IW-Studie: Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht weiter auseinander

IW-Studie: Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht weiter auseinander

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Laut IW-Studie geht die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinander.

In Deutschland haben viele den Eindruck, dass die Einkommen immer weiter auseinander klaffen. Doch eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) kommt jetzt zu dem Ergebnis: Diese Wahrnehmung ist falsch.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) nicht auseinander. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung habe die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen in den vergangenen Jahren nicht zugenommen, sagte IW-Direktor Michael Hüther in Berlin. Maßgeblich dazu beigetragen habe die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Während die Bruttoerwerbseinkommen der unteren zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten den IW-Ergebnissen zufolge zwischen 2009 und 2013 um 6,6 Prozent wuchsen, legten die Einkommen der reichsten zehn Prozent im selben Zeitraum um nur 2,8 Prozent zu. Insgesamt seien die Löhne seit 2012 deutlich stärker gestiegen als die Arbeitsproduktivität.

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Der Anteil der atypischen Beschäftigungsverhältnisse gehe zudem seit 2008 wieder zurück, erklärte Hüther. Gleichzeitig habe der Anteil der Normalarbeitsverhältnisse von 40,3 Prozent im Jahr 2005 auf 46,5 Prozent im Jahr 2015 zugenommen.

Branchenindex 2016: Diese Branchen zahlen am besten

  • Zur Studie

    Für die Studie wurden die Daten von Arbeitnehmern aus 17 Berufen ausgewertet, die in allen 60 untersuchten Branchen vorkommen, vom Controller bis zum Sekretär. Über alle verglichenen Berufe hinweg wurde ein Mittelwert für das Gehalt errechnet (gleichbedeutend mit 100%) und dem Gehaltsniveau der jeweiligen Branche gegenübergestellt. Ein Branchenfaktor von 120% bedeutet also, dass das Gehalt von Angestellten des entsprechenden Wirtschaftszweigs 20 Prozentpunkte über dem Mittelwert liegt. Ein Branchenfaktor von 80% hingegen, dass der Mittelwert für das Gehalt um 20 Prozentpunkte unterschritten wird.

    Quelle: Branchenindex 2016, Compensation Partner

  • Call Center

    Call Center schneiden im Branchenvergleich am schlechtesten ab. Mitarbeiter bekommen dort in der Regel 34% weniger Lohn für die gleiche Arbeit als in anderen Branchen. Controller aus dieser Branche erhalten durchschnittlich ein Bruttojahresgehalt von 36.361 Euro und verdienen damit nur etwas mehr als halb so viel wie Controller der Pharmabranche.

    Branchenfaktor: 66%

  • Zeitarbeit

    Mitarbeiter in der Zeitarbeitsbranche verdienen 23% weniger als der Durchschnitt. Ein Controller verdient hier lediglich 78.471 Euro Brutto pro Jahr (Median über alle Branchen hinweg: 55.093 Euro). Auch IT-Leiter und Sekretäre schneiden mit 78.471 bzw. 25.997 Euro schlecht ab (Median: 101.911 Euro bzw. 33.763 Euro).

    Branchenfaktor: 77%

  • Hotel und Gaststätten

    Angestellte der Hotel- und Gaststättenbranche verdienen gut 22% weniger als der Durchschnitt. Das Gehalt eines IT-Leiters liegt beispielsweise bei 79.490 Euro Brutto. Eine Differenz von rund 22.400 Euro zum Median von 101.911 Euro.

    Branchenfaktor: 78%

  • Soziale Einrichtungen

    Das Gehalt von Angestellten sozialer Einrichtungen liegt 19% unter dem Branchendurchschnitt. Ein IT-Leiter verdient hier nicht mehr als 82.547 Euro, in der Pharmabranche sind für ihn hingegen 122.293 Euro drin.

    Branchenfaktor: 81%

  • Sonstige Dienstleistungen

    Auch der Sektor 'sonstige Dienstleistungen' zahlt mit einem Branchenfaktor von 84% unterdurchschnittlich schlecht. Mitarbeiter bekommen hier also in der Regel 16% weniger Lohn für die gleiche Arbeit als in anderen Branchen. So beispielsweise verdienen Controller mit 46.278 Euro in dieser Branche 8.815 Euro weniger als der Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 84%

  • Krankenhäuser

    Auch Krankenhäuser schneiden insgesamt eher schlecht ab. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 16% weniger Gehalt.

    Branchenfaktor: 84%

  • Einzelhandel

    Über alle Branchen hinweg ist der Verdienst in der Einzelhandelsbranche um 15% geringer als der Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 85%

  • Handwerk

    In der Handwerksbranche verdienen Mitarbeiter 15% weniger als der Median über alle Branchen hinweg.

    Branchenfaktor: 85%

  • Öffentliche Verwaltung, Behörden

    Auch in öffentlichen Verwaltungen und Behörden liegt der Verdienst unterhalb des Durchschnitts über alle Branchen. Mitarbeiter gehen hier mit 14% weniger Gehalt nach Hause.

    Branchenfaktor: 86%

  • Autohäuser

    In der Autohausbranche liegt der Verdienst um 14% unterhalb des Branchendurchschnitts.

    Branchenfaktor: 86%

  • Gesundheitswesen

    Im Gesundheitswesen ist mit einem Abschlag von rund 13% für dieselbe Arbeit zu rechnen.

    Branchenfaktor: 87%

  • Touristik, Freizeit

    In der Tourismusbranche beträgt der Verdienst 13% weniger als das Branchenmittel.

    Branchenfaktor: 87%

  • Bildungsinstitutionen

    Mitarbeiter aus Bildungsinstitutionen verdienen rund 13% weniger als der Median.

    Branchenfaktor: 87%

  • Logistik, Transport, Verkehr

    Im Bereich Logistik, Transport und Verkehr gehen die Mitarbeiter mit 12 % weniger Lohn als der Durchschnitt über alle Branchen nach Hause.

    Branchenfaktor: 88%

  • Kultur

    Der Verdienst in der Kulturbranche weicht, gemessen am Durchschnitt über alle Branchen, um 12% nach unten ab.

    Branchenfaktor: 88%

  • Versandhandel, Internet

    Im Versandhandel und Internet bringen die Mitarbeiter 12% weniger als der Median mit nach Hause.

    Branchenfaktor: 88%

  • Personalberatung

    Mitarbeiter von Personalberatungen erhalten 7% weniger Lohn als der Median.

    Branchenfaktor: 93%

  • Rechtsberatung

    In der Rechtsberatung verdienen Mitarbeiter 7% weniger als der Durchschnitt über alle Branchen.

    Branchenfaktor: 93%

  • Großhandel

    Der Verdienst von Mitarbeitern der Großhandelsbranche liegt 5% unter dem Mittel.

    Branchenfaktor: 95%

  • Möbel, Holz

    Mitarbeiter die dem Bereich 'Möbel und Holz' zugeordnet werden können, bringen 4% weniger als der Median nach Hause.

    Branchenfaktor: 96%

  • Forschungsinstitute

    Forschungsinstitute bezahlen ihren Angestellten rund 3% weniger als der Mittelwert über alle Branchen.

    Branchenfaktor: 97%

  • Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung

    Steuerberater und Wirtschaftsprüfer verdienen rund 3% weniger als der Durchschnitt über alle Branchen.

    Branchenfaktor: 97%

  • Bau

    In der Baubranche verdienen Mitarbeiter 3% weniger als der Median über alle Branchen.

    Branchenfaktor: 97%

  • Ingenieurbüro

    Der Verdienst von Mitarbeitern in Ingenieurbüros liegt rund 2% unterhalb des Mittels über alle Branchen.

    Branchenfaktor: 98%

  • Werbung und PR

    Am Durchschnitt über alle Branchen gemessen, weicht die Werbe- und PR-Branche lediglich 2% nach unten ab.

    Branchenfaktor: 98%

  • Verbände

    Die Verbände treffen den Mittelwert mit 99% recht genau.

    Branchenfaktor: 99%

  • Lebensmittel, Nahrung, Genuss

    Die Lebensmittelbranche trifft das durchschnittliche Gehaltsniveau ziemlich genau: Ein Mitarbeiter des Sektors 'Lebensmittel, Nahrung, Genuss' verdient etwa 2% mehr als der Durchschnitt des jeweiligen Berufs.

    Branchenfaktor: 102%

  • Bekleidung, Textil

    Der Geschäftszweig Bekleidung/ Textil weicht mit 2% ebenfalls leicht positiv vom durchschnittlichen Gehaltsniveau ab.

    Branchenfaktor: 102%

  • Schifffahrt

    In der Schifffahrtsbranche liegt das durchschnittliche Gehalt mit 2% knapp über dem Mittel.

    Branchenfaktor: 102%

  • Immobilien

    In der Immobilienbranche verdienen Angestellte etwas mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 102%

  • Sonstige Industrie

    Im Sektor 'sonstige Industrie' liegt das Gehalt, über alle verglichenen Berufe hinweg, 4% über dem Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 104%

  • Medien, Presse

    Über dem Branchendurchschnitt liegt auch die Medien- und Pressebranche: Für die gleiche Arbeit gibt es hier 4% mehr Gehalt.

    Branchenfaktor: 104%

  • Kunststoff, Gummi, Glas, Keramik

    Angestellte der Branchen Kunststoff/ Gummi/ Glas/ Keramik erhalten immerhin noch 4% mehr Gehalt als der Durchschnitt der Kollegen anderer Branchen.

    Branchenfaktor: 104%

  • Messebetreiber

    Messebetreiber bezahlen ihre Angestellten rund 5% über dem mittleren Gehaltsniveau.

    Branchenfaktor: 105%

  • Luftfahrt

    Für die gleiche Arbeit gibt es in der Luftfahrtbranche 5% mehr Gehalt als im Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 105%

  • Versicherungen

    Auch Versicherungen bezahlen ihre Angestellten überdurchschnittlich gut: Das Gehalt liegt etwa 6% über dem Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 106%

  • Metall

    Über alle Branchen hinweg übersteigt der Verdienst in der Metallbranche das mittlere Gehalt um 6%.

    Branchenfaktor: 106%

  • Telekommunikation

    Die Gehälter von Arbeitnehmern der Telekommunikationsbranche sind mit einem Branchenfaktor von 106% immer noch überdurchschnittlich gut.

    Branchenfaktor: 106%

  • IT-Systemhäuser

    Mitarbeiter von IT-Systemhäusern bekommen in der Regel 7% mehr Lohn als in anderen Branchen.

    Branchenfaktor: 107%

  • Fahrzeugbau

    Auch der Fahrzeugbau schneidet insgesamt gut ab. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 9% mehr Gehalt.

    Branchenfaktor: 109%

  • Druck und Papier, Verpackung

    In der Druck- und Papierbranche gehen die Mitarbeiter mit 7% mehr nach Hause als der Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 107%

  • Kosmetik

    Auch in der Kosmetikbranche verdienen Angestellte rund 10% mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs.

    Branchenfaktor: 110%

  • Energie, Wasser, Umwelt, Entsorgung

    Im Sektor Energie, Wasser, Umwelt, Entsorgung liegt das durchschnittliche Gehaltsniveau 10% über dem Mittel.

    Branchenfaktor: 110%

  • Biotechnologie

    Für die gleiche Arbeit gibt es in der Biotechnologiebranche 10% mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs.

    Branchenfaktor: 110%

  • Sonstige Informationstechnologie

    Auch in der Informationstechnologiebranche verdienen Angestellte rund 11% mehr als der Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 111%

  • Konsum- und Gebrauchsgüter

    In der Konsum- und Gebrauchsgüterbranche liegen die Gehälter etwa 11% über dem Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 111%

  • Computer (Herstellung Hardware)

    Mitarbeiter der Computerbranche bekommen rund 12% mehr Lohn als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 112%

  • Finanzdienstleitung

    In der Finanzdienstleisterbranche liegen die Gehälter rund 13% über dem Mittelwert.

    Branchenfaktor: 113%

  • Autoindustrie

    Den gleichen Wert wie die Finanzdienstleisterbranche erzielt die Autoindustrie. Auch hier verdienen Angestellte 13% mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 113%

  • Feinmechanik, Optik

    Genau wie in der Autoindustrie oder bei Finanzdienstleistern, sind in der Feinmechanik-/Optikbranche rund 13% mehr Gehalt für dieselbe Arbeit drin.

    Branchenfaktor: 113%

  • Unternehmensberatung

    In der Unternehmensberaterbranche liegt das Gehalt, über alle verglichenen Berufe hinweg, 14% über dem Durchschnitt.

    Branchenfaktor: 114%

  • Elektrotechnik

    Die Elektrotechnikbranche landet mit 17% über dem mittleren Gehaltsniveau auf dem vierten Platz.

    Branchenfaktor: 117%

  • Medizintechnik

    Mit 17% über dem mittleren Gehaltsniveau landet der Sektor Medizintechnik auf dem vierten Platz.

    Branchenfaktor: 117%

  • Software

    Auf dem dritten Rang landen die Branchen Anlagenbau, Banken, Maschinenbau und Software. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 18 Prozent mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs. Ein IT-Leiter beispielsweise verdient hier 120.254 Euro - rund 18.000 Euro mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 118%

  • Maschinenbau

    Auf dem dritten Rang landen die Branchen Anlagenbau, Banken, Maschinenbau und Software. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 18 Prozent mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs. Ein IT-Leiter beispielsweise verdient hier 120.254 Euro - rund 18.000 Euro mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 118%

  • Banken

    Auf dem dritten Rang landen die Branchen Anlagenbau, Banken, Maschinenbau und Software. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 18 Prozent mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs. Ein IT-Leiter beispielsweise verdient hier 120.254 Euro - rund 18.000 Euro mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 118%

  • Anlagenbau

    Auf dem dritten Rang landen die Branchen Anlagenbau, Banken, Maschinenbau und Software. Für die gleiche Arbeit gibt es hier 18 Prozent mehr Gehalt als im Mittel des jeweiligen Berufs. Ein IT-Leiter beispielsweise verdient hier 120.254 Euro - rund 18.000 Euro mehr als der Branchendurchschnitt.

    Branchenfaktor: 118%

  • Halbleiter

    Mit einem Plus von 19% über dem Branchendurchschnitt teilen sich die Chemie-/Verfahrenstechnik- und die Halbleiterbranche den zweiten Rang. Ein Controller verdient hier rund 65.560 Euro, IT-Leiter oder Sekretäre gehen mit rund 121.274 Euro bzw. 40.177 Euro nach Hause.

    Branchenfaktor: 119%

  • Chemie, Verfahrenstechnik

    Mit einem Plus von 19 Prozent über dem Branchendurchschnitt teilen sich die Chemie-/Verfahrenstechnik- und die Halbleiterbranche den zweiten Rang. Ein Controller verdient hier rund 65.560 Euro, IT-Leiter oder Sekretäre gehen mit rund 121.274 Euro bzw. 40.177 Euro nach Hause.

    Branchenfaktor: 119%

  • Pharma

    Insgesamt zahlt die Pharmabranche überdurchschnittlich gut. Mitarbeiter bekommen dort in der Regel 20 Prozent mehr Lohn für die gleiche Arbeit als in anderen Branchen. So beispielsweise verdienen Controller mit 66.111 Euro in dieser Branche am besten. Zum Vergleich: In der Callcenter-Branche gehen sie mit etwa der Hälfte (durchschnittlich 36.361 Euro brutto im Jahr) nach Hause. Auch für IT-Leiter und Sekretäre schneidet die Pharmabranche am besten ab.

    Branchenfaktor: 120%

Der Anteil der befristet Beschäftigten – ohne Auszubildende – habe seit 2005 konstant bei rund zehn Prozent gelegen, seit 2012 sei er rückläufig.

Nach einem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands lag die Armutsquote 2014 bei 15,4 Prozent, 0,1 Prozent unter dem Wert aus 2013. Aus Sicht des Sozialverbands hat die gute Wirtschaftslage damit keinen nennenswerten Einfluss auf die Situation.

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