Jade-Weser-Port: Wirtschaftsminister Lies will auch kleine Schiffe nach Wilhelmshaven holen

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Olaf Lies, niedersächsischer Wirtschaftsminister, will auch kleinere Schiffe in den Jade-Weser-Port holen

von Hermann J. Olbermann und Oliver Voß

Der unter mangelnder Auslastung leidende Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven will jetzt auch die Reeder kleinerer Containerschiffe als Zielgruppe ansprechen, obwohl der Jade-Weser-Port speziell für die ganz großen Frachter gebaut wurde.

Das kündigte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies im Interview an. „Wir bemühen uns jetzt auch um kleinere Schiffe, die hier nur einige Hundert Container umladen könnten“, sagte Lies. „Aber das ist ein mühsames Geschäft.“ Die im Juni gegründete Vermarktungsgesellschaft des Hafens soll dafür enger mit Eurogate zusammenarbeiten, dem Betreiber des Containerterminals.

Gleichzeitig hat Lies aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass künftig mehr als durchschnittlich zwei große Containerschiffe pro Woche in Wilhelmshaven anlegen. „Wir sprechen nicht nur einzelne Reeder an, sondern gehen an die großen Logistiker ran, die komplette Transportketten ¬betreiben.“ Weiteres Volumen erhofft sich Lies vom Reederei-Konsortium P3 Network, das die großen Reedereien Maersk, MSC und CMA CGM im nächsten Frühjahr bilden wollen. „Sie sind jetzt dabei, ihre Liniendienste neu zu ordnen. Eine gute Chance, dort für Wilhelmshaven zu werben.“

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Für notwendig hält der Minister auch ein norddeutsches Hafenkonzept, zögert aber, die großen Konkurrenten Hamburg und Bremerhaven zu Gesprächen einzuladen. „Im Moment kann ich mich nicht als großer Partner von Hamburg oder Bremerhaven hinstellen. Wir müssen noch einiges tun, um denen auf Augenhöhe ¬begegnen zu können.“ Dennoch will Lies schon jetzt einen möglichen Ausbau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven vorbereiten und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. „Wenn alle wissen, dass der Jade-Weser-Port noch mehr kann, gewinnt er an Attraktivität und ist gut aufgestellt.“
Der Jade-Weser-Port ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen. Er war im September vergangenen Jahres eröffnet worden. Der Bau kostete rund eine Milliarde Euro.

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