelen zum früheren intensiven Umgang mit Terrororganisationen in Europa. So seien in Nordirland die Kirchen in der Verantwortung gewesen, der IRA entgegenzuwirken.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hält Anschläge wie den von Paris auch in Deutschland für möglich. Dass bislang nichts Vergleichbares passiert sei, sei reines Glück, sagte Malchow der „Passauer Neuen Presse“. „Um eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung zu gewährleisten, würden wir mehrere Tausend Polizisten zusätzlich benötigen.“

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