IS-Terrorzelle: "Bild" berichtet von Terrorzelle in Wolfsburg

IS-Terrorzelle: "Bild" berichtet von Terrorzelle in Wolfsburg

, aktualisiert 15. Januar 2015, 08:33 Uhr
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Behörden haben deutsche Islamisten im Visier

Erst vor wenigen Tagen warnte das Bundeskriminalamt vor möglichen Terror-Nachahmern in Deutschland. Jetzt berichtet die "Bild"-Zeitung von einer IS-Terrorzelle in Wolfsburg. Die habe Anschläge in Deutschland vorbereitet.

Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich befürchtet das Bundeskriminalamt (BKA) mögliche Terror-Nachahmer in Deutschland. Zwar können Sicherheitsexperten die Attentäter von Paris bisher keiner der einschlägigen Extremistengruppen Islamischer Staat (IS), Al Kaida oder Nusra-Front zuordnen. Es stehe aber fest, dass die Verdächtigen über vielfältige Bezüge zum Kampfgebiet in Syrien und dem Irak verfügten, heißt es.

Die Verbindung in den Nahen Osten wirft jedoch ein Schlaglicht auf die rund 3400 Islamisten, die in den vergangenen Jahren von Europa aus in den Dschihad aufgebrochen sind und lässt Schlimmes mit Blick auf deren Rückkehr befürchten.

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Behörden haben deutsche Islamisten im Visier

Der Löwenanteil der europäischen Dschihadisten in Syrien und dem Irak kommt nach Aussage von Sicherheitsexperten mit 1200 aus Frankreich, an zweiter Stelle folgen Kämpfer aus Großbritannien. Das drittgrößte Kontingent stellen die 550 Islamisten aus Deutschland.

Etwa 180 Islamisten sind bisher aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückgekehrt, 30 von ihnen haben nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes Kampferfahrung. Sie alle dürfen sich der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden gewiss sein. Mittlerweile wollen die deutschen Behörden gewaltbereiten Islamisten den Personalausweises entziehen und so die Ausreise in Kampfgebiete wie Syrien oder Irak verhindern.

Die Führer des IS

  • Abu Musab az-Zarqawi († 2006)

    az-Zarqawi wurde 1966 geboren und 2006 getötet. Auf seinem Kopf hatten die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt – das entspricht dem Kopfgeld, das auf Saddam Hussein ausgesetzt war. Er galt als Experte für chemische und biologische Kampfstoffe.

    Während des Irak-Kriegs gründete er al-Qaida im Irak – der Organisation aus der heute der Islamische Staat (IS) hervorgegangen ist. Er ist für mehrere Terroranschläge und die Enthauptung des Amerikaners Nicholas Berg verantwortlich.

    Am 7. Juni 2006 töteten ihn US-Spezialkräfte nördlich von Bagdad. Nachdem zu einem Gefecht zwischen US-Militärs und Anhängern az-Zarqawis kam, forderten die US-Soldaten einen gezielten Luftschlag auf sein Lager an. Infolge dieses Luftschlags soll az-Zarqawi gestorben sein.

  • Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi (Abu Umar al-Baghdadi) († 2010)

    Die Person hinter dem Pseudonym Abu Umar al-Baghdadi ist immer schattenhaft geblieben. Nach irakischen Angaben war er ein ehemaliger irakischer Armeeoffizier. 1985 soll er in dem Widerstand gegen Saddam Hussein beigetreten sein.
    1987 floh er nach Afghanistan, um erst 1991 zurück in den Irak zu kommen. Seine Festnahme wie sein Tod wurden mehrfach gemeldet. Beobachter äußerten immer wieder die Vermutung, hinter dem Kampfnamen existiere keine reale Person – oder er wäre nacheinander von unterschiedlichen Kämpfern verkörpert worden.
    Seit 2010 sind keine Ankündigungen von ihm mehr in die Öffentlichkeit gelangt, weshalb man ihn für tot hält.

  • Abu Bakr al-Baghdadi

    Al-Baghdadi wurde 1971 im Irak geboren. Seit 2010 ist er der Anführer des IS. Seitdem er Mitte 2014 in Teilen Syriens und des Iraks das Kalifat ausgerufen hat, nennt er sich Kalif Ibrahim.
    In Bagdad soll er ab seinem 19. Lebensjahr zehn Jahre lang in einem privaten Moscheegebäude gelebt und Religion studiert haben. Sein Studium soll er zu Beginn der 2000er Jahre mit einer Promotion in Islamischen Recht beendet haben.
    Als die USA 2003 im Irak einmarschierten, gründete al-Baghdadi eine militante Islamistengruppe. 2004 soll er von US-Streitkräften im Irak interniert worden sein.
    Seitdem er 2014 das Kalifat auf syrischem und irakischem Boden ausgerufen hat, ist er nach Ansicht seiner Anhänger oberster Führer der Muslime.

Laut einem Bericht der "Bild" haben sich in Deutschland jedoch schon Terrorzellen breit gemacht. Wie die Zeitung schreibt, ermittele die Bundesanwaltschaft gegen einen IS-Kämpfer aus Wolfsburg, der im Verdacht stehe, Anschläge in Deutschland vorzubereiten. Er gehöre einem rund 50 Mann starken Terror-Netzwerk in Wolfsburg an.

Im Zentrum der Gruppe stehe der Deutsch-Tunesier Ayoub B. (26), gegen den die Bundesanwaltschaft wegen der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittele, wie die "Bild" berichtet.

Fünf der Personen aus diesem Netzwerk seien Kämpfer im Irak und in Syrien, zwei seien inzwischen zurückgekehrt. Einer der Rückkehrer wurde bereits im November verhaftet.

Auch in den USA scheint die Bedrohung durch IS-Sympathisanten zuzunehmen: Nach Erkenntnissen von US-Staatsanwälten hatte ein 20-Jähriger einen Anschlag auf das Kapitol in Washington sowie Morde an mehreren Regierungsbeamten in dem Parlamentsgebäude geplant.

20-Jähriger Extremist festgenommen FBI vereitelt Anschlag in Washington

Das Kapitol in Washington war Ziel eines geplanten Terroranschlags. Das FBI nahm einen 20 Jahre alten Verdächtigen fest, der das Gebäude mit Rohrbomben angreifen und dann auf die Fliehenden schießen wollte.

Ein Wachmann steht vor dem Kapitol in Washington. Das FBI konnte einen Anschlag vereiteln. Quelle: dpa

Der junge Mann aus dem US-Staat Ohio wurde am Mittwoch während eines FBI-Einsatzes festgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Demnach wollte er am und um den US-Kongress Rohrbomben explodieren lassen und Menschen erschießen.

Weitere Artikel

Über Twitter hatte er seine Sympathie für die Terrormiliz Islamischer Staat bekundet und Terrorakte im Namen des Islams angekündigt. Dies führte die US-Bundespolizei auf seine Spur. Einem Informanten des FBI, den der Mann offenbar als Komplize gewinnen wollte, schilderte er seine Pläne für den Angriff auf das Kapitol. Kontakt hatten die beiden im August 2014 über Twitter aufgenommen, ein Treffen erfolgte dann im Oktober in Cincinatti.

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