Jörg Krämer: Commerzbank-Chefvolkswirt attackiert den Sachverständigenrat

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Jörg Krämer

von Bert Losse

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, wirft dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Versäumnisse im Umgang mit der Euro-Krise vor.

„Der Sachverständigenrat hat mit dem Schuldentilgungsfonds ein zweifelhaftes Konzept vorgeschlagen – die wirtschaftspolitische Debatte prägt er jedoch nicht“, schreibt Krämer in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche.

Der Ökonom fordert eine grundlegende Reform des Gremiums, das in Kürze sein neues Jahresgutachten präsentieren wird. „Deutschland braucht mehr denn je einen Sachverständigenrat, der der Öffentlichkeit und der Politik sagt, wie sich die Schuldenkrise lösen lässt, ohne unsere Wirtschaftsordnung zu schädigen.“ Krämer schlägt vor, die Mitarbeit bei den Wirtschaftsweisen zu einem Vollzeitjob zu machen. „Der Sachverständigenrat braucht unabhängige, erfahrene Persönlichkeiten, die idealerweise auf eine Karriere zurückblicken können und keine falschen Rücksichten nehmen müssen“, so Krämer. Zudem sollte eine Berufungskommission gebildet werden, „um die besten Professoren für den Sachverständigenrat zu finden“. Ihr sollten laut Krämer nicht nur Vertreter des Wirtschaftsministeriums angehören, sondern auch ehemalige Ratsmitglieder oder Präsidenten großer Wirtschaftsforschungsinstitute.

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Ändern muss sich laut Krämer auch die Außendarstellung des Gremiums. „Um die wirtschaftspolitische Diskussion wieder zu prägen, müssen sich die Sachverständigen gemeinsam regelmäßig an die Öffentlichkeit wenden und dabei mit einer Stimme reden. Der Rat braucht eine Kommunikationsstrategie, um an das Renommee früherer Tage anzuknüpfen.“

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