IS-Unterstützer: Angeklagter Imam distanziert sich von Gewalt

IS-Unterstützer: Angeklagter Imam distanziert sich von Gewalt

, aktualisiert 07. April 2016, 16:37 Uhr
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Für seine Neubewertung der IS-Ideologie machte der Angeklagte auch seine Zeit in Haft verantwortlich.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Berlin soll ein 30-jähriger Imam neue Rekruten für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ angeworben haben. Nun steht er vor Gericht – und beteuert: Seine Ansichten hätten sich geändert.

BerlinEin wegen Unterstützung des IS angeklagter Berliner Imam hat sich von den Gewalttaten der Terrororganisation distanziert. „Die maßlose Grausamkeit ist nicht zu rechtfertigen“, ließ der 30-Jährige am Donnerstag seinen Verteidiger vor dem Kammergericht in der Hauptstadt erklären, wo der Strafprozesses gegen ihn begann. Mit der salafistischen Szene habe er gebrochen.

Die Anklage wirft dem Russen dagestanischer Herkunft vor, Kämpfer und Unterstützer für den Islamischen Staat (IS) geworben zu haben. Die Unruheregion Dagestan liegt im Nordkaukasus und ist eine russische Teilrepublik.

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Im November 2014 soll der Imam in einem Online-Video zur Teilnahme am bewaffneten Kampf des IS aufgerufen haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, wenige Monate später in einem Interview die Tötung eines gefangenen jordanischen Piloten sowie eines entführten US-Journalisten durch den IS in Syrien gerechtfertigt zu haben.

Der Prozess wird im besonders gesicherten Saal für Staatsschutz- und Terrorismusdelikte des Gerichts geführt. Der Angeklagte saß hinter Panzerglas, bewacht von drei Justizbeamten mit kugelsicheren Westen. Erst in der Glaskabine wurden ihm die Handschellen abgenommen.

Der 30-Jährige räumte laut der verlesenen Erklärung ein, damals habe er das Vorgehen der IS-Kämpfer gerechtfertigt. „So denke ich nicht mehr“, hieß es. „Die Haft hat mir zugesetzt.“ Der Mann sitzt seit Oktober 2015 in Berliner Untersuchungshaft.

Laut Anklage war er mit einem falschen Namen mindestens seit 2007 in das Gewalt befürwortende salafistische Spektrum in Berlin eingebunden. Er soll Ende 2002 illegal nach Deutschland eingereist sein und mit falschen Papieren einen Asylantrag gestellt haben, der abgelehnt wurde. Die Abschiebung scheiterte aber.

Seinen Verteidigern zufolge will der Angeklagte an den nächsten Verhandlungstagen Fragen des Gerichts beantworten. Der Prozess wird am 11. April fortgesetzt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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