Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg gewann mit dieser Idee die Wahl: Unter der Rufnummer 311 meldet sich in New York innherhalb von höchstens sieben Sekunden ein kompetenter Ansprechpartner am Telefon - erreichbar 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Das soll künftig auch in Deutschland möglich sein. "Wenn Bund, Länder und Kommunen online besser zusammenarbeiten, ist das auch ein großer Vorteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte Merkel. Wie der Polizei-Notruf 110 oder der zentrale Notruf 112 für Feuerwehr und Notarzt soll die neue Notrufnummer für Behördenauskünfte aller Art künftig einheitlich in ganz Deutschland erreichbar sein. Um das Projekt voranzutreiben haben Politiker, Wissenschaftler und Computerexperten jetzt das Isprat-Institut gegründet. Isprat steht für "Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie" und hat seinen Sitz in Frankfurt. Initiiert wurde das Projekt vom hessischen Staatssekretär im Innen- und Finanzministerium Harald Lemke, die Schirmherrschaft hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Lemke hat sich zum Ziel gesetzt, dass der neue Notruf "in zwei bis drei Jahren bundesweit erreichbar und in der Lage ist, Anrufe in 171 Sprachen zu beantworten". Die unter der einheitlichen Rufnummer erreichbaren Experten sollen Fragen beantworten sowie alle Arten von Anregungen und Beschwerden von Bürgern aufnehmen und an die zuständigen Stellen weiterleiten. Egal ob es sich um das Schlagloch vor der Garage handelt, um die fehlende Beleuchtung eines Fußwegs oder um Ärger mit unverständlichen Antragsformulare oder auf sich warten lassende Genehmigungen. Die Helfer im Behördendschungel sollen dabei die Ratsuchenden nicht gleich weiterverbinden sondern sie ausführlich anhören. Dann sollen sie selbst innerhalb kürzester Zeit alle nötigen Informationen zu beschaffen um die Angelegenheit zu klären.Die neue Behörden-Notrufnummer soll möglichst kostenfrei oder zum Ortstarif erreichbar sein. Der Notruf 115 leitet nach Angaben der Isprat-Projektgruppe in den deutschen Amtsstuben die größte Revolution seit Einführung des Computers ein. "Alle Behörden, egal von Bund Ländern oder Behörden, werden zu diesem Zweck vernetzt", sagt Isprat-Initiator Lemke. Das Institut kommt ohne eigenes Personal aus, bündelt aber die besten Experten Deutschlands, um komplexe Problemlösungen an der Nahtstelle zwischen Politik, Verwaltung, Technologie und Industrie zu lösen. Die neue bundeseinheitliche Rufnummer soll Deutschland auch im Bereich von e-Government voranbringen. Schließlich dürfe es nicht länger sein, so Lemke, dass Deutschland nach einem e-Government-Ranking der Europäischen Union auf Platz 18 steht, Malta dagegen auf Platz 2.
IT-Gipfel im Kanzleramt: 115 - Merkel plant zentrale Notrufnummer für Behördenärger
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