IT-Gipfel : Bundesregierung erkennt Nutzen der Digitalisierung

IT-Gipfel : Bundesregierung erkennt Nutzen der Digitalisierung

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Der Nationale IT-Gipfel ist eine Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Stärkung des IT-Standortes Deutschland.

Von wegen Neuland: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will ein eigenes Börsensegment für junge Wachstumsfirmen. Außerdem will die Regierung 50 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt "Smart Service Welt" investieren.

Es tut sich etwas in Sachen Internet: Noch im letzten Juni hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Internet als Neuland bezeichnet. Mittlerweile scheint auch in Berlin klar geworden zu sein, wie stark das Netz die Wirtschaft verändert. Jedenfalls will die Bundesregierung in Zukunft die Entwicklung von internetbasierten Dienstleistungen in Deutschland finanziell fördern. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte auf dem achten Nationalen IT-Gipfel in Hamburg an, das Zukunftsprojekt „Smart Service Welt“ mit 50 Millionen Euro unterstützen zu wollen. Die Bundesregierung reagiert damit auf den Erfolg von weltweiten digitalen Vorreitern wie Amazon und Google, die vor allem mit leicht bedienbaren Diensten bei ihren Kunden punkten.

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Quelle: dpa

Gabriel machte zur Eröffnung des IT-Gipfels gleichzeitig klar, dass er keinen Widerspruch zwischen traditioneller und digitaler Wirtschaft sehe. Deutschland habe zurecht nicht auf Ratschläge gehört, sich von der Industrialisierung zu verabschieden, um verstärkt auf Finanzdienstleitungen und andere Service-Branchen zu setzen. Deutschland sei der „Ausrüster der Industrialisierung der Welt“ und müsse nun mit einer umfassenden Digitalisierung der Industrie („Industrie 4.0“) diese Position verteidigen.

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Außerdem will die Bundesregierung ein neues Börsensegment für Start-Up-Firmen einführen. "Wir wollen auch gemeinsam mit der Deutschen Börse eine 'Börse 2.0' initiieren", kündigte Gabriel an. Mit einem eigenen Börsensegment sollten junge Unternehmen Zugang zu zusätzlichem Kapital bekommen, das sie für ihre weitere Entwicklung und Expansion dringend benötigten. Von den negativen Erfahrungen mit "Neuen Markt" vor über zehn Jahren wolle man sich nicht von dem Projekt abhalten lassen.

Gabriel sprach sich zudem dafür aus, jungen Firmen die Verrechnung von Verlustvorträgen zu ermöglichen, wenn Kapitalgeber einsteigen. Das Fehlen dieser Möglichkeit gilt als ein Hinderungsgrund dafür, dass in Deutschland nicht mehr Geld in Start-Up-Firmen fließt. Der Wirtschaftsminister beklagte, dass in Deutschland nicht genug Wagniskapital bereitstehe. Nur mit öffentlichen Hilfen könne man dieses Problem nicht lösen.

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Die Bundesregierung wolle zugleich Netzneutralität für Internet-Nutzer gewährleisten, also den gleich schnellen Zugang für alle. Damit sich aber Spezialdienste mit besonderen Angeboten entwickeln könnten, wolle man eine "Ex-Ante-Lösung", also eine Anzeigepflicht einführen, sagte der Minister.

Es reiche nicht mehr aus, den IT-Standort Deutschland zu entwickeln, sagte Gabriel. Es müsse vielmehr die Verschmelzung von IT-Wirtschaft und klassischer Industrieproduktion geschafft werden. Er sei sehr besorgt, dass in einer Umfrage zwei Drittel der Mittelständler angegeben hätten, dass für sie die Digitalisierung kein besonderes Thema sei.

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