Josef Schlarmann: Zeitarbeitsbranche soll Hartz-IV-Empfänger beschäftigen

Josef Schlarmann: Zeitarbeitsbranche soll Hartz-IV-Empfänger beschäftigen

von Cornelia Schmergal

Der Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Union, Josef Schlarmann, hat vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose bei Zeitarbeitsunternehmen zu beschäftigen.

„Die Zeitarbeitsbranche könnte Hartz-IV-Empfänger weiterbilden und sie ihrer Qualifikation gemäß einsetzen“, sagte der CDU-Politiker in einem Gespräch mit dem Magazin WirtschaftsWoche. Die Branche kenne sich „mit Menschen aus, die schwierige Biografien haben“.

Solidarität sei eine „beiderseitige Verpflichtung“, sagte Schlarmann. Jeder Mensch habe Anspruch auf Leistungen, wenn es ihm schlecht gehe. Jeder müsse aber auch selber alles tun, um seine Notlage zu beenden. „Das ist der Geist unseres Sozialstaates. Er bedeutet die Verpflichtung, jede zumutbare Arbeit anzunehmen“, sagte der Wirtschaftsexperte. Die Jobvermittlung müsse allen, die einen Hartz-IV-Antrag stellen, schon für den nächsten Tag Arbeit anbieten, so wie dies auch in Holland geschehe. „Dort hat sich gezeigt: Von 100 Bewerbern machen mindestens 15 einen Rückzieher. Das ist doch ein probates Mittel!“ sagte Schlarmann. Um ein ähnliches System in Deutschland aufzubauen, könne man die Zeitarbeitsfirmen einbeziehen.

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Von 80 Millionen Einwohnern in Deutschland sei nur die eine Hälfte erwerbstätig und finanziere so die andere Hälfte. „Daher müssen wir nach jenen fragen, die arbeiten könnten, aber nicht wollen. Diese Gruppe mag nicht groß sein – aber sie bringt alle anderen in Misskredit“, so der CDU-Politiker.

Zur Debatte um die Höhe der Regelsätze sagte Schlarmann: „Das Problem am deutschen Sozialstaat ist ja, dass so viele so wenig bekommen. Wenn wir die Zahl der Transferempfänger reduzieren und mehr Menschen in Arbeit bringen, können wir den Einzelfall gerechter behandeln.“ Um die Lage für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern zu verbessern, schlägt der CDU-Politiker vor „die Leistungen für die Kinder in Gutscheinen auszuzahlen“. Es gebe Familien, in denen nicht mehr gefrühstückt werde, in denen man nicht arbeite und nicht pünktlich aufstehe. „Da gibt es keine Struktur, die zum bürgerlichen Leben gehört“, sagte Schlarmann. „Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder aus Elternhäusern, die ihre Aufgaben nicht wahrnehmen, früh in Erziehungseinrichtungen kommen.“ Eltern müssten ermuntert werden, ihre Kinder in den Kindergarten oder eine Ganztagsschule zu schicken.

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