Juan Manuel Santo: Fast Friedenspräsident

Juan Manuel Santo: Fast Friedenspräsident

, aktualisiert 07. Oktober 2016, 12:01 Uhr
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Trotz gescheitertem Friedensvertrag: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ist der Friedensnobelpreisträger 2016. Santos verhandelt seit 2012 mit den Farc-Rebellen, um den 52-jährigen Bürgerkrieg zu beenden.

Quelle:Handelsblatt Online

Juan Manuel   Santos, Präsident von Kolumbien, ist der neuer Friedensnobelpreisträger. Santos ist Mitglied eine einflussreichen Politiker-Familie und kämpft seit sechs Jahren für Frieden mit den Farc-Rebellen.

DüsseldorfDer Friedensvertrag mit der marxistischen Guerillaorganisation Farc soll die Präsidentschaft von Juan Manuel Santos krönen. Der 65-Jährige hatte zuletzt alles dem Ziel unterstellt, den seit 52 Jahren andauernden Konflikt in Kolumbien beizulegen. Er gehöre einer Generation an, die nie im Frieden gelebt habe, sagt der Staatschef. Aber sein Fehler war es, die Gegner eines zu sehr der Guerilla entgegenkommenden Vertrages einzubinden. Wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt gab, wird Santos der Friedensnobelpreis 2016 verliehen.

Bei der Volksabstimmung über den Friedensvertrag mit den „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ („Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ - Farc) erlitt er eine herbe Niederlage, 50,2 Prozent stimmten dagegen. Der Friedensnobelpreis stärkt ihm nun den Rücken, doch noch ein Abkommen zu erzielen. Den Gegnern sind vor allem die Strafnachlässe ein Dorn im Auge – und dass sich für Verbrechen verantwortliche Guerilleros demnächst zur Wahl stellen können. Die marxistisch orientierten Farc wollen ihre Ziele künftig auf legalem politischen Wege erreichen.

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Santos gehörte als Handels- und Finanzminister verschiedenen Regierungen an. Unter Präsident Álvaro Uribe war er als Verteidigungsminister für eine Militäroffensive gegen die Farc verantwortlich. Bei den Präsidentenwahl 2010 präsentierte er sich als Erbe seines politischen Ziehvaters Uribe. Als er dann aber 2012 die Friedensgespräche mit den Farc einleitete, überwarf er sich mit dem konservativen Hardliner, der zum erbitterten Gegner des Abkommens mit der Farc wurde - und mit seiner „No“-Kampagne siegte. Nun muss Santos auch mit dem Uribe-Lager verhandeln.

Santos studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität von Kansas in den USA und öffentliche Verwaltung in Harvard. Später stieg er in das Verlagsgeschäft seiner Familie ein, die lange die größte kolumbianische Tageszeitung „El Tiempo“ kontrollierte. Er stammt aus einer der einflussreichsten Familien des Landes. Sein Großonkel Eduardo Santos war von 1938 bis 1942 Präsident Kolumbiens, sein Cousin Francisco Santos war Vizepräsident unter Uribe, auch er ist ein Gegner des Vertrages mit der Farc. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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